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<title>Kosmogonie-Forum</title>
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<description>yet another little forum</description>
<language>de</language>
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<title>Fehlende Eignung und Kriegslüsternheit grüner Politiker: Vermutungen zum karmischen Hintergrund.</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Machen wir ein Gedanken-Experiment</strong> und stellen uns Menschen vor, die als begeisterte, siegessichere deutsche Soldaten in den Zweiten Weltkrieg gezogen sind und einen vorzeitigen Tod gefunden haben. Stellen wir uns weiterhin vor, wie sie, zunächst noch erdgebunden, eine Zeitlang weitergekämpft haben, bis sie schließlich merkten, daß sie gestorben waren. Wie sie dann den verhängnisvollen Entschluß faßten, so schnell wie möglich wiederverkörpert zu werden, um das Versäumte - den Endsieg - nachzuholen.</p>
<p>Hier liegt vielleicht bereits die Wurzel des Folgeproblems: Wie ich Mitteilungen aus der Geistwelt, veröffentlicht in einem der &quot;Flensburger Hefte&quot;, entnehme, verlieren die Verstorbenen sehr rasch ihr Zeitgefühl. Wenn sie nun vom Willen getrieben sind, Versäumtes auf der Erde nachzuholen, vergessen sie dabei, daß sie ja etwa zwanzig Jahre benötigen, um erwachsen und voll handlungsfähig zu werden. </p>
<p>Nehmen wir nun also an, sie hätten diesen Entschluß gefaßt. Als sie dann erwachsen wurden, war der Krieg längst verloren. Wir dürfen annehmen, daß diese Einsicht, die unbewußt vielleicht viel früher, vielleicht schon kurz nach der Geburt, in ihnen aufgekommen war, <strong>zu einer ungeheuren Enttäuschung geführt hat, sowie dem Gefühl des Betrogenseins.</strong> Wir wissen, wie sich die Enttäuschung infolge der Niederlage bei Adolf Hitler ausgewirkt hat. Er meinte, das deutsche Volk sei es nicht wert, fortzuleben. <strong>Aus Enttäuschung wurde Haß.</strong></p>
<p>Was nun die vorzeitig Wiederverkörperten betrifft, so kommt ein Zweites hinzu. Sie hatten ihrer Eile wegen nämlich versäumt, den vollständigen Entwicklungsweg hin zur Weltenmitternacht und zurück regulär zu durchlaufen. Somit hat eine Verarbeitung des irdisch Erlebten nur unvollständig stattfinden können. Bedeutender noch ist vielleicht, daß der vorgeburtlich Aufbau einer (auch sexuell) gesunden Persönlichkeit im Schnelldurchgang absolviert werden mußte. Auch für die Wahl von passenden Eltern blieb kaum Zeit. <strong>Das Gefühl, betrogen worden zu sein, ist also doppelt begründet.</strong></p>
<p>Wenn diese Menschen nun Politik machen, wie könnte sie aussehen? Sie wäre gekennzeichnet durch </p>
<ul>
<li>Realitätsferne und -Verleugnung, ja Gleichgültigkeit gegen die Volksbelange einerseits, und <br />
</li><li>Haß auf &quot;die Nazis&quot; anderseits. Sie selber hatten ja einst auf Hitler vertraut - doch der hat sie enttäuscht.</li></ul><p>Bekanntlich verstehen die Grünen alle Kritiker ihrer Narrative als &quot;Nazis&quot;, &quot;Rechtsextremisten&quot;, &quot;Rassisten&quot; oder ganz allgemein als &quot;Leugner&quot;. Andere Gefahren erkennen sie nicht. Faschismus erscheint heute unter dem Etiktt des Antifaschismus.</p>
<p><strong>Drittens erklärt sich somit vielleicht auch die Kriegsbegeisterung gegen Rußland,</strong> denn es war der gescheiterte Rußland-Feldzug, welcher die Wende im Weltkrieg herbeigeführt hat, und in welchem viele deutsche Soldaten ihr Leben gelassen haben. Der jetzige Krieg auf ukrainischem Boden aber, der ist noch nicht entschieden: Noch könnte der ehemalige Gegner  geschlagen werden! (Freilich ist zu erwarten, daß sich dies wiederum als eine Wunschvorstellung entpuppt.)</p>
<p>Wohlgemerkt, es handelt sich um ein Gedanken-Experiment!</p>
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<pubDate>Mon, 16 Jan 2023 14:03:30 +0000</pubDate>
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<title>&quot;Klimakleber&quot;: Angst vor der Ätherisation der Erde</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Was der Sauerstoff für die Tier- und Menschenwelt ist, das ist das Kohlendioxyd für die Pflanzenwelt. Die (geringfügig) zunehmende CO2-Konzentration in der Luft geht einher mit der gegenwärtig zunehmenden Vergrößerung der Wälder.</p>
<p>Nun aber sind Pflanzen die Organismen, welchen außer ihren Ätherleibern - Lebensleibern - keine höheren Wesensglieder zueigen sind. Sie müssen also ihre Kräfte nicht für Aufbau und Erhalt der Seelen- und Ichträger verausgaben. So besehen sind sie &quot;reines Leben&quot;.</p>
<p>Wenn es nun heißt, der Christus habe eine Ätherisation oder Verlebendigung der Erde bewirkt (&quot;Ich bin die Auferstehung und das Leben&quot;), so erscheint es folgerichtig, daß die Pflanzenwelt im Zunehmen ist, mit ihr aber auch das Kohlendioxyd, welcher Grundlage ihres Wachstums ist.</p>
<p>Merkwürdigerweise sieht die globale politische Elite in der zunehmenden CO2-Konzentration eine äußerst bedrohliche Entwicklung, zu deren Bekämpfung sie &quot;notfalls&quot; auch die Einschränkung von menschlichen Grundrechten für gerechtfertigt hält. Sie befürchtet eine Erde, auf welcher Menschen nicht mehr wie bisher - oder auch gar nicht mehr - werden leben können.</p>
<p>Da sollten wir uns fragen, welche Menschen das sind, die auf einer verlebendigten, also auch  erwärmten und &quot;erwässerten&quot; (d.h. teilweise überschwemmten) Erde nicht mehr werden leben können.</p>
<p><strong>Es sind die Menschen, die unverändert leibgebunden, im nachtodlichen Leben vermutlich auch erdgebunden bleiben wollen</strong> - oder es müssen, weil die Anlage zu einem &quot;Leichterwerden&quot; in ihnen nicht oder nicht ausreichend angelegt ist. Sie haben keine Möglichkeit der Auferstehung, oder sie erkennen sie jedenfalls nicht.</p>
<p>So wie der Efeu am Mauerwerk sich &quot;festklebt&quot;, so kleben sie sich an festen Materialien fest. Später wird es sich um die Schlacke handeln, welche das Ausscheidungsprodukt ist einer durchchristeten, sich ätherisierenden Erde. Die Angst der &quot;Klimakleber&quot; wurzelt in der Überzeugung, daß es außerhalb der Verschlackung der Erde keine neue, verlebendigte Erde geben wird, oder daß Menschen in ihr, falls sie kommen sollte, nicht würden existieren können.</p>
<p>Es wäre aber zu einfach gesagt, daß die Erde - als ganze - sich verlebendigen wird. Richtig ist, daß eine Differenzierung stattfindet, von welcher die eine Richtung für die &quot;Klimakleber&quot; nicht infrage kommt, die andere Richtung jedoch, die Verschlackung, auch nicht anziehend auf sie wirkt. <strong>Das ist der Hintergrund ihrer Parole von der &quot;One W*rld&quot;, der Einen Welt.</strong> Die &quot;Eine Welt&quot;, das ist die undifferenziert bleibende, oder sogar sich ent-differenzierende Welt, in der alle Menschen immer gleicher, also auch immer berechen- und steuerbarer werden, und Vielfalt ein anderer Ausdruck ist für sexuelle Multiperversität.</p>
<p>Wenn wir genau sein wollen, so müssen wir also sagen: Sie fürchten nicht eigentlich die Ätherisation, also die Verlebendigung der Erde, sondern vielmehr ihre Differenzierung, von welcher beide Ergebnisse für sie nicht bzw. nicht wirklich annehmbar sind. Sie möchten, daß die Erde so undifferenziert bleibt, wie sie gegenwärtig, wenn auch abnehmend, noch ist; und sie glauben, daß die Differenzierung sich mit äußerstem Elan, notfalls mit unbegrenzter Gewalt gegen Menschen, noch aufhalten, vielleicht sogar ein früherer Zustand wieder herstellen läßt.</p>
<p>---------------</p>
<p>Bleibt noch zu klären der <strong>Wortgebrauch von &quot;Verlebendigung&quot; und &quot;Vergeistigung&quot;</strong>. Christus steht für beides, und zwar in der Weise, daß es im Grunde Dasselbe bedeutet. Es gibt ein Leben vor Christus, das wir mit &quot;<em>bios</em>&quot;, und ein Leben nach Christus, das wir mit &quot;<em>zoe</em>&quot; bezeichnen können. Ich habe hiermit die sehr erhellende Unterscheidung übernommen, die C.S.Lewis in seinem Buch &quot;Pardon, ich bin Christ&quot; (engl. &quot;Mere Christianity&quot;, 1942, 1943, 1944) vorgenommen hat. Der Christ wird somit &quot;aus Wasser und aus Geist&quot; wiedergeboren, aber es ist ein neues Wasser und ein neuer Geist. Das alte Wasser kennen wir aus tödlichen Überschwemmungen, aber es ist tödlich für das alte Leben, welches unvergeistigt und somit der Feste verhaftet geblieben ist.</p>
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<pubDate>Mon, 28 Nov 2022 10:54:02 +0000</pubDate>
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<title>Fragen zu &quot;In der Spur des Ich-Bin&quot; von Uwe Todt</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Der Untertitel des von mir zu thematisierenden Buches lautet: &quot;Aufzeichnungen, Reflexionen, Erlebnisse, Rückblicke 2011 bis 2018&quot;. Die Einführung schließt mit dem Satz:<br />
<div class="l">So kann der Leser an der inneren Entwicklung eines anderen Menschen teilnehmen und - gemäß Rudolf Steiner - an dieser Teilnahme zu sich selbst erwachen.</div></p>
<p>Für mich als einem spirituell Strebenden ist das hoch interessant. Und da der Autor sich bereiterklärt hat, über einzelne Themen daraus mit mir in diesem Forum zu diskutieren, nehme ich ihn jetzt beim Wort.</p>
<p><strong>Die vordringlichste Frage,</strong> die sich mir schon bald nach der Lektüre der Martinus-Bücher und dann immer mehr während unserer diesbezüglichen Auseinandersetzung gestellt hat, läßt sich so formulieren: Was nützt einem Menschen das Erwachen seines höheren Ich - oder das Erwachen im kosmischen Bewußtsein -,  wenn dieser Mensch in der Folge kein größeres Wissen mitzuteilen hat als vorher? </p>
<p>Ich meine mit Wissen jetzt ein spirituelles Wissen oder ein solches, zu welches man auf gewöhnlichem Wege nicht kommen kann. Das kosmologische System von Martinus beruht in diesem Verständnis nicht auf spirituelles Wissen, denn es handelt sich um ein Gedankenbäude, das sich, die nötige philosophische Begabung vorausgesetzt, im Prinzip jeder Mensch ausdenken kann.</p>
<p>Ich will das, was ich mit spirituellem Wissen bezeichne, einmal positiv und an Beispielen charakterisieren.</p>
<ul>
<li>Erkenntnisse über die <strong>ätherischen Bildekräfte</strong> z.B. in Pflanzen. Diese Bildekräfte erscheinen in Gesten und lassen sich zeichnen. Die Wahrnehmung von Elementarwesen kann hinzukommen, steht aber nicht unbedingt am Anfang. Ein Buch über die Bildekräfteforschung mit Darstellung von Methoden und Ergebnissen erschien z.B. von <em>Dorian Schmidt</em> unter dem Titel &quot;Lebenskräfte - Bildekräfte. Methodische Grundlagen zur Erforschung des Lebendigen&quot; (2010).<br />
</li><li><strong>Geomantie</strong> oder Erkenntnisse über die lebendige Struktur der Erde; ihre Chakren, ihre kosmische Einstrahlungs- und Ausstrahlungsorte u.dgl.m. Ein bekannter Vertreter dieser Forschungsrichtung ist <em>Marco Poga¢nik</em>. Nach Meinung des letzteren bilden die Elementarwesen das Gehirn der Erde. (Nach Martinus wären es die Menschen.)<br />
</li><li>Erkenntnisse über <strong>Elementarwesen als solche</strong>. Es gibt sie nicht nur im engeren Sinne als Erde-, Wasser-, Luft- und Feuerwesen, sondern zum Beispiel als Hausgeister, Maschinengeister, Körperelementarwesen, menschgestaltige Wanderwesen, Gebietswesen; letztere in manchmal riesenhafter Gestalt. Derartige Erkenntnisse sind sehr umfassend dargestellt worden in den Flensburger Heften, Reihe Naturgeister, aber auch z.B. von <em>Karsten Massei</em> in seinem Buch &quot;Schule der Elementarwesen&quot;.<br />
</li><li>Erkenntnisse über Wesen, die dem Menschen evolutiv vorausgegangen sind und somit in höheren Welten als der physischen Welt aufzufinden sind, angefangen mit den <strong>Engeln</strong> (Angeloi). Die reichste Fundgrube hierzu ist wohl das Werk von <em>Steiner</em>. Relativ systematische Darstellungen finden sich in &quot;Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen&quot; (GA 136) und &quot;Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt&quot; (GA 110).<br />
