Martinus und Valentin Tomberg

Uwe Todt, Freitag, 03. Juli 2020, 05:38 (vor 87 Tagen) @ Kosmogonie

Uwe Todt

dass der Boddhisattva als der Bringer des Guten gilt und Martinus immer wieder betonte: "Alles ist sehr gut".

Antwort Kosmogonie

Es gab und gibt noch mehr Menschen, die das betonen, und manche von ihnen tun das jeden Tag. Das sind die gewohnheitsmäßigen Optimisten. Bei anderen ist es eine tief durchdachte philosophische Überzeugung, als Beispiel nenne ich Leibniz. Doch macht diese Haltung bzw. Überzeugung jemandem auch zum Bringer des Guten? Das ist doch die entscheidende Frage.


Sehr richtig. Martinus sagte einmal zu seinem Freund Lars Nibelvang, dass es ihm darum gehe, Gott vor den Menschen zu rechtfertigen. Er wollte ihnen die Verzweiflung und den Schmerz nehmen, der sie angesichts des oft so hoffnungslos erscheinenden Lebens erfüllte und ihnen das Gute bringen, indem er ihren Blick von ihrer persönlichen lokalen Perspektive zu der Kette ihrer Wiederverkörperungen und dem zwischen den Verkörperungen liegenden geistigen Leben erhob und ihnen zeigte, in welch wunderbarer Weise der Geist der Welt (Martinus nennt ihn Gott) alles ineinander webt und erlösend weiterführt.

Dabei erweiterte er das okkulte Wissen. Ich nenne dazu drei Dinge:

• Er erweiterte die Geheimwissenschaft Steiners und der Theosophen um die Entwicklungen, die vor der Saturnentwicklung liegen und die auf die Vulkanentwicklung folgen, also um die Entwicklungen auf der Organebene, der Zellebene und der Stoffebene und die Entwicklungen auf der Himmelskörperebene, der Sonnensystemebene und der Galaxienebene.
• Er zeigte auf, dass alle Wesen aus dem Geist der Welt hervorgehen und mit ihm eine Einheit bilden, in welcher der Geist der Welt erst durch die Wesen von sich selber weiß und die Wesen durch den Geist der Welt ihr Eigensein haben.
• Er zeigte den Sinn der Geschlechtertrennung auf und verkündete den Prozess der sich bereits zu vollziehen beginnenden Wiedervereinigung der Geschlechter.

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Uwe Todt

oder wenn bei der Venusentwicklung die Stunde 6.6.6. schlägt, nach der es keine Umkehrmöglichkeit für die bösen Wesen mehr gibt und sie in eine Entwicklung übergehen, für die es keinen Ausdruck mehr gibt. Ich gehe davon aus, dass Tomberg diese Sicht von Steiner teilt.

Antwort Kosmogonie

Auch hier müssen wir unterscheiden zwischen dem (philosophischen) Optimismus und einem Tun oder Bringen des Guten. Man kann das Schlimmste befürchten und trotzdem, oder gerade deswegen, das Gute tun.
Vor Allem aber erkenne ich Ihr Argument als logisch ungültig, denn: Wie konnte Steiner, auf dessen Ankündigung und Beschreibung des Boddhisattva wir uns beziehen, den Bringer des Guten als jemanden bezeichnen, der seiner eigenen (d.h. Steiners) Weltsicht diametral entgegensteht? Dann hätte Steiner entweder sich selbst oder aber den Boddhisattva verleugnen müssen.

Sie gehen davon aus, dass Steiner bereits alles wusste, was Martinus an Neuem brachte, es aber nicht aussprach. Warum hat er es dann nicht ausgesprochen? Er hat doch mehrfach betont, dass die Zeit des Geheimhaltens vorbei ist.

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Uwe Todt

und war danach auch nicht alles aus eigener Kraft, sondern er baute auf dem Werk von Rudolf Steiner auf.

Kosmogonie

Das tat er nur bedingt. Ich möchte sagen: Er knüpfte an Steiners Werk an, und das auch nur solange, als er es mit Anthroposophen zu tun hatte.

Was mit dem „alles aus eigener Kraft“ gemeint ist, kommt in dem Leben von Martinus geradezu exemplarisch zum Ausdruck, denn er wurde buchstäblich am untersten Ende der sozialen Skala als das fünfte uneheliche Kind einer Dienstmagd und eines Pferdeknechts geboren. Als er seine beiden Einweihungserlebnisse hatte, war er ein Molkereiangestellter mit einer sechsjährigen Volksschulausbildung, der so gut wie nichts von Philosophie, Theosophie, Anthroposophie oder anderer Esoterik wusste. Ihm war nicht einmal die Lehre von der Wiederverkörperung bekannt.


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