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Im Namen-Register von Steiners "Rätsel der Philosophie" bleibt auch Frege unerwähnt

Kosmogonie @, Freitag, 08. Juli 2016, 23:28 (vor 863 Tagen) @ Rembert Amons

In Freges Text gibt es allerdings Stellen die Steiners Ideen sehr ähnlich sind.

Und das könnte der Grund sein, warum das Namen-Register in Steiners "Rätsel der Philosophie", das immerhin ca. 360 Namen enthält, Frege nicht aufführt. (Husserl steht auch nicht drin.)

Steiner wollte sich profilieren durch Abgrenzung. Das ist auch nicht unüblich für jemanden, der seinen eigenen Weg sucht. Die Konsequenz ist dann aber, daß eine vielleicht fruchtbare Zusammenarbeit nicht zustandekommt. Anscheinend ist Steiner allen prominenten Philosophen, die ihm geistig nahestanden, aus dem Wege gegangen. Außer, wenn und solange er sich von ihnen Hilfe für seine erhoffte Karriere versprach. Haeckel zum Beispiel. - Max Scheler hat er aufgesucht, aber der hatte keine hohe Meinung von Steiner.

Soll man dem Steiner das zum Vorwurf machen? Auch C.G.Jung ging nicht auf Steiner zu, und Klages ging weder auf den einen noch den anderen zu. Merkwürdig insofern, als alle Drei in der Schweiz lebten (Klages ab 1915), sich also auch räumlich ziemlich nahe waren.

An irgendeiner Stelle hat Steiner sich über die Kommunikations-Schwierigkeiten des Menschen der Bewußtseinsseele geäußert und dabei auch das Verhältnis zwischen Goethe und Schiller erwähnt. Er sagte, daß es Menschen heute passieren kann, daß sie jahrelang aneinander vorbeilaufen, obwohl sie karmisch einander tief verbunden sind, oder sogar sich überhaupt nicht begegnen. Das sei zur Zeit der Verstandesseele noch anders gewesen, weil die Menschen damals noch nicht so verschlossen gewesen seien.

In Afrika, wo ich mehre Jahre gelebt habe, ist mir angenehm aufgefallen, wie leicht man dort mit Menschen, oft schon auf der Straße, ins Gespräch kommt. So war es früher wohl auch bei uns gewesen.

Gruß
Thomas


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