</li><li>Erkenntnisse über Gesetzmäßigkeiten der menschlichen <strong>Reinkarnation</strong> sowie die Beschreibung von Reinkarnations-Ketten sei es der eigenen Person (neuerdings siehe <em>Otto Jachmann</em>: &quot;Wer träumt von Alkibiades&quot; [2007²]), sei es anderer, prominenter Persönlichkeiten (siehe <em>Steiner</em>, aber auch z.B. <em>Otto Jachmann</em>).<br />
</li><li>Erkenntnisse zur <strong>Kosmologie</strong> und zur Entstehung der Erde. Ich meine mit Erkenntnissen auch hier wirkliche Forschungsergebnisse, keine erdachten Systeme, in denen Vorgänge nach einem Schema ablaufen. Außer bei Steiner finden sich hierzu (nicht eigene, sondern mitgeteilte) Erkenntnisse in der &quot;Atlantis&quot;-Reihe von <em>Andreas Delor</em>.</li></ul><p>Die Gewinnung von höheren Erkenntnissen ist, wie auch auf physischer Ebene, zunächst auf zweierlei Wegen möglich: Man kann ein Gebiet durch reine Beobachtung erkunden; man kann aber auch die dort anzutreffenden &quot;Experten&quot; befragen über Gebietsteile, die sich nicht direkt beobachten lassen. Letzteres geschieht durch Inspiration (im Steinerschen Sinne). Und drittens kann man Erkenntnisse gewinnen durch Rückblick in frühere eigene Inkarnationen, wo man in natürlichem Austausch mit geistigen Welten und Wesen gestanden hat.</p>
<p>Die oben beispielhaft aufgelisteten Erkenntnisse haben alle einen auch praktischen Wert, und zwar nicht (nur) für einen selbst. So ermöglicht die Bildekräfteforschung eine Qualitätsfeststellung von Nahrungsmitteln. Die Elementarwesenforschung kommt den Elementarwesen zugute, ohne welche die lebendige Erde und wir Menschen nicht leben können, und ohne deren Wohlergehen wir alle Schaden nehmen müssen. Gleiches gilt für die Geomantie: Geomanten verstehen sich fast immer auch als Erd-Heiler.</p>
<p>Dagegen die persönliche Erleuchtung, das eigene Aufwachen im kosmischen Bewußtsein: Wem wird damit gedient außer einem selbst? Ein Beitrag zur Forschung ist das offenbar nicht.</p>
<p>Wie ich Ihren Aufzeichnungen entnehme, Herr Todt, leugnen Sie sowohl die reale Existenz der elementarischen und hierarchischen Wesen als auch die Existenz der Akasha-Chronik. Auf Einzelheiten will ich später anhand ihrer jeweiligen Aufzeichnungen in einzelnen Beiträgen eingehen.</p>
<p>Hier aber ging es um die grundsätzliche Frage: Wem anders als einem selbst kommt die Erleuchtung zugute? Was haben uns die Erleuchteten an echten Forschungsergebnissen - nicht an gedanklichen Konstruktionen - mitzuteilen?</p>
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<pubDate>Sat, 11 Jul 2020 13:36:04 +0000</pubDate>
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<title>Wesenlose Weltbilder (2): &quot;Durchsagen aus der kausalen Welt&quot;, vermittelt   von Hasselmann und Schmolke</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Die beiden Autoren Varda Hasselmann und Frank Schmolke haben in den Jahren 1993 bis 2016 eine Reihe von Büchern veröffentlicht, in denen sie eine - von ihnen so genannte - &quot;Quelle&quot; zu Wort kommen lassen. Bei dieser &quot;Quelle&quot; handelt sich ein um eine Kollektivwesenheit, bestehend aus 1164 ehemals menschlichen Seelen, die jetzt &quot;in der kausalen Welt&quot; (also oberhalb der astralen Welt) sich befinden und sich erklärtermaßen zur Aufgabe gesetzt haben, irdisch verkörperten Menschen ihre Botschaften zukommen zu lassen. Dafür haben sie in den genannten Autoren geeignete Organe gefunden. Varda Hasselmann versteht sich als Medium, welche sich während der Durchsagen in Trance befindet; Frank Schmolke assistiert bei Wachbewußtsein. Diese Vorgehensweise wird aber nachfolgend nicht mein Thema sein, denn ich glaube nicht, daß sich anhand der Methode bereits hinreichende Schlüsse auf die Qualität der Aussagen machen lassen.</p>
<p>Ist diese &quot;Quelle&quot; wesenhaft? Sie spricht von sich in der Wir-Form, betont aber, nicht mehr in menschlicher Art fragmentiert zu sein (Welten der Seele, 16. Auflage, S. 210). Weiterhin gibt sie an, aus Energie und jenseits von Raum und Zeit zu bestehen. </p>
<p>Das große Thema dieser Botschaften sind die sogenannten (menschlichen) &quot;Seelenfamilien&quot; und ihre Zusammenschlüsse in höheren Welten. Hinsichtlich unserer irdischen Verkörperungen gilt, daß wir alle eine annähernd gleiche Zahl von Inkarnationen durchlaufen. Diese &quot;Inkarnationsreise&quot; ist gegliedert in Seelen-Alter, deren gröbste Unterteilung eine fünffache (genaugenommen eine siebenfache) ist:</p>
<ul>
<li>Säuglings-Seelen<br />
</li><li>Kind-Seelen<br />
</li><li>Junge Seelen<br />
</li><li>Reife Seelen<br />
</li><li>Alte Seelen</li></ul><p>
(Ausnahmsweise gibt es auch noch eine sechste Stufe - die transpersonale Seele -, und eine siebte Stufe - die transliminale Seele. Daher heißt die betreffende Abschnitt-Überschrift: &quot;Die sieben Stufen der Entfaltung&quot;.) </p>
<p>Die fünf oben aufgeführten Stufen werden wiederum unterteilt in jeweils sieben Unterstufen (in Kurzfassung z.B.: &quot;Reif 7&quot;); und jede dieser 5·7=35 Stufen wird durchlaufen in jeweils zwei bis vier, meistens in drei Inkarnationen. In ihrem Letztwerk mit dem Titel &quot;Junge Seelen - alte Seelen&quot; (2016) haben die Autoren die einzelnen Stufen detailliert beschrieben. Das Buch soll eine Hilfestellung geben, sein eigenes Seelenalter herauszufinden. Wer diesbezüglich sicher gehen will, kann es sich aber (kostenpflichtig) auch direkt mitteilen lassen oder es durch Teilnahme an Seminaren erfahren.</p>
<p>Ebenso gründlich wird aber auch die - von der Reifestufe ganz unabhängige, vielmehr gleichbleibende - &quot;Seelenmatrix&quot; behandelt, und zwar besonders ausführlich in dem Buch &quot;Archetypen der Seele. Eine Anleitung zur Erkundung der Seelenmatrix&quot;. Darin werden beschrieben</p>
<ul>
<li>Die sieben Seelenrollen (Heiler, Künstler, Krieger, Gelehrter, Weiser, Priester, König)<br />
</li><li>Die sieben Urängste (Selbstverleugnung, Selbstsabotage, Märtyrertum, Starrsinn, Gier, Hochmut, Ungeduld)<br />
</li><li>Die sieben Entwicklungsziele (Verzögern, Ablehnen, Unterordnen, Stillstehen, Akzeptieren, Beschleunigen, Herrschen)<br />
</li><li>Die sieben Modi (Zurückhaltung, Vorsicht, Ausdauer, Beobachtung, Macht, Leidenschaftlichkeit, Aggressivität)<br />
</li><li>Die sieben Mentalitäten (Stoiker, Skeptiker, Zyniker, Pragmatiker, Idealist, Spiritualist, Realist)<br />
</li><li>Die sieben Zentren und ihre Reaktionsmuster (Emotionales, intellektuelles, sexuelles, instinktives, spirituelles, ekstatisches, motorisches Zentrum)<br />
</li><li>Die Seelenalter (wie oben bereits aufgeführt)</li></ul><p>
Damit ist uns eine umfassende menschliche Typologie vorgegeben. Das Buch zur Seelenmatrix enthält auch eine mehre Seiten lange Liste von bekannten Persönlichkeiten, die entsprechend eingeordnet werden. So wird etwa <em><strong>Rudolf Steiner</strong></em> definiert wie folgt:</p>
<p>Seelenrolle: Priester<br />
Grundangst: Ungeduld/Hochmut<br />
Entwicklungsziel: Beschleunigen<br />
Modus: Ausdauer<br />
Mentalität: Spiritualist<br />
Reaktionsmuster: intellektuell/motorisch<br />
Seelenalter: Alt 3</p>
<p>Demnach gehört Steiner also zwar der letzten Altersgruppe an, aber keineswegs der letzten Stufe. Albert Schweizer ist ihm, der Tabelle zufolge, eine Stufe voraus; der Dalai Lama um zwei Stufen; Nelson Mandela sogar um drei Stufen (Alt 6); und der reifste von allen ist mit Alt 7 Rajneesh  Bhagwan/Osho, der mit seinem Tod seine Inkarnationsreise abgeschlossen hat. Wohlgemerkt, das sind die Angaben der &quot;Quelle&quot;.</p>
<p>------------------</p>
<p>Was will ich nun damit sagen, wenn ich diesen Beitrag überschreibe mit dem Sammeltitel &quot;Wesenlose Weltbilder&quot;? - Ähnlich wie bei Martinus finden wir in diesem System keine Wesen, die nicht zugleich Menschen sind oder waren, oder es hätten sein sollen. In beiden Systemen ist auch Jesus Christus nur ein Mensch, ein sehr erleuchteter zwar, aber ohne göttliche Attribute. - Elementarwesen werden im Gesamtwerk von Hasselmann und Schmolke zwar erwähnt, aber nur als Seelen, die ihren Weg zur Verkörperung nicht konsequent gegangen sind, aus Feigheit oder Unlust sozusagen. Eine notwendige Funktion haben sie, wenn ich richtig gelesen habe, nicht.</p>
<p>Ähnlich wie bei Martinus verläuft die Evolution der Seelen im Wesentlichen nach einem feststehenden Schema. Irgendwelche Bemühungen, die eigene Evolution zu beschleunigen oder zu lenken, sind demnach zwecklos. Auch endgültig falsche Entscheidungen kann der Mensch aus diesem Grunde nicht treffen.</p>
<p>Weiterhin fällt mir auf, daß sowohl Martinus als auch o.g. Autoren sich, anders als der Begründer der Anthroposophie, sich irgendwie der östlichen Spiritualität verbunden fühlen. Martinus sah sich mit Krishnamurti geistig verwandt; die &quot;Quelle&quot; erkennt in dem Inder Rayneesh/Osho einen der höchstentwickelten Menschen. </p>
<p>Aus anthroposophischer Sicht trägt die östliche Spiritualität tendenziell luziferische Züge. Wer ihr folgt, der &quot;hebt ab&quot;, gewinnt aber nicht unbedingt tiefere Erkenntnisse, oder diese verdichten sich zu einem eher willkürlich und schematisch wirkenden System. Dies ist die Gefahr, die an Jesus herantrat mit dem Versprechen des Versuchers (Luzifer), die ganze Welt in einem Augenblick zu gewinnen. Tomberg beschreibt dies am Beispiel von Nietzsche und seiner Lehre der Ewigen Wiederkunft. Ich verweise auf seine Darstellung in den &quot;Anthroposophischen Betrachtungen über das Neue Testament und die Apokalypse&quot;.</p>
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<pubDate>Sat, 13 Jun 2020 22:23:04 +0000</pubDate>
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</item>
<item>
<title>Wesenlose Weltbilder (1): Der dänische Kosmosoph Martinus (1890-1981) in der Darstellung von Uwe Todt</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><div class="l">Hinweis: Da auf diesen Beitrag noch keine Antwort erfolgt ist, habe ich dem ursprünglichen Titel eine Art Übertitel vorangestellt: <span class="r">Wesenlose Weltbilder</span>. Übertitel, weil ich noch mindestens einen weiteren Beitrag plane, der sich mit spirituellen Weltbildern befaßt, in denen nichtmenschliche Wesen keine oder so gut wie keine Rolle spielen. Im nächsten Beitrag unter diesem Übertitel werde ich meine allgemeine Einschätzung solcher Weltbilder darlegen.</div></p>
<p>Uwe Todt, ein anthroposophisch gebildeter Autor, hat in den letzten Jahren mehre Bücher über die Person und das Werk von Martinus (bürgerlich: Martinus Thomsen) veröffentlicht. Dieser war mir bis dahin unbekannt. Auch besagter Autor gibt an, daß er auf Martinus erst sehr spät gestoßen ist. Dabei könnte es gut sein, daß es sich bei Martnus um den von Steiner vorhergesagten <strong>Boddhisattva</strong> gehandelt hat. Jedenfalls treffen die von Steiner genannten Kriterien auf Martinus vollständig zu (wie übrigens auch auf Valentin Tomberg).</p>
<p>Selbstverständlich fragt man sich als anthroposophisch gebildeter/vorbelasteter Leser in einem solchen Fall, inwiefern das Weltbild des fraglichen Autors, hier Martinus, mit dem von Steiner übereinstimmt. Auch Uwe Todt geht dieser Frage nach, und dies sogar sehr ausführlich; ja er hat ihr ein eigenes Buch gewidmet: &quot;Anthroposophie und Martinus' Geisteswissenschaft. Aspekte eines zukünftigen Christentums&quot; (2016).</p>
<p>Für Todt ist die Sache weitgehend klar: Offensichtliche Nichtübereinstimmungen, ja Widersprüche, lassen sich durch logische Überlegungen meistens auflösen oder verlieren an Bedeutung, und ansonsten waren dem Steiner manche Dinge eben einfach &quot;noch nicht bekannt&quot;. Anders gesagt: Steiners kosmologisches Wissen oder kosmisches Bewußtsein hinkte - Todt zufolge - dem von Martinus etwas hinterher, was ja wegen des zeitlichen Abstandes plausibel erscheint. Ersatzweise habe Steiner dann auf Traditionen zurückgegriffen, wie etwa auf die Hierarchienlehre des Dionysios Areopagita.</p>
