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Versuche zur Steiner-Martinus-Synopse

Kosmogonie @, Samstag, 27. Juni 2020, 22:44 (vor 119 Tagen) @ Kosmogonie

Dieses Spiegel-Element scheint in Martinus' Kosmologie zu fehlen. Dort gibt es immer nur 6er-Folgen (6 Daseins-Ebenen, 6 Daseins-Stufen, 6 Spiralen, 6 Grundenergien...), denen also das Element fehlt, welches als Spiegel- oder Umkehrstufe fungiert. Stattdessen evoluiert alles immer nur "nach oben", niemals auch nur vorübergehend nach unten.

Ich versuche, das klarer zu sehen. Hier zunächst zwei Grafiken. Das erste (obere) soll die Entwicklung des kosmischen wie auch des irdischen Menschen gemäß Steiner zeigen.

Demnach trat der Mensch zuerst physisch auf (Wärmeleib auf dem Alten Saturn), dann pflanzlich, dann tierisch, zuletzt menschlich. Damit hat er den Tiefpunkt der Verfestigung erreicht und führt sich und die von ihm umgearbetete Welt wieder aufwärts. - Ähnlich kann man den Inkarnations-Exkarnationszyklus sehen. Nach der Weltmitternacht inkarniert er sich im physischen, dann im ätherischen, dann im astralen Leib; zuletzt gebiert er das Ich. Zur Lebensmitte (aber wohl nicht nur dann) kann er den Astralleib zum Geistselbst umarbeiten, den Ätherleib zum Lebensgeist, und den physischen Leib zum Geistesmenschen. - Das soll jetzt nur eine ungefähre Darstellung sein.

Bei Martinus (siehe unteren Teil der Grafik) kommt nur der kosmische Aspekt in Betracht. Und da sehen wir: Martinus ist so auf die Polarität fixiert, daß er die Siebenzahl grundsätzlich auf die Sechszahl reduziert. Der gegenwärtige Mensch zwischen Tier und Engel fällt bei ihm aus, stattdessen kreiert Martinus eine Art Zwitter. Außerdem zieht Martinus Gedächtnisreich und Mineralreich meist zusammen; völlig entschieden hat er sich wohl nicht. Anscheinend geht es ihm nur darum, den Polaritäts-Gedanken möglichst durchzuhalten.

[image]

Bei den Schöpfungsenergien (X2) ist er mit der Sechszahl ganz konsequent. Hier leuchtet mir das noch am ehesten ein.

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Der Anthrowiki entnehme ich:

Wir stehen gegenwärtig mit unserer Erde auf der 4. Weltentwicklungsstufe. Gleichzeitige machen aber andere Wesen auf anderen Welten andere der genannten Entwicklungsstufen durch. Alle Entwicklungsstufen sind im Kosmos gleichzeitig vorhanden, ohne einander zu stören.

„Man spricht davon in der Geisteswissenschaft, daß sich unsere Erde allmählich gebildet habe, indem sie zuerst eine Saturn-, eine Sonnen-, eine Mondenzeit durchgemacht hat und dann zu dieser Erdenzeit vorgerückt ist. Aber natürlich ist alles immer da. In dem Dasein, in dem wir jetzt als dem Erdendasein drinnen leben, bereiten andere Welten ihr Saturndasein, andere Welten ihr Sonnendasein vor. Man kann das geisteswissenschaftlich beobachten. Das Saturndasein ist auch jetzt noch da. Wir wissen nur, unsere Erde hat dieses Stadium überwunden; andere Welten sind erst in diesem Saturnstadium. Da kann man dann beobachten, wie es hereinragt. Aber dieses Saturnstadium beobachten zu können, das hängt davon ab, daß man die Geschwindigkeit sich erst ändert, mit der man die Ereignisse verfolgt, sonst kann man sie nicht sehen.“ (Lit.:GA 187, S. 149)

(Hervorhebungen durch mich.)

Ohnehin ist die Steinersche Kosmologie faszettenreicher, als man meinen kann, wenn man nur den diesbezüglichen Abschnitt in der "Geheimwissenschaft" sowie die "Akasha-Chronik" berücksichtigt.

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Martinus behauptet, wir Menschen bildeten die Gehirnzellen der Erde. Demgegenüber behauptet Marko Poga¢nik, die (astralischen) Naturwesen bildeten die Gehirnzellen der Erde. (Die Quelle weiß ich augenblicklich nicht.) Vermutlich trifft dies vor Allem auf die Gnome zu.

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Auf Seite 31 von "Kosmisches Wissen - Der neue Weltimpuls des Dänen Martinus" schreibt Uwe Todt:

Jedes Wesen ist ewig, hat ewig gelebt und wird ewig leben.

Auf Seite 37 lese ich dagegen:

Die Wesen sind keine ewigen Idividualitäten, denn auch die Individualität ist bei Martinus eine erschaffene Erscheinung.

Das ist ausnahmsweise klärungsbedürftig. Ausnahmsweise, weil der Autor ansonsten sehr klar und verständlich schreibt.

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Nachtrag 29-6-2020:

In "Kosmisches Wissen", Abschnitt 3.11, finde ich Aussagen wie diese (Hervorhebungen durch mich):

Verfolgt man jetzt die Geheimwissenschaft im Einzelnen, dann bemerkt man aber, dass Steiner die Spiralkreisläufe und das Leben der Wesen in Wesen nicht bekannt war.

Durch dieses Nichtwissen kommt Steiner (...)

Weil Steiner nicht bekannt war, dass (...)

Ich halte diese Urteile für voreilig. Könnte es nicht sein, daß Steiner so, wie es Martinus angeblich auch getan hat, nur einen Bruchteil seines Wissens mitgeteilt hat? Nicht daß ich Steiner um jeden Preis verteidigen möchte -im Gegenteil, es hat wohl kein ernsthafter Anthroposoph den Steiner so massiv kritisiert wie ich es in diesem Forum getan habe. Aber es ist offensichtlich, daß Steiner gewisse Themen, die bei den Zuhörern "nicht ankamen", nicht mehr weitergeführt hat (z.B. die 9 Erdinnenschichten) oder erst sehr viel später wieder aufgegriffen hat (so Reinkarnation und die karmischen Zusammenhänge). Einige Themen hat er auch nicht ausgeführt mit dem ausdrücklichen Hinweis darauf, daß die Zeit hierfür noch nicht reif sei.

Hinzu kommt, daß Steiner, prosaisch ausgedrückt, "Fortschritte machte", dabei auch in Widerspruch zu sich selber kommt, ohne sich aber die Zeit zu nehmen, frühere Aussagen durchzusehen und als überholt zu kennzeichnen. So z.B. mit der späten Aussage, daß schon zum Ende der folgenden Kulturepoche die Weiber nicht mehr gebärfähig sein würden und die Menschen das Problem hätten, trotzdem auf der Erde zu leben.


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