Ahrimanisch-luziferisch inspirierte Lyrik?

Bernhard, Donnerstag, 09. Juni 2016, 18:55 (vor 892 Tagen) @ Kosmogonie

Hallo, Thomas!

Danke für Deine Antwort!

Dass Du mich nach wie vor in die untere Schublade der "Steinerianer" eiordnest, finde ich nicht gerade nett. Ich glaube, Dir meine Haltung zu Steiner als Geistesforscher bereits dargelegt zu haben. Es gibt sowohl manches, womit ich aus eigener gesicherter Überzeugung mit Steiner nicht übereinstimme, als auch solches, was ich durch eigenes jahrelanges Forschen und Meditieren entdeckt und gefunden habe, worauf ich weder in der anthroposophischen Literatur allgemein als auch auf diversen Fachgebieten bislang (noch) nicht gestoßen bin. Sofern ich mit Steiner konform gehe, hat dies mit meiner persönlichen Wertschätzung für den Geistesforscher nichts zu tun. Allein was ich ihm "abnehme" und glaube, obliegt meinem eigenen Einsehen und Verstehen. Schließlich können voneinander unabhängige Schüler über einem bestimmten Rechenexempel zu dem selben Ergebnis kommen, was nicht primär die Richtigkeit des Ergebnisses, jedoch mit Sicherheit auch nicht einen Konnex zwischen den Schülern bewiese. Viele Erfindungen und Entdeckungen jeglicher Art z.B. beruhen auf dem Prinzip, dass diejenigen, die unabhängig voneinander dieselbe Beobachtung machten und zu gleichen Schlüssen kamen, nicht etwa einander "kopiert", sondern aus der einen universalen geistigen Quelle, die überall im Kosmos erreichbar ist, geschöpft haben. -

Ich denke, wir stimmen mit Steiners Hinweis überein, wonach das Böse unschädlich gemacht werden kann, sofern man es als solches erkennt, durchschaut und versteht. Selbstverständlich muss man dies auch wirklich wollen, denn anderenfalls hat das Böse freies Spiel. Wie hilfreich das erste und wie unabdingbar notwendig hierzu das zweite ist, hat uns Christus während seiner inneren Vorbereitungsphase in der Wüste und später bei seinen Dämonen-Bannungen klar vor Augen geführt. -

Insofern sehe ich zumindest mich selber hinsichtlich der ahrimanischen Einflussnahme durch den Vampyr nicht gefährdet; ob mein Gedicht etwa sogenannte "Satanisten", "Goths" u.ä. inspirieren sowie Nicht-Wissende für das Ahrimanisch-Vampyrische sensitivieren oder gar euphorisieren könnte - darüber habe ich mir bislang keine ernsthaften Gedanken gemacht. Theoretisch ist es vielleicht denkbar. Aber andererseits wäre auch eine positive Wirkung möglich, daraufhin bezogen, dass die dem Gedicht zugrundeliegende Geisteshaltung des Schreibers erspürt werden mag. Denn letztendlich - das ist aus den Zeilen zu schließen - obsiegt die morgendlich aufsteigende Sonne über die zurückweichende Nacht, welche den Menschenfeind nun nicht mehr zu retten vermag. -

Wer den Vampyr nicht kennt, wird dem Gedicht seinen wohligen oder unheimlichen Schauer abgewinnen; wer ihn aber überwunden hat, der genießt - trotz verstehenden Mitgefühls - die Genugtuung der Notwendigkeit seiner Todes. - Und mithin wäre die Mission des Gedichtes erfüllt...


Schönen Gruß!

Bernhard


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