<p>Aber gerade an letzterem Punkt ist mir die vermeintliche Vereinbarkeit der Systeme erstmals fragwürdig geworden. <strong>Hierarchische Wesen, also Engel in weiterem Sinne, spielen bei Martinus nämlich keine Rolle;</strong> auch in den Sachregistern der Bücher von Todt kommen sie nicht vor. Dasselbe gilt auch für Elementarwesen, welche, zeitlich parallel mit dem ätherischen Erscheinen des Christus, heute so viele Forscher beschäftigen. Stattdessen ist bei Martinus ständig die Rede von den <strong>sechs Grundenergien</strong>, welche die kosmische Evolution in Gang halten. </p>
<p>Martinus hat sein Weltbild mit sehr vielen - ästhetisch m.E. sehr ansprechenden - Grafiken illustriert. Aber sie alle bzw. die durch sie bezeichneten Sachverhalte machen auf mich den Eindruck des Mechanischen und Automatenhaften. <strong>Ich komme nicht umhin, angesichts dieser Grafiken immerzu an gläserne Modelle von sechszylindrigen Hubkolbenmotoren zu denken, an deren Kurbelwellen man drehen kann, um die Stellungen der Kolben zu verfolgen, welche in Martinus' Weltbild die Stufen der kosmischen Evolution darstellen.</strong> </p>
<p>Für eine gewisse Grafik wäre das ein sechszylindriger Sternmotor; für andere Grafiken kommt ein sechszylindriger Reihenmotor in Frage. (Letzterer Vergleich ist allerdings mit dem Mangel behaftet, daß in einem wirklichen Reihenmotor immer zwei Kolben im oberen Totpunkt stehen und zwei im unteren; wohingegen im Martinus-Modell in jeder Evolutionsphase eine einzige Grundenergie kulminiert, eine andere &quot;ganz unten&quot; steht und vier andere gerade auf- bzw. absteigen.)</p>
<p>Uwe Todt macht nun den Versuch, die sechs Grundenergien, die bei Martinus eine so große Rolle spielen, mit der Hierarchienlehre in Einklang zu bringen, und er scheint sich seines Ergebnisses sicher zu sein. Doch gerade hier kann ich ihm keineswegs folgen. Es scheint mir, daß er die Steinersche Kosmologie einfach nicht gründlich genug kennt. </p>
<p>Todt zufolge sind nur sechs der neun Hierarchie-Ebenen mit der kosmischen Evolution beschäftigt, und zwar die sechs obersten, nämlich: Seraphim, Cherubim, Throne, Kyriotetes, Dynamis und Exusiai (Elohim); die drei unteren fallen aus. Das paßt aber nicht zu Steiners Darlegungen, denn bei ihm sind immer alle Ebenen eingebunden, mit Ausnahme der beiden obersten, also der Seraphim und Cherubim, die sich nur hilfsweise einschalten. </p>
<p>Die Gleichsetzung oder Parallisierung, die Uwe Todt inbezug auf die Grundenergien vornimmt, erscheint insofern grob willkürlich, genauer besehen sogar eindeutig unmöglich. Allerdings ist die Steinersche Kosmologie auch sehr kompliziert und schwer zu durchdringen, was einem vielleicht erst klar wird, wenn man außer dem diesbezüglichen großen Abschnitt in der &quot;Geheimwissenschaft&quot;, auf die Todt sich stützt, noch die zahlreichen anderen Erläuterungen aus Steiners Gesamtwerk zu Rate zieht. Ich habe das versucht; das Ergebnis sehen Sie auf der Hauptseite &quot;kosmogonie.info&quot;, wovon dieses Forum eine Unterseite bildet.</p>
<p>Hieraus möchte ich jetzt nur wiedergeben, daß die Steinersche Kosmologie nicht nur die sieben Stufen Saturn-Sonne-Mond-Erde-Jupiter-Venus-Vulkan behandelt, auch nicht lediglich noch die sieben Hauptstufen mit u.A. der Lemuris, der Atlantis und Nach-Atlantis, sondern 7 hoch 5 = 16.807 Schritte unterscheidet (siehe dort). Es kommt aber noch eine Eigentümlichkeit hinzu, die ich dort nicht wiedergeben habe und die sich so darstellen läßt:</p>
<p><img src="images/uploaded/Kosmogonie-Bogen-1.png" alt="[image]" /></p>
<p>oder so:</p>
<p><img src="images/uploaded/Kosmogonie-Bogen-2.png" alt="[image]" /></p>
<p>Darin ist die Verschachtelung der jeweils drei ersten 7er-Perioden, als der Bewußtseins-, Lebens- und Formstufen dargestellt. (In die kleinsten Kreise oder Kugeln muß man sich dann noch die sieben Hauptstufen und die sieben Kulturepochen hineindenken.)</p>
<p>Ich will mit obiger Darstellung auf eine Besonderheit hinweisen: <strong>daß nämlich jede Siebener-Folge nicht nur als Kreis, sondern auch als Linie dargestellt werden kann, die aber dann zwingend eine &quot;Senkung&quot; aufweist, wobei die tiefst gelegene Stufe eine Art Spiegelachse darstellt.</strong> </p>
<p>So besehen, gibt es eigentlich nur vier Stufen, einmal nach unten, und einmal nach oben. Die letzte Stufe der absteigenden Reihe ist ident mit der ersten Stufe der aufsteigenden Reihe, woraus sich dann die Siebenzahl ergibt. </p>
<p>Es entsprechen sich also die Stufen </p>
<ul>
<li>1 und 7 <br />
</li><li>2 und 6 <br />
</li><li>3 und 5</li></ul><p> <br />
Das läßt sich so verstehen: Erst  taucht ein Impuls von oben her stufenweise ins Niedere, um es durchzugestalten. Nach einem festgelegten Tiefpunkt (Stufe 4) steigt das impulsierende Wesen die gleichen Stufen wieder auf, aber jetzt um das bereichert, was es auf seinem Weg gelernt hat. </p>
<p><strong><em>Beispiele:</em></strong> Wir leben in der fünften Kulturepoche und wiederholen oder spiegeln  dabei den Materialismus, der sich in der dritten Kulturepoche, im alten Ägypten, ingestalt der Mumifizierung vorbereitet hat. - Auf oberster Ebene spiegelt sich ebenso der Neue Jupiter am Alten Mond, die Neue Venus an der Alten Sonne, und der Vulkan am Alten Saturn.</p>
<p><strong>Dieses Spiegel-Element scheint in Martinus' Kosmologie zu fehlen.</strong> Dort gibt es immer nur 6er-Folgen (6 Daseins-Ebenen, 6 Daseins-Stufen, 6 Spiralen, 6 Grundenergien...), denen also das Element fehlt, welches als Spiegel- oder Umkehrstufe fungiert. Stattdessen evoluiert alles immer nur &quot;nach oben&quot;, niemals auch nur vorübergehend nach unten. Von der Stoff-Ebene (Atome) geht es demnach aufwärts zur Zell-Ebene, zur Organ-Ebene, zur Organismus-Ebene, zur planetarischen, zur Sonnen- und zur galaktischen Ebene, wenn auch - was aber nicht allzu klar wird - mit weiteren Einschachtelungen. </p>
<p>Ob die Evolution aus einer Vergangenheit noch tieferer Stufen (subatomar) herkommt, und ob sie in eine Zukunft noch höherer Stufen (supragalaktisch) hinausläuft, hat Martinus nicht geklärt; Uwe Todt unterstellt jedoch diesem Modell aufgrund gewisser Aussagen von Martinus eine innere Logik, wonach die Welt ein geschlossenes, also ein in sich zurücklaufendes System bildet.</p>
<p>Resümierend zu diesem Teilaspekt möchte ich festhalten, daß die Weltbilder von Martinus und Steiner, soweit ich das gegenwärtig sehe, nicht miteinander zu harmonisieren sind, ohne zumindest dem Steinerschen Weltbild Gewalt anzutun.</p>
<p>---------------</p>
<p>Weiterhin fällt bei der Lektüre auf, <strong>daß Christus dort keinesfalls als ein Aspekt der Gottheit vorkommt,</strong> sondern lediglich als ein Mensch, der früher als die meisten (!) anderen Menschen das &quot;kosmische Bewußtsein&quot; erlangt habe. Für eine Erlösungstat gibt es, Martinus zufolge, gar keinen Anlaß, da es auch keinen Fall gegeben habe, denn alles im Kosmos verläuft, Martinus zufolge, immer nach Plan. Nichts hätte &quot;schief gehen&quot; können, nicht die Versuchung in der Wüste, nicht die Höllenfahrt, nicht die Gewinnung eines Auferstehungsleibes. Die Bereitschaft Christi zur Kreuzigung hat demnach nur den Aussagewert der alles verzeihenden Liebe. Diese Fähigkeit sollen aber innerhalb der nächsten dreitausend Jahre nahezu alle Menschen automatisch erhalten. War Christus, so besehen, &quot;nötig&quot;?</p>
<p>--------------</p>
<p>Ich komme zur <strong>Frage der Erkenntnisfähigkeit von Martinus</strong>. Vor etwa zwei Jahren habe ich einigemale an einer örtlichen Martinus-Arbeitsgruppe teilgenommen und den Vergleich Martinus/Steiner zur Sprache gebracht. Wie nicht anders zu erwarten, wurde dem Martinus die höhere Erkenntnisfähigkeit zugesprochen. Das erscheint mir inzwischen immer zweifelhafter.</p>
<p>Woran ich nicht zweifle, ist, daß dem Martinus eine <strong>außerordentliche Fähigkeit zur Intuition</strong> (als Erkenntnisfähigkeit im Steinerschen Sinne) zueigen war. Dafür sprechen sein Erweckungserlebnis, aber auch seine hoch interessanten Ausführungen zum kosmischen Ich; und gerade darin (aber ebenso in seinen Erläuterungen zur Entwicklung der Sexualität in Gegenwart und naher Zukunft) sehe ich seine bemerkenswerteste Leistung.</p>
<p><strong>Was aber im Martinus-Werk gänzlich zu fehlen scheint, sind Erkenntnise, die aus Imagination und Inspiration hervorgehen.</strong> Im ersteren Fall hätten wir es, grob gesprochen, mit Anschauungen der Ätherwelt und mit Wahrnehmungen von Elementarwesen zu tun; im zweiten Falle handelte es sich um die Kommunikation mit Engelwesen. Doch weder über das Eine noch über das Andere ist bei Martinus irgendetwas zu erfahren. (Soweit ich mich an Uwe Todt orientiere. Todt selbst bemerkt irgendwo in seinem neuestem Buch - &quot;In der Spur des Ich-Bin&quot; -, daß ihm am ehesten die Intuition gegeben ist.)</p>
<p>Ist aber Intuition die &quot;höchste&quot; oder &quot;beste&quot; Erkenntnisweise? Aufgrund von Steiners frühen Beschreibungen könnte man das vermuten, weil der von ihm beschriebene Übungsweg mit der Imagination beginnt und erst zuletzt in die Intuition einmündet. Meines Erachtens stimmt das aber so nicht.</p>
<p>So könnte es zum Beispiel sein, daß jemand - analog zu Martinus' Christus-Erlebnis - dem höchsten Chef einer großen Fertigungsstätte begegnet und es zu einer sehr intimen geistigen Begegnung kommt, verbunden mit der absoluten Gewißheit gegenseitiger Übereinstimmung. Aber weiß der Betreffende daraufhin mehr von dem Unternehmen, als wenn er sich von einem Abteilungsleiter bestimmte Vorgänge detailliert hätte beschreiben lassen? Oder gar, wenn er die einfachen Arbeiter bei ihren Tätigkeiten beobachtet hätte? Ganz sicher nicht! Und selbst der Chef weiß meist eher wenig von den Details; manchmal sogar viel weniger als dem Unternehmen gut tut. Nur hat er den Vorteil, daß er sich das Wissen, wenn er es braucht und haben will, durch seine Autorität sofort beschaffen kann. Aber das ist fakultativ und nicht von Vornherein gegeben.</p>
<p>So scheint es mir auch im Falle von Martinus zu sein. Gewiß hatte er Intuitionen über  Zusammenhänge kosmischen Ausmaßes; aber das garantiert nicht selbstverständlich ein Detailwissen. Das hätte er abfragen müssen, und hat das wohl auch getan, wo es ihm nötig schien. Zudem liegt der Fall vor, daß Martinus über keine Hochschul-, ja nicht einmal über eine ordentliche Grundschulbildung verfügte. Insofern war schon seine Allgemeinbildung wenig geeignet, um ein Werk zu schaffen, daß von seinen gebildeteren Zeitgenossen hätte aufgenommen und weitergeführt werden können.</p>
<p>Soweit in Kürze. Ich werde versuchen, tiefer in das Martinus-Werk einzudringen.</p>
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<pubDate>Mon, 08 Jun 2020 12:34:04 +0000</pubDate>
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</item>
<item>
<title>Ein neuer Forschungs-Schwerpunkt: Natur- und Geistwesen im Gespräch mit uns</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Während der letzten Monate habe ich mich einer Buch-Reihe innerhalb der &quot;Flensburger Hefte&quot; gewidmet, den dort sogenannten <a href="http://www.flensburgerhefte.de/hefte-und-buecher/naturgeister-buecher.html" target="_blank">Naturgeister-Büchern</a>. Sie beinhalten, ihrem Anspruch nach,  Bekundungen aus der nichtmateriellen Welt, die im Wesentlichen auf die Vermittlung einer einzigen Person zurückgehen, nämlich der inspirativ begabten und geschulten Verena <em>Staël von Holstein</em>. Damit haben sie auch einen Ort, und der liegt in der Lüneburger Heide.</p>
<p>Inhaltlich handelt es sich um eine - aus meiner Sicht - bedeutende Erweiterung der Mitteilungen von Rudolf Steiner; eine erneuerte Anthroposophie gewissermaßen, welche die Lektüre Steiners nicht überflüssig macht, aber in besonderem Maße auf Fragen antwortet, die sich uns heute aufdrängen, und auf die wir in der GA keine Antworten finden. </p>
