Grundsätzliches zur Glaubwürdigkeit okkultistischer Schriftsteller und zur Wiederverkörperung

Uwe Todt, Dienstag, 07. Juli 2020, 18:21 (vor 109 Tagen) @ Kosmogonie

Glaubwürdigkeit okkultistischer Schriftsteller

Für Martinus dürfte Gleiches gelten. Darum teile ich Ihr Vertrauen in die unbedingte Glaubwürdigkeit von Martinus definitiv nicht.

Ich halte Martinus' kosmologisches System insgesamt für eine philosophische Konstruktion von sehr beschränktem Wert. Daß er auch echte Eingebungen hatte, bestreite ich nicht. Die sehe ich aber eher in gewissen Details, nicht in seiner Kosmologie. Diese Details sollten wir bereden.

Mein Verhältnis zu Martinus ist von grundsätzlichem Vertrauen getragen, wie auch mein Verhältnis zu Rudolf Steiner. Trotz dieses Grundvertrauens denke ich prüfend. Wenn etwas meiner Prüfung nicht standhalten kann, ist es mir nicht möglich es anzunehmen.
Ich besitze die beiden Bände DIE GROSSEN ARCANA DES TAROT und habe zweimal versucht, sie zu lesen, habe aber beidemal die Versuche wieder abgebrochen. Es ist nicht meine Welt. Ich erinnere mich an die Worte von Sai Baba, die in etwa lauten: „Grabt nicht immer neue Löcher. Vertieft das, was Ihr Euch bereits erarbeitet habt.“ Was ist bereits mein Eigenes, das ich mir erarbeitet habe und weiter vertiefen möchte?

Obwohl ich nicht getauft wurde und es auch nicht nachgeholt habe, bin ich überzeugter Christ und diese Überzeugung sitzt sehr tief. Als ich etwa fünfzehn Jahre alt war, hörte ich meinem Vater und seiner Schwester bei einer Unterhaltung über religiöse Fragen zu. Mit einmal hörte ich mich sagen: „Ich glaube an die Auferstehung Christi.“ Beide schauten mich verdutzt an. Da wurde mir bewusst, was ich wirklich dachte. Ich meinte die reale leibliche Auferstehung wie Paulus sie sah, und ich blieb dabei.
Ich glaube, dass das Christentum eine Entwicklung von der Transzendenz zur Immanenz durchmacht. Damit nachvollzieht es das Leben, den Tod und die Auferstehung Christi. Der Umschlagspunkt war die Kreuzigung. Im Nachvollzug befinden wir uns derzeit bei der Kreuzigung. Mit „wir“ meine ich die westliche Kulturmenschheit. Wahrscheinlich sind wir bereits bei dem Abstieg zu den Toten. Was uns in der Zukunft erwartet, ist die leibliche Auferstehung des Göttlichen. In dem Sichtbaren werden wir es finden. Nicht mehr transzendent sondern immanent.

Dorthin scheint mir auch Tombergs Weg zu führen. Trotzdem empfinde ich bei der Lektüre der Arcana des Tarot ein Unbehagen. Der Weg, den er beschreitet, ich meine den Weg der Deutung der Erscheinungen, ist nicht der meine. Ich fühle mich von der Liebe des Geistes der Welt berührt und möchte mich immer mehr mit ihm verbinden. Dann wird sich die Deutung der Erscheinungen von alleine ergeben.

Zur Wiederverkörperung

Ich stimme Ihren Ausführungen zu, außer in einem Punkt: Unsere Entelechie ist nicht der Schutzengel. Der ist ein Wesen für sich und begleitet uns für eine gewisse Zeit, d.h. wohl noch einige Inkarnationen.

Ja, Zustimmung. Die Entelechie ist nicht der Schutzengel.


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