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Wesenlos?

Kosmogonie @, Mittwoch, 24. Juni 2020, 20:46 (vor 125 Tagen) @ Uwe Todt

Das Wesenhafte ist aber etwas nicht Erscheinendes.

Da liegt für mich das Problem.

Man kann "Wesen" philosophisch definieren z.B. als "das Wesen einer Sache", d.h. seine Essenz im Unterschied zu seiner Existenz. In diesem Sinne sprach Husserl von der "Wesensschau".

In der okkultistischen Literatur wird üblicherweise aber von Wesen im Sinne von Wesenheiten, gesprochen, d.h. von seelischen und/oder geistigen Entitäten. Das können Elementarwesen sein, aber auch hierarchische Wesen. Ihnen allen ist zueigen, daß jedes von ihnen bestimmte Eigenschaften hat und folglich von jedem anderen Wesen unterschieden werden kann. In vielen Fällen sind Wesen auch sehr genau beschrieben worden oder haben sich inspirativ begabten Menschen selbst beschrieben. So sind in der "Naturgeisterreihe" des Flensburger Hefte-Verlages durch Vermittlung der Frau Stael von Holstein eine riesige Zahl von Wesen zu Wort gekommen, etwa Baumgeister, Gebietswesen, Gruppen-Iche, Maschinenwesen, Gefühlswesen und dergleichen mehr. Auf jeden Fall sind diese Wesen hoch individualisiert, und sie haben uns etwas mitzuteilen.

Diese Bestimmtheit, diese Konkretheit fehlt mir bei Martinus. Er spricht zwar von Wesen, aber, soweit ich sehe, immer in einem sehr abstrakten und pauschalen Sinne, z.B. als die Wesen der Organebene. Da kann ich mir "kein Bild von machen".

Überhaupt machen seine Beschreibungen insgesamt auf mich den Eindruck, nicht auf unmittelbarer Schau, sondern überwiegend auf gedanklichen Konstruktionen zu beruhen. Sie müssen deswegen nicht wertlos sein. Aber es ist ein Aspekt am Martinus-Werk, der mich unbefriedigt läßt.


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