<p>Neu und anders ist auch die sprachliche Darstellung, welche - wiederum aus meiner Sicht und meinem Empfinden - die Lektüre sehr viel angenehmer macht als die Lektüre Steiners. Durchwegs handelt es sich nämlich um erweiterte Dialoge; das heißt, die Natur- und Geistwesen drängen sich nicht auf, sondern antworten nur auf Fragen, und diese Fragen werden oder wurden meist nicht von der vermittelnden Person (&quot;Verena&quot; - in den Büchern duzt man sich) selbst gestellt, sondern entweder von ihrem Ehemann (Friedrich Pfannenschmidt), oder vom Herausgeber der Hefte (Wolfgang Weirauch). Die Art, wie da gefragt und nötigenfalls auch nach- und gegen-gefragt wird, trägt offenbar wesentlich zur Qualität der Ergebnisse bei. Es gibt eben auch eine Kunst des richtigen Fragens, die zum guten Teil in einer gründlichen Vorbereitung besteht. Zugleich damit kommt eine Lebendigkeit auf, welchen ich bei Steiner durchwegs vermisse.</p>
<p><div class="l">Zu letzterem Aspekt noch eine Randbemerkung: Wolfgang Weirauch brachte in seinen Fragen mehrfach die Meinung zum Ausdruck, daß Steiner von jungen Menschen deswegen zu wenig gelesen werde, weil seine <em><strong>Sprache veraltet</strong></em> sei. Ich sehe das anders. Steiners Sprache ist nicht veraltet, sondern sie ist schlecht. Es gibt keinen bekannten Autor seiner Zeit, der sich sprachlich derart unvollkommen geäußert hätte wie Steiner. Dies hatte Max Dessoir seinerzeit richtig erkannt. Damit will ich das unvergleichliche Lebenswerk Steiners, die Fülle seiner Erkenntnisse und seine enorme Arbeitsleistung keineswegs infrage stellen, sondern nur einen Teilaspekt anschneiden. Noch seine &quot;Philosophie der Freiheit&quot; ist in einer halbwegs lebendigen Sprache verfaßt; mit dem Ende der Aussicht auf eine akademische Karriere geht ihm der Wille oder die Fähigkeit zur ansprechenden Darstellung immer mehr ab. Was er schreibt, ist trocken, bildlos-abstrakt und eintönig, zudem kaum gegliedert (also unrhythmisch); was er spricht, ist phrasenhaft, umständlich, verschachtelt, eine Verbindung aus Kanzlei- und Kuschelsprache, wie letztere sie - seiner Aussage nach - aus dem Kakao-Genuß in Familienfeiern aufkommt. Die Sprache des Philisters, bis zum Extrem gesteigert in den sogenannten Arbeiter-Vorträgen, und da den Tiefpunkt erreichend  in der Verunglimpfung von Immanuel Kant.</div></p>
<p>Der Themenbereich ist umfassender, als der Titel &quot;Naturgeister-Bücher&quot; vermuten läßt. Es gibt (bis jetzt) </p>
<ul>
<li>3 Bände über &quot;Gespräche mit Bäumen&quot; (d.h. mit den ihnen zugeordneten Wesen),<br />
</li><li>8 Bände über &quot;Gespräche mit Tieren&quot;, dazu noch eins über Gespräche mit Haustieren,<br />
</li><li>3 Bände über &quot;Gewürze und Kräuter&quot;,<br />
</li><li>2 Bände über Obst, und einen über Gemüsepflanzen,<br />
</li><li>7 Bände über Gefühls-Wesen,<br />
</li><li>einige Bände über aktuelle Themen (&quot;Ölpest&quot;, &quot;Die Warnung von Fukushima&quot;, &quot;Der Kultus der Christengemeinschaft&quot;, &quot;Kultus: Ursprung Gegenwart Zukunft&quot;),<br />
</li><li>5 Bände &quot;Mühlengespräche&quot; zu verschiedenen Themen,<br />
</li><li>sowie weitere, mehr unspezifisch gehaltene Bände aus der Anfangszeit dieser Gespräche.</li></ul><p>
Bei den Gesprächspartnern seitens der unsichtbaren Welt handelt es sich überwiegend nicht um die klassischen Elementarwesen, sondern z.B. um Baum- oder Tier-Hirten oder Art- und Gebietswesen; teils ahrimanische Maschinengeister; harmonische Elementarwesen; astralische (die Gefühle betreffend), aber auch um höhere hierarchische Wesen. </p>
<p>Was ich gerne noch bemerken möchte: Ungelesen, allein dem Titel folgend, läßt sich nicht immer abschätzen, was tatsächliche an Neuem geboten wird. Ich war immer wieder überrascht, auf scheinbar nur eingestreute Ausführungen zu stoßen, die weit über das angesagte Thema hinausgingen und sich als esoterische Höhenflüge in ganz unerwartete, für mich aber hoch interessante  Bereiche herausstellten. Das sind z.B. die Bereiche Reinkarnation, Kosmologie und Hierarchienlehre. Die befragten Wesen haben ja ihrerseits Anschluß an die höheren Welten und können gemäß ihrem Aufgabenbereich unter Umständen sehr weitgehende Einblicke in diese Welten vermitteln. </p>
<p>Eine Warnung des Herausgebers möchte ich noch zitieren, weil sie davor schützen kann, aus den nicht immer intelligenten Aussagen mancher der befragten Wesen an der Wahrheit der geistigen Welt an sich zu verzweifeln: </p>
<p><div class="g">Jede Äußerung dieser Natur- und Geistwesen ist keine per Autorität gesprochene Mitteilung, sondern dient allein einem besseren, farbigeren und vielseitigeren Verständnis unserer Welt [...]. Man sollte diese Äußerungen <span class="r">- genauso wenig wie die Rudolf Steiners -</span> nicht einfach nur glauben, sondern sie kritisch entgegennehmen und prüfen, inwieweit sie die Erkenntnis- und Wirkungsmöglichkeit des Menschen erweitern können. [Aus: &quot;Gefühle 4&quot;. - Hervorhebung durch mich.]</div></p>
<p>Gerade was etwa die Baum- oder auch Gewürzwesen  betrifft, so wird bei der Lektüre offensichtlich, daß sie untereinander nicht immer mögen, auf jeden Fall aber stets eine sehr hohe Meinung von sich selbst haben und dann gegen ihre vermeintlichen &quot;Konkurrenten&quot; austeilen. So z.B. der Kaffe gegen den Kakao. Das muß ihre jeweiligen Mitteilungen nicht komplett unwahr machen, eher wirkt es amüsant und den Dialog belebend. - Bedenklicher finde ich, was z. B. der &quot;Engel der Rinder&quot; (in: Haustiere, S. 48 f.) von sich gibt. Aus seiner Sicht handeln Veganer &quot;absolut unsinnig&quot;, immerhin aber konsequenter als Vegetarier, die zwar Milch und Käse wollen, aber nicht wissen, wohin mit den männlichen Rindern. Und dann das (S.63 f.):</p>
<p><div class="g"><strong>Engel der Rinder:</strong> [...] Wenn man schlechte Blutwerte hat, ist es sogar gesund, wenn man rohes Rindfleisch, also Tatar ißt.</div></p>
<p>Dies sagt er nicht etwa als Replik auf einen Hinweis auf die bekannten medizinischen Einwände gegen den Genuß gerade des roten Fleisches, also des Rindfleisches. Derartige Einwände kommen hier gar nicht zur Sprache. Man merkt, er tritt auf als ein Interessenvertreter seiner Art, die er erhalten sehen möchte.</p>
<p>Es spricht für den Herausgeber, daß er (an freilich ganz anderer Stelle, nämlich als Nachwort in &quot;Kultus - Ursprung, Gegenwart, Zukunft&quot;) einen Kritiker zu Wort kommen läßt, der auf sehr seriöse Art selber geistige Forschungen betreibt. Es handelt sich um <em>Dorian Schmidt</em>. Dieser gibt drei Beispiele aus seinem eigenen Erfahrungsbereich, wobei ich die Schlußfolgerungen der beiden letzten Beispiele ihrer Deutlichkeit wegen mitteile und auszugsweise zitiere. </p>
<p>Er stößt sich an der Behauptung eines der befragten maßgeblichen Elementarwesen (Etschewit, der Nasse), daß bisher noch keine Nichtanthroposophen mit seinesgleichen gesprochen hätten, und stellt daraufhin die Kompetenz &quot;einzelner Elementarwesen&quot; (das Ziel der Anspielung ist offensichtlich) infrage.  </p>
<p><div class="g">Zum anderen reibt sich mein Verständnis an der Aussage, daß die Elementarwesen von den Schokoladenangeboten der Kinder rund und dick werden. Was mir aufstößt, ist nicht die vermeintliche Albernheit der Aussage, sondern im Ernst: Ich verfüge über keinerlei Erfahrungen, die einen Zusammenhang herstellen können zwischen den elementarischen Wirkungen von Zucker und Kakaomasse und dem &quot;Rund- und Dickwerden&quot; von Wasserwesen. [...] Das muß dann doch eine Veralberung sein. Humor scheint dazuzugehören.</div></p>
<p>Zuletzt widerspricht <em>Dorian Schmidt</em> den von <em>Verena Staël von Holstein</em> übermittelten Aussagen des &quot;Steinernen&quot; (einem Elementarwesen) über den Schwefel,</p>
<p><div class="g">die allen meinen - nicht wenigen - Erfahrungen mit Schwefel widersprechen und über das Wesen des Schwefels ein ganz schiefes Bild ergeben. Nicht daß ich die Aussagen einzeln für falsch halte, aber sie erscheinen als eine extrem einseitige Auswahl eines Wesens, das als ein Wesen der Mineral- oder Gesteinswelt die Schwefelwirkung im Feinen fürchten muß, da seine Existenz bedroht ist. [...] Diese Darstellung zum Wesen Schwefel ist irreführend und, wenn sie für sich steht, ganz falsch. Ganz sicher würde der Schwefel anders beschrieben werden, wenn ein Feuerwesen befragt worden wäre; vermutlich sogar diametral entgegengesetzt.</div></p>
<p>Letztlich sieht <em>Dorian Schmidt</em> aber keinen Grund, den Wert der Mitteilungen insgesamt in Frage zu stellen. Der Leser sollte jedenfalls in Betracht ziehen, daß es sich um Mitteilungen handelt, die auf dem inspirativen Erkenntnisweg zustandegekommen sind; und daß es sich bei den Gesprächspartnern um  Natur- und Geistwesen handelt, die zwar grundsätzlich auch Anschluß an höhere Welten haben, aber in ihren - meist sehr &quot;natürlichen&quot; - Aufgabenbereich eingebunden sind und dementsprechend ihre eigenen Interessen vertreten.</p>
<p>Und schließlich - auch das wird von den Beteiligten eingeräumt - wird die Wiedergabe notwendigerweise auch durch den geistigen Horizont und eventuell auch den Interessen der beteiligten Menschen begrenzt. Dafür will ich in anschließenden Beiträgen einige Beispiele aufführen und diese mit - hoffentlich konstruktiv wirkender - Kritik verbinden.</p>
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<pubDate>Wed, 18 Oct 2017 11:53:52 +0000</pubDate>
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</item>
<item>
<title>Rätsel im Wesen Luzifers. Ein Versuch ihrer Auflösung.</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Bittet man einen Anthroposophen um eine knappe Charakterisierung Luzifers, so wird man gewöhnlich eine Antwort wie die folgende erhalten: Luzifer steht für Erdflüchtigkeit. </p>
<p>Fragt man ihn sodann, wer denn den Sturz des Menschen in die allzu irdisch-materielle Verdichtung bewirkt habe, so wird man zur Antwort erhalten: Ja, das war Luzifer. - Aber wie paßt das zusammen? Wie kann derselbe Geist den Menschen einmal erdflüchtig und ein andermal erdsüchtig machen?</p>
<p>Auch mit der Hitze und der Kälte ist das so eine Sache. Meist wird nämlich dem Luzifer die heiße Sinnesbegierde und dem Ahriman die kalte Vernunft zugeschrieben, bisweilen aber auch umgekehrt: von Luzifer geht helles, aber kaltes Licht aus, und Ahriman führt zur Besessenheit durch höllisch heiße Trieb-Dämonen. Ich kenne keinen Anthroposophen, der, konfrontiert mit diesen Widersprüchen, mir aus dem Stegreif eine vernünftige Antwort geben konnte.</p>
<p>Zählen wir einmal die Eigenschaften auf, die Luzifer überhaupt zugesprochen werden. Es sind, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: </p>
<ul>
<li>Selbstzufriedenheit<br />
</li><li>Lust an der Selbstbespiegelung<br />
</li><li>Hochmut, verächliches Herabblicken auf Andere<br />
</li><li>(nach dem Sturz:) Sehnsucht nach vergangener Größe und den Zuständen, in denen die eigene Größe noch gültig war<br />
</li><li>(falsches) Bewußtsein, Unrecht erlitten zu haben<br />
</li><li>resultierend: Entschluß zur Revolte<br />
</li><li>Aufwiegelung der - auf natürliche Weise - weniger entwickelten &quot;Massen&quot; zu einem &quot;gerechten Kampf&quot;<br />
</li><li>Indoktrination der Massen: Verbreitung von Unterdückungs- und Befreiungs-Ideologien.</li></ul><p>Mir scheint aber, daß eine Synthese möglich ist, und zwar durch die genetische Betrachtung: Was war Luzifer anfangs, und wie wurde er, was er ist (aber nicht bleiben muß)?</p>
<p><em>Steiner</em> zufolge ist oder war Luzifer der Bruder Christi, diesem ebenbürtig, ein Erzengel  von strahlender Schönheit. Sein Ursprung liegt damit auf der Alten Sonne. Doch anders als Christus verschloß er sich dem Weltenwort und verharrte im Selbstgenuß. In der Folge stockte er in seiner Entwicklung; relativ gesehen fiel er also zurück. Daraus resultierend, nunmehr auf dem Alten Mond, schloß er sich - pauschaler ausgedrückt: schlossen sich die luziferischen Wesen - den Dynamis an, welche schon im vorangehenden Pralaya durch einen Beschluß der Trinität zur universalen Revolte abkommandiert worden waren. Alle diese revoltierenden und dynamisierenden Wesen - meist werden sie als luziferische Wesen zusammengefaßt - retardierten in ihrer Entwicklung dergestalt, daß sie zwar formell ihre jeweilige Ranghöhe beibehielten (zumindest die Engel blieben Engel), aber eine Untergruppe von geistig Zurückgebliebenen bildeten.</p>
<p>Dieses Auseinanderdriften setzte und setzt sich auf der Erde fort. Ab einer bestimmten Entwicklungsphase des Menschen (!) erhielten nun die luziferischen Engel eine Gelegenheit, ihre Entwicklung fortzusetzen. Dazu mußten sie nur den Menschen einbinden. Sie profitierten von der Möglichkeit des Menschen - oder erzeugten diese Möglichkeit sogar -, auf die Außenwelt einzuwirken. Die regulär entwickelten höheren Wesen hatten das schon auf dem Alten Mond gelernt; die luziferischen Engel hatten das damals verpaßt, und sie konnten es jetzt auch nicht ohne Beteiligung des Menschen nachholen. Der Mensch gab ihnen die Möglichkeit, die physische Welt von außen zu schauen.</p>
<p>------------------------</p>
<p>Vergleichen wir das zuletzt Gesagte jetzt einmal mit bestimmten Entwicklungen beim Menschen.</p>
<p>Der einfachste Fall: Wir kennen Menschen, die hochmütig sind, sich selbst genießen, und gar nicht wissen, daß sie sich von der Wirklichkeit weitgehend abgekoppelt haben. In der gegenwärtigen politischen Landschaft Deutschlands treffen wir sie zuhauf, ob wir wollen oder nicht. Die ganze Regierung scheint aus solchen Realitätsverweigern zu bestehen, die angesichts von verheerenden Terroranschlägen uns auffordern, uns nicht zu beunruhigen, selbst allerdings auf schußsichere Fahrzeuge umsteigen.</p>
<p>Ebenfalls kennen wir Menschen, die abgestürzt sind und sich die Augen reiben. Das muß nicht unbedingt nach einer zunächst erfolgreichen Karriere passiert sein; sie können eine derartige Erfahrung auch schon in einem früheren Leben gehabt haben und damit belastet in ihr jetziges Leben getreten sein. Sie machen dann die Erfahrung, nicht zu erreichen, was sie &quot;eigentlich&quot; (d.h. ohne den längst vergessenen Sturz) erreichen könnten. Und oft finden sie eine Erklärung: Es gibt Unterdrückung. Das kann zur Solidarität führen mit anderen Menschen, die tatsächlich oder vermeintlich ebenfalls unterdrückt werden.</p>
<p>Ich halte dies für den wahrscheinlichsten Hintergrund aller Unterdrückungs- und Befreiungs-Ideologien. Das kann zum Klassenkampf führen (Beispiel: Bolschewismus); zum Rassen- oder Völkerkampf (Beispiel: Nationalsozialismus); oder zum Geschlechterkampf (Beispiel: Feminismus). In jedem Fall wird zwischen einer (evtl. nur vermeintlich) machthabenden und einer machtlosen Klasse scharf polarisiert, und der machtlosen Klasse das Recht auf &quot;Selbstbefreiung&quot; zugestanden, wobei der Zweck die Mittel heiligt.</p>
<p>Daß hierbei auch Aufwiegelung und Indoktrination zum Einsatz kommen, habe ich in meiner Aufzählung (siehe Liste) schon erwähnt. Möglicherweise ist den Ideologen - aufgrund ihrer luziferischen Vergangenheit - gar nicht einmal der Unterschied zwischen vermeintlicher und tatsächlicher Unterdrückung bewußt.  </p>
<p>-----------------</p>
<p>Es gibt jedoch auch die unkriegerische <strong>Ideologie vom &quot;Edlen Wilden&quot;</strong>, die zu höchst individuellen Lebensläufen führen kann. Luziferisch beeinflußte, jedoch christlich teil-geläuterte Menschen, welche mit derartigen Ideen sympatisieren, suchen etwa Gegenden auf, in denen sie ein &quot;natürliches Paradies&quot; vermuten. Tatsächlich vermittelt ihnen der Aufenthalt zunächst einen Abglanz des Himmels, den sie sich erträumt und einst vielleicht erlebt haben. Fast immer aber kehren sie schwer enttäuscht zurück, nicht ohne jedoch um Erfahrungen bereichert zu sein, welche sie in die Lage versetzen, das Leben in Europa besser zu würdigen.</p>
<p>Wir wissen doch, daß eine zeitweilige Rückversetzung die Reife befördern kann (nicht muß). In der regulären Klasse fühlte man sich einsam und verachtet - &quot;abgehängt&quot; -; in der unteren Klasse wird man geachtet und umworben. So jedenfalls werden die luziferischen Engel gefühlt haben, welche in der Atlantis daran gingen, dem Menschen die Kultur zu bringen. Sie konnten nicht nur die Menschen entwickeln; sie konnten auch ihrerseits (auf dem Alten Mond) Versäumtes nachholen und somit nachreifen. </p>
<p>In einem solchen günstig verlaufenden Falle wird die &quot;Sündenkrankheit&quot;, die ursprünglich wohl eine von Engeln ist, geheilt.</p>
<p>Aber haben diese luziferischen &quot;Entwicklungshelfer&quot; nicht ihrerseits den Menschen verführt und langfristig zu Fall gebracht? Ja natürlich, auch das. Ganz allgemein verbindet sich mit dem &quot;Helfer-Syndrom&quot; Fluch und Segen. Es gibt unter den menschlichen Entwicklungshelfern, die in fernen Ländern arbeiten, auch die &quot;kaputten Typen&quot;, denen sehr viel daran gelegen ist, billig sexuelle Befriedigung zu erlangen und straflos Abhängige schikanieren zu können. (Wie es auch indigene Abzocker unter den Dorfkönigen gibt, und das ist ebenso übel.) </p>
<p>Einen anderen ungünstigen Aspekt stellen diejenigen &quot;edlen Europäer&quot; dar, welche die angebliche (viel seltener tatsächliche) Unterdrückung von Klassen, Völkern oder des weiblichen Geschlechts zur eigenen moralischen Aufrüstung und als moralische Waffe gegen ihre formell gleichgestellten Mitmenschen erheben. Auch Rudolf Steiner war zumindest in seiner Frühzeit dieser Versuchung erlegen. In jüngster Zeit haben wir das äußerst markant an der enthusiastischen Begrüßung von (Kultur-)Fremden erlebt, mit der vorhergesagten und nicht ausgebliebenen Folge von Terroranschlägen und einer extremen Verunsicherung der Bevölkerung.</p>
<p>---------------------</p>
<p><em><strong>Fazit:</strong></em></p>
<p>Man kann die Wirklichkeit, in der wir leben, regelmäßig besser verstehen, wenn man die Kosmogonie als Grundlage nimmt. Darauf weist auch Steiner in seiner &quot;Geheimwissenschaft&quot; an entsprechender Stelle ausdrücklich hin. Es scheint, daß sich die kosmischen Figuren wie Fraktale in kleinste Einzelheiten des Irdischen wiederfinden.</p>
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<pubDate>Mon, 02 Jan 2017 21:42:30 +0000</pubDate>
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</item>
<item>
<title>Leibniz' Monadologie und die moderne Elementarwesenlehre. Ein Vergleich.</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Die &quot;Monadologie&quot; ist eine etwa 20-seitige philosophische Abhandlung, verfaßt 1714 in französischer Sprache von <em>Gottfried Wilhelm Leibniz</em>. Trotz ihrer Kürze ist sie inhaltsschwer, und dennoch auch für Nichtphilosophen gut lesbar. Sie ist gegliedert in 90 Paragrafen. Darin hat <em>Leibniz</em> die Grundzüge seiner Metaphysik dargelegt.</p>
<p>Über die Monaden, so wie <em>Leibniz</em> sie versteht, läßt sich u.A. das Folgende aussagen:</p>
<ul>
<li>Die Monaden sind einfache, nicht weiter teilbare Substanzen in unendlicher Zahl. &quot;Es sind diese Monaden die wahrhaften Atome der Natur und, kurz gesagt, die Elemente der Dinge&quot;. (§ 3)<br />
</li><li>Sie können von außen nicht verändert oder vernichtet werden. Geschaffen und vernichtet werden sie allein durch Gott. (§§ 4-6) Demnach sind sie als immateriell zu verstehen.<br />
</li><li>Trotz ihrer Unteilbarkeit sind die Monaden spezifiziert; es gibt keine Monade, die einer anderen gleicht. (§§ 8-9)<br />
</li><li>Die Monaden verändern sich kontinuierlich, und zwar, da sie von außen unbeeinflußbar sind, aus einem inneren Prinzip. (§§ 10-11)<br />
</li><li>Die kontinuierliche Veränderung beruht darauf, daß die Monade, obgleich nicht aus Teilen bestehend, gleichwohl eine Vielheit enthält, und zwar eine Vielheit an Affektionen oder Perzeptionen. (§§ 12-14)<br />
</li><li>&quot;Die Handlung des inneren Prinzips, das die Veränderung oder den Übergang einer Perzeption zu einer anderen vollzieht, kann <em>Appetition</em> genannt werden. Zwar kann die Appetition nicht immer gänzlich zu der angestrebten ganzen Perzeption gelangen, aber sie erreicht immer etwas und gelangt zu neuen Perzeptionen.&quot; (§ 15) Hier wird bereits deutlich, daß Monaden wahrnehmende und strebende, also beseelte Wesen sind.<br />
</li><li>Perzeptionen sind niemals mechanisch, d.h. nach dem einer Maschine (etwa einer Mühle) zu erklären. (§ 17)<br />
</li><li>&quot;Den einfachen Substanzen oder geschaffenen Monaden könnte man den Namen der Entelechien geben. Denn sie haben in sich eine gewisse Vollkommenheit, und es gibt eine Selbstgenügsamkeit, welche sie zu Quellen ihrer inneren Handlungen macht und sozusagen zu unkörperlichen [!] Automaten.&quot; (§ 18)<br />
</li><li>Handelt es sich bei den Monaden um Seelen? Bedingt ja: &quot;Wenn wir Seele all das nennen wollen, was <em>Perzeption</em> und <em>Appetition</em> in dem eben erklärten allgemeinen Sinn hat, dann könnten [...] Monaden Seelen genannt werden; weil aber die Empfindung etwas mehr als eine einfache Perzeption ist, stimme ich zu, daß der allgemeine Name der Monaden oder Entelechien für die einfachen Substanzen zureicht, die nur dieses haben, und daß man <em>Seele</em> allein diejenigen nennt, deren Perzeption deutlicher ist und von Gedächtnis begleitet.&quot; (§ 19)<br />
</li><li>Jede einzelne Monade ist, da gleichermaßen aus Gott hervorgehend, ein &quot;lebendiger, immerwährender Spiegel des Universums&quot;. (§ 56)<br />
</li><li>Monaden sind nicht körperlich, aber Körpern zugeordnet, deren Entelechien sie sind. (§ 62)<br />
</li><li>Alle Materie ist beseelt: &quot;Von daher sieht man, daß es eine Welt an Geschöpfen, an Lebendigen, an Lebewesen, Entelechien, Seelen in dem geringsten Materieanteil gibt.&quot; (§ 66) &quot;Und jeder Anteil der Materie kann als ein Garten voller Pflanzen und wie ein Teich voller Fische begriffen werden. Jeder Zweig der Pflanze, jedes Glied des Lebewesens, jeder Tropfen seiner Säfte ist jedoch wiederum ein solcher Garten oder ein solcher Teich.&quot; (§ 67) &quot;Und obgleich die Erde und die Luft im Zwischenraum der Gartenpflanzen oder das Wasser im Zwischenraum der Fische nicht Pflanze oder Fisch sind, enthalten sie dennoch auch etwas davon, oft aber in einer für uns unwahrnehmbaren Subtilität.&quot; (§ 68) &quot;Man sieht von daher, daß jeder lebendige Körper eine herrschende Entelechie hat, die im Lebewesen die Seele ist, daß aber die Glieder dieses lebendigen Körpers mit anderem Lebendigen, mit Pflanzen, mit Lebewesen angefüllt sind, deren jedes wiederum seine Entelechie oder seine herrschende Seele hat.&quot; (§ 70)<br />
</li><li>Das Verhältnis der Substanzen (und somit auch der Körper) untereinander besteht in einer prästabilierten (nicht: prästabili<strike>si</strike>erten) Harmonie, &quot;weil sie alle Vorstellungen eines und demselben Universums sind&quot;. (§ 78)</li></ul><p>Soweit, in geraffter Fassung, die Lehre von den <strong>Monaden</strong> nach <em>Leibniz</em>.</p>
<p>Wie aber steht es mit den <strong>Elementarwesen</strong> in der Darstellung hellsichtiger Forscher? Besonders seit der Jahrtausendwende, teilweise auch schon einige Jahre früher, ist eine Fülle von Erkenntnissen veröffentlicht worden, die über das, was wir bei Steiner nachlesen können, weit hinaus gehen. Dabei ist bemerkenswert, daß diese Erkenntnisse (ich akzeptiere, wenn man sie vorläufig als &quot;bloße Behauptungen&quot; kennzeichnet), in den Grundzügen erstaunlich übereinstimmen.</p>
<p>Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang die Beschreibungen sogenannter <strong>Körper-Elementarwesen</strong>, zumal Steiner sich darüber kaum oder gar nicht geäußert hat. - Ich mache einen Versuch der zusammenfassenden Beschreibung:</p>
<ul>
<li>Elementarwesen gehören der astralischen Ebene an, wirken aber auf der ätherischen Ebene, von wo aus sie auch auf die materielle Welt einwirken.<br />
</li><li>Ihre Zahl scheint unendlich zu sein.<br />
</li><li>Zumindest mit rein materiellen Mitteln sind sie nicht zerstörbar.<br />
</li><li>Sie haben so etwas wie Persönlichkeit, eine Art Egoität, jedoch nicht wirklich ein Ich, also auch keine Freiheit und Liebefähigkeit.<br />
</li><li>Sie sind nicht räumlich ausgedehnt, jedoch Raumteilen zugeordnet.<br />
</li><li>Ebenso unterliegen sie nur bedingt der Zeit.<br />
</li><li>Sie sind streng hierarchisch gegliedert. Das betrifft nicht nur ihr Aufgabenfeld, sondern auch ihre innere Differenzierung, ihren Bewußtseinsgrad. <br />
</li><li>Ihrerseits werden sie angeleitet von hierarchischen Geistwesen, neuerdings und zukünftig auch von Menschen.<br />
</li><li>Als sogenannte Körperelementarwesen begleiten sie den Menschen durch die Inkarnationen. Während der Mensch nicht verkörpert ist, ruhen sie im Bereich der Erde.<br />
</li><li>Nicht nur der ganze Körper eines Menschen, sondern auch seine Organe, sogar die Zähne, werden verwaltet von jeweils untergeordneten Elementargeistern.<br />
</li><li>Prinzipiell, und neuerdings zunehmend wieder voraussetzungslos, kann der Mensch mit den Elementarwesen der Natur und seines Körper kommunizieren.<br />
</li><li>Neu hinzugekommen ist etwa seit der Jahrtausendwende eine neue Gruppe, nämlich die christlichen Elementarwesen. Sie eröffnen der Forschung neue Möglichkeiten. </li></ul><p>-----------------------------------------------------------</p>
<p><br />
Vergleichen wir nun: Offensichtlich gibt es Übereinstimmungen zwischen den <em>Leibniz</em>'schen Monaden und den sogenannten Elementarwesen; ebenso aber gibt es Unterschiede.</p>
<p>Die Monaden bilden eine geschlossene Hierarchie von &quot;ganz unten&quot; bis hin zu Gott, umfassen also auch die Menschen und die Engelwesen. Dabei unterscheiden sie sich in der Helligkeit, Deutlichkeit und Weite ihres Bewußtseins. Sofern also die Elementarwesen mit Monaden identisch sind, machen sie nur einen Teil der Gesamtheit aller Monaden aus. </p>
<p>Insbesondere ist bemerkenswert, daß selbstbestimmte Evolution oder Freiheit und Liebe, ja selbst Kommunikation in der Monadologie keine Rolle spielen. &quot;Die Monaden haben keine Fenster&quot; (§ 7); sie harmonieren miteinander lediglich dadurch, daß sie irgendwie alle Abbilder Gottes sind und dadurch einer &quot;Prästabilierung&quot; unterliegen:</p>
<p><div class="g">§ 47. So ist Gott allein die anfängliche Einheit oder die ursprüngliche einfache Substanz, von der alle geschaffenen oder abgeleiteten Monaden Hervorbringungen sind, die sozusagen aus den kontinuierlichen Zuckungen der Gottheit in jedem Moment geboren werden, beschränkt durch die Rezeptivität des Geschöpfes, dem es wesentlich ist, begrenzt zu sein.</div> </p>
<p>Es scheint somit fast, als habe <em>Leibniz</em> das Elementarwesenhafte der Monaden über die eigentlichen Elementarwesen nach oben, bis hinauf zu Gott oder vor Gott &quot;verlängert&quot;, insofern auch den christlichen Aspekt ausgespart. </p>
<p>Ja mehr noch: In ihrem Spiegel-Charakter erinnern die Monaden an <em>Steiners</em> Beschreibung vom Alten Saturn. Dieser war zunächst gewissermaßen ein kugeliger Spiegel, der alles, was von außen auf ihn seelisch oder geistig einstrahlte, zurückspiegelte. Dieser Spiegel wurde während der Mitte der vierten Stufe durch die Formgeister dergestalt aufgeteilt, daß er insofern, grob gesagt, einer Brombeere glich. Ob die Teile dann wiederum als vereinzelte Spiegel funktiontieren, ist mir nicht klar. Interessant ist allerdings, was <em>Steiner</em> über das Endergebnis des Alten Saturn, nämlich über das menschliche Atma schreibt:</p>
<p><div class="l">Es ist das höchste Glied der sogenannten <span class="r">Monade</span> des Menschen.</div></p>
<p>Siehe &quot;Aus der Akasha-Chronik&quot;, Kapitel &quot;Das Leben des Alten Saturn.&quot; - Und noch etwas ist interessant. Im vorangehenden Kapitel, Titel: &quot;Von der Herkunft der Erde&quot;, schreibt <em>Steiner</em>:</p>
<p><div class="l">Während nun dieses Saturnbewußtsein an Helligkeit dem gegenwärtigen menschlichen um einige Grade nachsteht, ist es an dem Umfang dessen, was es wahrnehmen kann, demselben überlegen. Es kann nämlich in seiner Dumpfheit nicht nur alles das bis aufs kleinste wahrnehmen, was auf seinem eigenen Weltkörper vorgeht, sondern es kann auch noch die Dinge und Wesen auf anderen Weltkörpern beobachten, welche mit seinem eigenen - dem Saturn - in Verbindung stehen.</div></p>
<p>Interessant ist das insofern, als auch in der Monadologie sich eine Stelle findet - siehe § 61 -, in welcher - merkwürdigerweise - nicht den Monaden, aber den Körpern ein derartiges Fern-Bewußtsein zugesprochen wird:</p>
<p><div class="g">[...] Da nämlich das Ganze erfüllt ist und darum jede Bewegung irgendeine Wirkung auf die entfernten Körper hat, nach Maßgabe der Entfernung, so daß jeder Körper affiziert wird nicht allein durch diejenigen, die ihn berühren, und gewissermaßen alles, was ihnen geschieht, fühlt, sondern daß er vermittels ihrer auch noch diejenigen fühlt, welche die ersteren, von denen er unmittelbar berührt wird, berühren, so folgt, daß diese Kommunikation sich in beliebige Entfernung fortsetzt. <span class="r">Folglich fühlt jeder Körper alles, was im Universum geschieht,</span> so daß, wer alles sehen kann, in einem jeden lesen kann, was überall geschieht, und selbst was geschehen ist und geschehen wird. Er wird im gegenwärtigen bemerken, was entfernt ist, sowohl der Zeit nach wie dem Ort nach: (...), wie Hippokrates sagte. Eine Seele allerdings kann in sich nur das lesen, was darin deutlich vorgestellt wird, und sie kann sich nicht auf einen Schlag ganz entfalten, weil das ins Unendliche geht.</div></p>
<p>Dazu vergleiche man noch die Kennzeichnung der Monade als sozusagen &quot;unkörperlichen Automaten&quot; (<em>Leibniz</em>, siehe oben § 17) mit der Kennzeichnung des Urmenschen (Atma) auf dem Alten Saturn, wie Steiner sie in seiner &quot;Geheimwissenschaft&quot; gibt, nämlich:</p>
<p><div class="l">als einer Persönlichkeit, die aber nicht durch ein inneres &quot;Ich&quot; gelenkt wird, sondern wie eine Maschine von außen geregelt ist.</div></p>
<p>Man kann sich nun fragen: Wie kam <em>Leibniz</em>, der doch als Philosoph ein ausgesprochener  Rationalist, ein bedeutender Mathematiker und zugleich ein Praktiker und im üblichen Verständnis jedenfalls kein Mystiker gewesen ist, zu solchen Ideen? Dazu hat <em>Tomberg</em> eine bemerkenswerte Mitteilung gemacht, ohne sich freilich auf die Monadologie zu beziehen. In den &quot;Großen Arcana des Tarot&quot;, Zwanzigster Brief, können wir lesen:</p>
<p><div class="w">Dieser radikale Optimismus eines Menschen, der, was sein persönliches Leben betrifft, ausgesprochen unglücklich war, würde unbegreiflich, wenn seine nächtliche Erfahrung der dritten &quot;Akasha-Chronik&quot; nicht in Betracht gezogen würde. Man muß nämlich auf die Tatsache aufmerksam machen, daß bestimmte Individualitäten (deren Anzahl unwichtig ist) manchmal zugelassen werden zum Lesen des &quot;Buches des Lebens&quot;, d.h., daß ihnen durch die Gnade des Hüters dieses Buches im Schlafzustande die dritte &quot;Akasha-Chronik&quot; gezeigt wird. Sie müssen diese Erfahrung in ihrem Tagesbewußtsein vergessen, weil es einen derartigen Zuwachs an Erkenntnis nicht ertragen könnte; aber was ihnen bleibt, ist ihre seelische Zusammenfassung als Kraft des optimistischen Glaubens - so wie Leibniz sie zum Beispiel besessen hatte. Sein optimistischer Glaube war das, was von dem vergessenen nächtlichen Wissen im Tagesbewußtsein zurückblieb.</div></p>
<p>Und wahrscheinlich war es eben nicht nur der Optimismus, sondern es waren Ahnungen, die ihn gegen Ende seines Lebens in die Lage versetzten, obige Ideen auszuformen. </p>
<p>Resümierend möchte ich sagen, daß <em>Leibniz</em> in seiner Monadologie die Elementarwesen anscheinend in eine ferne Vergangenheit zurückverfolgt, vielleicht bis hin zum Alten Saturn, wo auch der Mensch noch elementarisch war, während die gegenwärtige Elementarwesenforschung sie in ihrem gegenwärtigen und teilweise zukünftigem Aspekt erforscht. </p>
<p>Ich wünsche mir - heute ist Weihnachten <img src="images/smilies/smile.png" alt=":-)" />  -, daß die vergleichenden Betrachtungen weitergeführt werden. Mögen sie Anregungen geben zu neuen Erkenntnissen.</p>
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<pubDate>Fri, 23 Dec 2016 23:57:51 +0000</pubDate>
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<item>
<title>Die nathanische Wesenheit: Verseelte sich Christus in Engel- oder Erzengelgestalt?</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Steinerianer sind meist geneigt, selbst offensichtlich unvereinbare Aussagen des Meisters als gleichwertig gelten zu lassen. Es komme eben nur auf die Betrachtungsweise an, heißt es dann. Unter einem bestimmten Aspekt sei die eine Aussage richtig, unter einem anderem Aspekt die zweite. Steiner habe ja selbst gesagt, mit Logik könne man den geistigen Tatsachen nicht beikommen. </p>
<p>Bei näherem Hinsehen zeigt sich aber, daß Steiner seine Widersprüche selbst nicht unbedingt bemerkte. Seine Kritik an der Kritik fällt dann auf ihn selbst zurück. Ich habe dies in meinem Abdruck von <a href="http://rudolfsteiner.ga/152-10.php" target="_blank">GA 152-10</a> aufgezeigt. Siehe die dort eingefügten Anmerkungen mit grüner Untermalung. </p>
<p>Wenn ich mich nicht täusche, sprach Steiner erstmals am 30. Dezember 1913 von drei korrigierenden Einflußnahmen des Christus auf den Menschen noch vor dem Ereignis von Golgatha: jeweils zum Ende der Lemuris, zum Anfang der Atlantis und schließlich zum Ende der Atlantis. Hierzu habe der Christus sich in einem engelartigen Wesen &quot;verseelt&quot;, das später als der nathanische Jesusknabe aufgetreten ist. Einen Tag später Steiner präzisiert Steiner dieses Wesen als Engel oder Angelos und bekräftigt das mit dem Hinweis auf das Bibelwort vom Engel, welcher dem Täufer Johannes voranschreitet.</p>
<p>Während der folgenden Monate schwankt Steiner in der Bezeichnung dieses Wesens zwischen Engel und Erzengel. Am 27. Mai 1914 hat er sich dann endgültig auf die Bezeichnung Erzengel festgelegt.</p>
<p>Am 1. Juni 1914 scheint er auf kritische Nachfragen reagiert zu haben, indem er, offenbar nicht eingedenk seines früheren Schwankens, seine Kritiker zurechtweist:</p>
<p><div class="g">Ich gebe zu, daß es Ihnen sonderbar erscheinen wird, wenn ich sage: Dreimal hat sich diese Wesenheit in Erzengelgestalt verseelt und dann in Menschengestalt verleiblicht. Denn schematischer wäre es, zu sagen, zwischen der Verseelung in einer Erzengelgestalt und der Verleiblichung läge eine Verseelung in einer Engelgestalt, das heißt es würde sich der Christus auf einer der Stufen in einer Engelgestalt verseelt haben. So kommt es einem vor.</div></p>
<p><div class="g">Aber wenn die Menschen einem auch unterstellen, daß die Dinge, die aus der Geisteswissenschaft kommen, erdichtet sind, wahrhaftig, es ist nicht so. Das können Sie ja auch aus andern Dingen entnehmen. Und wenn Sie mich fragen: Wie kommt es, daß der Christus nicht herunterstieg von Hierarchie zu Hierarchie und dann erst zum Menschen herunterstieg -, wenn Sie mich heute darum fragen, so muß ich Ihnen antworten: Das weiß ich nicht, weil ich überhaupt nicht kombiniere. Sondern die Tatsachenforschung ergibt, daß der Christus sich dreimal einer Erzengelgestalt <span class="r">- die Engelgestalt wurde ausgelassen -</span> und dann einer Menschengestalt bediente. Ich überlasse es späterer Forschung, festzustellen, warum das so ist. Heute weiß ich es noch nicht, aber es ist so. Wenn man erdichten wollte, würde man es - das können Sie aus dem eben Gesagten entnehmen - ganz anders machen.</div></p>
<p>Diese Zurechtweisung kann ein wenig peinlich anmuten, wenn man durch Nachlesen zur Kenntnis nehmen muß, daß Steiner (zumindest) anfänglich selbst einen Tatbestand &quot;erdichtet&quot; hat. Seine demonstrative Selbstsicherheit scheint also auf dem Umstand zu beruhen, daß er sich an seine eigenen früheren Aussagen nicht mehr recht erinnert. Anderenfalls wäre zu erwarten, daß er sich etwa so geäußert hätte: &quot;Ende vorigen Jahres hatte ich noch angenommen...Inzwischen aber bin ich mir sicher, daß die Sache sich wie folgt verhält...&quot;</p>
<p>Wie dem sei, ich halte es für wissenschaftlich geboten, Steiners Aussagen kritisch zu betrachten und, wo geboten, auch einmal zu verwerfen. Irren ist menschlich, und Steiner war ein Mensch.</p>
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<pubDate>Sat, 19 Nov 2016 01:01:04 +0000</pubDate>
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</item>
<item>
<title>Regressive Tendenzen zum Alten Mond</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Au dem Alten Mond, der Vorverkörperung unserer Erde, gab es nur drei Reiche. Erst auf der Erde entstand daraus durch Aufspaltung die uns geläufige Vierheit:</p>
<ul>
<li>Tier-Menschen → höhere (Säuge-)Tiere und Menschen;<br />
</li><li>Pflanzen-Tiere → Blütenpflanzen und niedere Tiere;<br />
</li><li>Mineral-Pflanzen → Mineralien und niedere Pflanzen.</li></ul><p>Indem wir jeweils die höheren und niederen Tiere sowie die höheren und niederen Pflanzen zusammenfassen, haben wir jetzt also vier Reiche:</p>
<ul>
<li>Menschen<br />
</li><li>Tiere<br />
</li><li>Pflanzen<br />
</li><li>Mineralien</li></ul><p>Als Hypothese genommen, erklärt dieser Vorgang u.A. die ansonsten rätselhafte Tatsache, <strong>daß gewisse Blütenpflanzen nur durch gewisse Insekten befruchtet werden</strong> und diese wiederum ohne die zugehörigen Pflanzen sich nicht ernähren könnten. Wenn Tiere grundsätzlich aus Pflanzen sich entwickelt hätten, wie wäre besagte Tatsache dann zu erklären? Die Lösung ist, daß beide Partner jeweils genau zum selben Zeitpunkt entstanden sind, nämlich durch Aufspaltung eines vorherigen Ganzen, also den Pflanzen-Tieren.</p>
<p>Weiterhin gilt für den Alten Mond, daß es damals keine Geschlechtertrennung gab. Diese entstand erst auf der Erde, und mit ihr die menschliche Individualisierung.</p>
<p>Nun aber können wir, im Sinne der obigen Beschreibung, regressive Tendenzen beobachten.</p>
<p>So stelle ich fest, daß es in der biologischen Forschung zum Konsens geworden ist, Menschen als höhere Tiere einzustufen. Aber auch die Gesellschaftspolitik stuft den Menschen immer weiter herab, insbesondere sein Urbild, den weißen, gereiften, heterosexuellen Mann. Vergleiche hierzu den Beitrag vom 22-8-2016 des &quot;Spiegel&quot;-Kolumnisten Jan Fleischhauer: <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/diskriminierung-alt-weiss-biodeutsch-maennlich-kolumne-a-1108840.html" target="_blank"> Heterofeindlichkeit: Der diskriminierte Mann</a>.</p>
<p>Gleichzeitig werden Tiere immer weiter aufgestuft. Angeblich zeichneten sich manche ihrer Arten durch eine Intelligenz und durch sprachliche Fähigkeiten aus, die sich prinzipiell nicht mehr wesentlich von entsprechenden menschlichen Fähigkeiten unterscheiden. Konsequenterweise wurde auch der Tierschutz gesetzlich aufgewertet. Davon profitieren selbst niedere Tiere, z.B. Aquarienfische, für deren Behältnisse jetzt Mindestgrößen vorgeschrieben sind. Das ist absurd angesichts der riesigen Zahl von Meerestieren, die in den Netzen - teilweise ohne Verwertungsmöglichkeit - verenden.</p>
<p>Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang auch eine Bewertungs-Umkehr, wie sie der Philosoph Peter Singer in seiner &quot;Praktischen Ethik&quot; (Practical Ethics) schon 1979 vorgenommen hat. Demnach hat z.B. ein Schwein ein höheres Lebensrecht als ein neugeborener menschlicher Säugling. Kriterium ist allein der Grad der Empfindungsfähigkeit. Der Begriff der Menschenwürde wird hiermit  geleugnet, zumindest aber geteilt mit einer bisher unbekannten Tierwürde.</p>
<p>Ebenso wird die Geschlechtertrennung zunehmend geleugnet. Wie oben schon erwähnt, erfährt der Mann eine Abwertung. Gleichzeitig erfährt das Weib jedoch eine Aufwertung, wovon der Staats-Feminismus hinreichend Zeugnis ablegt. Erklärtes Ziel der Politik ist &quot;Gleichstellung&quot;, die aber nur möglich ist durch Abwertung des einen Teils bei gleichzeitiger Aufwertung des anderen. So sind die Strafanstalten zum weitaus größten Teil (und zunehmend!) durch Männer belegt, während  anderseits immer mehr Frauenförderungs-Einrichtungen und -Maßnahmen geschaffen wurden.</p>
<p>------------------------------</p>
<p>Was aber ist die Ursache dieser regressiven Tendenzen zum Alten Mond? </p>
<p>Nun, mit dem Christus-Ereignis hat ein evolutiver Impuls eingeschlagen, der die Entwicklung der Erde zu ihrer folgenden Verkörperung, nämlich zum Neuen Jupiter, ermöglicht. <strong>Dieser Impuls ist progressiv.</strong> Er führt zu weiteren Aufspaltungen. </p>
<p>Gleichzeitig mit dem Neuen Jupiter entsteht aber auch dessen Gegenstück, ein atavistischer Alter Mond. Dieser besteht aus den Anteilen, welche sich der Evolution widersetzen. Sie fallen aus dieser heraus und devoluieren auf den vorherigen Stand. Mit Abschluß der Devolution bilden sie  vorläufige Endzustände.</p>
<p>Auf dem Neuen Jupiter wird sich das heutige Menschen-Reich in ein höheres und ein niederes Menschen-Reich differenzieren, wobei letzteres nicht etwa aus den jetzt devoluierenden Menschen besteht, sondern aus einem Teil der jetzigen höheren Tiere.</p>
<p>Das künftige höhere Menschenreich ist die Folge des christlichen Einschlages. Es ist gekennzeichnet durch die Wiederherstellung des physischen Ur-Leibes (Steiner sagte &quot;Phantom&quot;), wie er bis hin zur Mitte der lemurischen Hauptstufe, vor der Zerstörung durch den Einfluß der luziferischen Engelwesen, bestanden hat. Mit der Wiederherstellung durch Christus ist der individuelle Tod überwunden, und somit die Sexualität. Denn die Sexualität ist die notwendige Folge des Todes, nicht umgekehrt! Was nicht stirbt, muß sich auch nicht fortpflanzen.</p>
<p>Insofern ist klar, daß es das, was wir heute als Mann und Weib bezeichnen, regulär bald nicht mehr geben wird. Steiner gibt für das Ende der sexuellen Fortpflanzung des Menschen den Zeitraum von fünf- bis sechstausend Jahren an, vgl. meine diesbezüglichen Hinweise in der <a href="http://kosmogonie.info/NaheZukunft.html" target="_blank">Kosmogonie</a>. </p>
<p>Ich vermute, daß dies wirklich nur für die reguläre Evolution gilt. Für die devoluierenden Menschen wird die Sexualität eine noch viel größere Rolle spielen als bis vor dem Beginn der &quot;sexuellen Revolution&quot;. Diese ist - aus meiner Sicht - nichts als der Beginn besagter Rückentwicklung oder Regression. </p>
<p>Die jetzige - politisch geförderte - Zunahme der sexuellen Betätigung bei gleichzeitiger Aufhebung der bis dahin ausgeprägten Mann-Weib-Ordnung, d.h. der totalen Sexualisierung zum Zwecke des Lustgewinns, ist die Kehrseite der &quot;Kultur des Todes&quot;. Wo der Tod zur Signatur wird, wird die Sexualität es auch. Am Anfang dieses Falles stand Luzifer. Dieser Fall konnte und kann durch Christus <strong>für einen Teil der Menschheit</strong> korrigiert werden. Wo nicht, erfolgt gegenwärtig ein noch tieferer Fall, der dann endgültig sein wird.</p>
<p><br />
-----------------------------</p>
<p>Ich bitte den politischen Aspekt zu beachten. Die &quot;sexuelle Revolution&quot;, deren absurdester Ausdruck die totale Genderisierung (gendersensible Bewertung) der Sprache, der Wissenschaften usw., und deren entsetzlichster Ausdruck die Frühsexualisierung unserer Kinder ist, beruht auf der an sich richtigen Wahrnehmung der Auflösung der Geschlechtertrennung <strong>in ihrer bisherigen Form.</strong> Ihr Fehler besteht darin, daß sie den regressiven Weg der Entdifferenzierung und  Totalisierung einschlägt, anstatt daß sie zukünftige Differenzierungen in den Blick nimmt. </p>
<p>Nun aber verläuft die Evolution des Menschen keineswegs blind; vielmehr wird sie in zunehmendem Maße durch ihn selbst mitgestaltet. Es hängt also von uns selber ab, welche Richtung wir einschlagen. In etwas minderem Maße hängt es auch von uns ab, wieviele Menschen wir &quot;mit hinübernehmen&quot;. Christus bezeichnet sich als den guten Hirten, also als jemanden, dem an der Befreiung eines <strong>jeden</strong> Menschen gelegen ist. Damit ist auch der Weg eines jeden wahren Christen vorgezeichnet. Die sachlich zutreffende Feststellung &quot;Es können eben nur soundsoviele Menschen das Ziel erreichen&quot; sollte einem Christen demnach also nicht zur Maxime des Handelns dienen.</p>
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<pubDate>Sat, 27 Aug 2016 11:40:00 +0000</pubDate>
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</item>
<item>
<title>Andreas Delor: Forschungen zu den vergangenen vier Hauptstufen</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.andreas-delor.com/" target="_blank">Andreas Delor</a> hat sich außerordentlich gründlich mit der Atlantis befaßt, dann aber auch mit der Lemuris, Hyperboräis und sogar der Polaris. Mit letzterer begann - Steiner zufolge, siehe GA 104-10 - die vierte Formstufe der vierten Lebensstufe der vierten Bewußtsseinsstufe. Damit sind wir voll im Thema meiner Netzseite <a href="http://kosmogonie.info" target="_blank">Kosmogonie</a>, der dieses Forum angeschlossen ist.</p>
<p>Soeben bin ich, die ersten vier Bände außer Acht lassend, eingestiegen in den fünften Band der auf acht Bände angelegten <a href="http://www.andreas-delor.com/index.php?id=43" target="_blank">Atlantis-Reihe</a>. Die Fülle der Ergebnisse allein in diesem Teil ist überwältigend. Am Besten ist es wohl, wenn ich mein Urteil aufschiebe bis zur vollständigen Lektüre.</p>
<p>Anscheinend hat der Autor alles zusammengetragen, was man bei Steiner zur Kosmologie finden kann. Dabei ist ihm natürlich auch aufgefallen, daß Steiner sich oftmals widersprüchlich äußert und Unvereinbares vorträgt. Interessant ist nun aber, daß er darüber hinaus auch die riesig große nicht-anthroposophische Literatur zum Thema, ja sogar die Aussagen weiterer Hellseher zurate zieht, die er persönlich kennt. Anders gesagt: Er kompiliert nicht nur, wie unter Anthroposophen bisher üblich, sondern er forscht selbständig. Steiner ist nur einer unter vielen Autoren, die er zitiert.</p>
<p>Natürlich wirft eine so ergebnisreiche Forschung Fragen zur wissenschaftlichen Vorgehensweise auf. Die hat er zu meiner (vorläufigen) Zufriedenheit in einem eigenständigen, 15-seitigen PDF-Artikel beantwortet: <a href="http://www.andreas-delor.com/tl_files/andreas1/pdf/atlantis/Wissenschaftliches%20Arbeiten%20und%20Hellsichtigkeit.pdf" target="_blank">Wissenschaftliches Arbeiten und Hellsichtigkeit</a>. Ich habe daraus den Eindruck gewonnen, daß Andreas Delor ganz im Geiste der Bewußtseinsseele forscht. Glaubt man ihm, so stellt er seine Forschung ständig infrage. Er ist sich seines begrenzten Blickwinkels bewußt und insofern das Gegenteil eines Dogmatikers; Kritik erbittet er sich ausdrücklich.</p>
<p>Ich möchte, wie schon mehrmals in meinen Forum-Beiträgen, nochmals darauf hinweisen, daß das Denken aus der Bewußtseinsseele gerade unter Anthroposophen keineswegs selbstverständlich ist. Die Bewußtseinsseele bestimmt sich unter Anderem aus ihrem Selbstzweifel und ihrer Selbstkritik. So schrieb Francis Bacon (Baco von Verulam) u.A. über die Beseitigung von &quot;Idolen&quot;, also Trugbildern; Descartes bezweifelte in seinem berühmten Gedankenexperiment Alles, bis er im sich selbst bedenkenden Denken Gewißheit fand; Kant schrieb seine Kritiken; Steiner machte den Versuch, über Kant noch kritisch hinauszugehen.</p>
<p>Daß man aus dem Skeptizismus und Reduktionismus dann wieder heraus-, anders gesagt, durchs Nadelöhr letztlich hindurch-kommen muß, versteht sich. Wir dürfen es aber den frühen Vertretern der Bewußtseinsseele nicht verübeln, daß sie zunächst einmal verengte Weltbilder vertraten. Es kann nämlich sein, daß sie zeitlebens an einem möglichst breiten Fundament gebaut haben, um in späteren Leben dann umso höher hinaus zu gelangen. Wer also diese frühen Materialisten verachtet, der hat ihre Bedeutung verkannt, denn es gilt: Je  tiefer der Fall, desto höher der Aufstieg. Wer heute sich etwas darauf einbildet, niemals Materialist gewesen zu sein, der hat diese Evolutionsstufe vielleicht noch gar nicht erreicht, oder sehr schlecht ausgebildet, oder sie gar übersprungen - mit der Folge, daß er aus der Evolution herausfällt.</p>
<p>Ein typischer Vertreter der Epoche <strong><em>vor</em></strong> der Bewußtseinsseele, also der Gemüts- und Verstandesseele, war der Anthroposoph Sergej Prokofieff. Ihm war die die politische Einstellung zueigen, wie sie die katholische Kirche kennzeichnet (oder früher gekennzeichnet hat): &quot;Wir bilden die Partei der Wahrheit; ihr bildet die Partei der Unwissenden, wenn nicht der Feinde. - Wir die Guten (oder Erlösten), ihr die Bösen (oder Unerlösten).&quot; Eine solche Haltung kennt keine Selbstzweifel, vor Allem keine Zweifel am Idol (Steiner), welches an die Stelle Gottes tritt.</p>
<p>Aber auch wo offene Politik nicht zutage tritt, findet sich in anthroposphischen Werken oft noch viel von der Haltung der Gemüts- und Verstandesseele. So etwa bei <strong><em>Frits Julius</em></strong>, über den ich mich ja <a href="index.php?id=101" class="internal" target="_blank">schon einmal geäußert</a> habe. Ich habe mir darauf sein Buch &quot;Die zwölf Triebe in Tier und Mensch&quot; vorgenommen. So weit ich sehe, schreibt Julius aus einem Bewußtseinszustand, der seit Kant als überwunden gilt: er spekuliert. Zwar sind seine Charakteristiken der Sternzeichen bzw. Tiere sehr schön und lebendig. Aber er bemüht sich nicht, die Zusammenhänge wirklich zu beweisen. Sie sind weder wahr noch falsch und insofern Kunstwerken vergleichbar. Seine Vorgehensweise beschreibt er auf S. 12 so:</p>
<p><div class="g">Zuerst richten wir unseren Blick auf die Natur als Ganzes, um festzustellen, welchen Platz die unterschiedlichen Naturreiche in ihr einnehmen. Daraufhin untersuchen wir das Verhalten der Tiere im Zusammenhang zum Naturganzen. Mit den daraus resultierenden Einsichten betrachten wir sodann den Menschen und wollen dabei versuchen, ihn auf andere Weise zu verstehen, als dies bisher möglich war.</div></p>
<p>Das klingt nach einer ganzheitlichen, holistischen Sichtweise, aber ihr fehlt das aus der Bewußtseinsseele erwachsende Fundament. Denn was er vorträgt, beweist er nicht; es läßt sich genausowenig  widerlegen. Man kann es nur glauben oder nicht glauben - so wie das im Zeitalter der Kirche üblich war. Die Konsequenzen, die Julius daraus für das menschliche Leben zieht, sind daher auch saft- und kraftlos; es sind altbekannte moralisierende Einsichten, die Jeder einsieht und (fast) Niemand befolgt. </p>
<p>Nach der Lektüre des Kapitel &quot;Rudolf Steiner über die Entstehung der Geschlechter&quot; habe ich mich gefragt, ob Julius denn wenigstens seinen &quot;Papst&quot; gründlich gelesen hat. Das Kapitel fängt so an  (S.259):</p>
<p><div class="g">Wir wollen mit wenigen Worten skizzieren, wie Rudolf Steiner diesen Zusammenhang dargestellt hat. Eine ausführliche Darstellung ist in seinem Buch <em>Aus der Akasha-Chronik</em> zu finden.</div></p>
<p><div class="g">In ganz alten Zeiten war der Mensch ein zweigeschlechtliches Wesen. Zur Fortpflanzung kam es, wenn eine Seele sich zur Verkörperung anschickte - also durch eine innere Ursache und nicht durch äußeren Anlaß. In diesem Stadium seiner Entwicklung war die Körperhaltung des Menschen horizontal. <span class="r">Die Körpergröße war viel geringer als heute.</span></div></p>
<p>Bei diesem letzten (durch mich markierten) Satz habe ich gestutzt. Nach Allem, was mir aus der Steiner-Lektüre erinnerlich ist, waren die Menschen (ebenso wie die Weltkörper) damals viel größer als heute, was ja auch fast denk-notwendig ist, weil die Verdichtung damals noch nicht weit fortgeschritten war. Daraufhin habe ich in der &quot;Akasha-Chronik&quot; nochmal hineingeschaut, aber auf die Schnelle nichts gefunden, wonach die Menschen kleiner gewesen sein sollen als heute. Vielleicht steht es doch irgendwo. Aber zur wissenschaftlichen Sorgfaltspflicht gehört es, zumindest diejenigen Behauptungen, die zum Widerspruch herausfordern, nachzuweisen. Denn selbst, wenn es wirklich &quot;so&quot; irgendwo steht, dann könnte es möglicherweise etwas ganz Anderes bedeuten, was sich aber erst aus dem Zusammenhang erschließt. </p>
<p>Und damit komme ich zurück zu dem umfangreichen &quot;Atlantis&quot;-Werk von Delor. Dort werden gerade derartige Detailfragen diskutiert. Und da die Kosmogonie (Welt-Entstehung) der Gegenstand vorliegender Netzseite ist, werde ich darauf eingehen müssen, und es gerne tun.</p>
<p>Und wohlgemerkt: Ich will hiermit keineswegs von der Lektüre von Autoren wie Frits Julius abraten. Deren Werke können ihre eigene Schönheit haben und insofern ihren Nutzen, auch insofern sie Anregungen geben können. Man muß dann aber wissen, daß man es nicht mit Forschung zu tun hat, sondern mit fertigen Konzepten, die durch Kritik nur an Geschlossenheit, und damit an spekulativer Schönheit verlieren würden. Forschung ist grundsätzlich Gemeinschaftswerk; sie ist nie abgeschlossen. Für Kunstwerke hingegen gilt die Abgeschlossenheit.</p>
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<link>https://kosmogonie.info/Forum/index.php?id=159</link>
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<pubDate>Mon, 01 Aug 2016 12:56:58 +0000</pubDate>
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</item>
<item>
<title>Die Kontroverse zwischen Steiner und Max Dessoir</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Steiners Schrift &quot;Von Seelenrätseln&quot; von 1917 enthält ein Kapitel, das überschrieben ist: <a href="http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=254:-ii-max-dessoir-ueber-anthroposophie&amp;catid=20:ga-21-von-seelenraetseln&amp;Itemid=2" target="_blank">Max Dessoir über Anthroposophie.</a> Darin polemisiert Steiner auf 43 Seiten gegen Auffassungen, die Dessoir im selben Jahr auf nur 9 Seiten in seinem Buch &quot;Vom Jenseits der Seele. Die Geheimwissenschaft in kritischer Betrachtung&quot; veröffentlicht hat. </p>
<p>Ich habe mir dieses Buch (344 Seiten) aus der Bibliothek besorgt. Und weil mich interessierte, ob und wie Dessoir auf Steiners Polemik reagiert hat, habe ich mir die 6., neu bearbeitete Auflage von 1931 (562 Seiten) gleich mitbesorgt. Eigentlich wollte ich genauer auf die gegenseitigen Vorwürfe eingehen, aber ich bin zum Schluß gekommen, daß sich das im Grunde nicht lohnt.</p>
<p>Im Einzelnen hat Steiner mit allen seinen Vorwürfen gegen Dessoir fraglos recht. Wohlgemerkt: Dieser hat, was man damals die Hauptwerke Steiners nennen konnte, ziemlich gründlich gelesen. Zum Beispiel sind die Grundzüge der Kosmologie recht gut wiedergegeben. Als Materialist, der er ist, kann er diese Denkart jedoch nicht akzeptieren. So unterlaufen ihm dann, was nicht überraschen sollte, auch Fehler in der Wiedergabe. </p>
<p>Steiner beißt sich sogleich an diesen Irrtümern fest, was bisweilen einen pedantischen Eindruck macht. So beanstandet er die folgende Passage in Dessoir Darstellung:</p>
<p><div class="g">Alt-Indien ist nicht das jetzige Indien, wie denn überhaupt alle geographischen, astronomischen, historischen Bezeichnungen sinnbildlich zu verstehen sind. Auf die indische Kultur folgte die urpersische, geführt von Zarathustra, der aber viel früher lebte als die in der Geschichte diesen Namen tragende Persönlichkeit. Andere Zeitabschnitte schlössen sich an. Wir stehen in der sechsten Periode.</div></p>
<p>Der letzte Satz ist offensichtlich irrtümlich, denn wir stehen in der fünften Periode. Der unbedarfte Leser wird das nicht bemerken, der belesene wird es verzeihen. - Nach Steiner ist zudem die Behauptung im ersten Satz falsch, wonach Alt-Indien, geographisch gesehen, nicht das heutige Indien sei. Aber auch das dürfte einen gewogenen Leser nicht abhalten, sich die &quot;Geheimwissenschaft&quot; vorzunehmen.</p>
<p>Doch Steiner nimmt diese Unrichtigkeiten zum Anlaß für eine riesenlange Entgegnung:</p>
<p><div class="l">Dessoir unterrichtet nun seine Leser über dasjenige, was ich über die Menschheitsentwickelung ausgeführt habe, in der folgenden Art. Meine Darstellung der Entwickelungsformen, welche der gegenwärtigen Menschenbildung noch nahe stehen, gibt er so an, daß ich für eine bestimmte Zeitperiode in der Vergangenheit eine alt-indische Kultur der Menschheit annehme und dann andere Kulturperioden darauf folgen lasse. Bei Dessoir heißt es: [Siehe oben.] - Was ich über eine viel ältere Zeit der Menschheitsentwickelung sage, in der diese noch in Formen zutage trat, die den gegenwärtigen sehr unähnlich sind, darüber berichtet Dessoir so: «Dieser Mensch hat sich herausgebildet in einer urfernen Vergangenheit, die Steiner das lemurische Zeitalter der Erde nennt - warum wohl? -, und in einem Lande, das damals zwischen Australien und Indien lag (was also eine richtige Ortsbestimmung und kein Symbol ist).» - Ich will nun hier ganz davon absehen, daß ich diese «Wiedergaben» des von mir Dargestellten auch im ganzen nur als Zerrbilder ansehen kann, die völlig ungeeignet sind, irgend einem Leser ein Bild von dem zu geben, was ich meine. Ich will nur über einen Punkt dieser «Wiedergaben » sprechen. Dessoir ruft in seinem Leser den Glauben hervor, ich spreche davon, daß das im Geiste Geschaute sinnbildlich (symbolisch) zu verstehen sei, daß also Alt-Indien, wohin ich eine alte Menschheitskultur verlege, ein «symbolisches Land» sei. Später findet er es tadelnswert, daß ich eine viel ältere menschliche Entwickelungsperiode nach Lemurien - zwischen Australien und Indien - verlege und dabei mir selbst in grausamer Weise widerspreche, da man doch aus meiner Darstellung merken könne, daß ich Lemurien für eine richtige Ortsbestimmung und kein Symbol halte.</div></p>
<p><div class="l">Es ist durchaus zuzugeben, daß ein Leser des Dessoirschen Buches, der nichts von mir gelesen hat, und bloß Dessoirs Bericht entgegennimmt, zu der Ansicht kommen muß, meine Darstellung sei ganz undurchdachtes, verworrenes und in sich selbst widerspruchsvolles Zeug. - Was steht aber über das von mir als Alt-Indien gekennzeichnete Erdengebiet wirklich in meinem Buche ? Man lese die betreffenden Ausführungen nach, und man wird finden, daß ich mit vollkommener Deutlichkeit zum Ausdruck bringe, wie Alt-Indien kein Symbol, sondern das Erdgebiet ist, das, wenn auch nicht ganz genau, so doch im wesentlichen mit dem zusammenfällt, das jedermann Indien nennt. Dessoir berichtet also seinem Leser als meine Ansicht etwas, was mir auch nie eingefallen ist, vorzustellen. Und weil er findet, daß ich bei der Schilderung vom alten Lemurien wohl so spreche, wie es mit meiner wirklichen Meinung vom alten Indien zusammenstimmt, nicht aber mit dem Unsinn, den er mich sagen läßt, zeiht er mich des Widerspruches.</div></p>
<p><div class="l">Man fragt sich, wie kommt das Unglaubliche zustande, daß mich Dessoir behaupten läßt, Alt-Indien sei « sinnbildlich » zu verstehen. Mir ergibt sich darüber aus dem ganzen Zusammenhange seiner Darstellung das Folgende. Dessoir hat etwas gelesen über die Vorgänge im Seelenleben, die ich kennzeichne als den Weg zum geistigen Schauen, dessen erste Stufe das imaginative Erkennen ist. Ich schildere da, wie die Seele durch ruhige Hingabe an gewisse Gedanken aus ihren Untergründen die Fähigkeit heraus entwickelt, imaginative Vorstellungen zu bilden. Ich sage, zu diesem Ziele ruhe die Seele am besten in sinnbildlichen Vorstellungen. Niemand sollte durch meine Darstellung auf den Irrtum verfallen, die sinnbildlichen Vorstellungen seien etwas anderes als das Mittel, um zum imaginativen Erkennen zu kommen. Dessoir meint nun, weil man mittels Sinnbildern zum imaginativen Vorstellen kommt, bestehe dies letztere auch nur in Sinnbildern, ja er schreibt mir die Ansicht zu, wer sich seiner Geistorgane bedient, schaue nicht durch die imaginativen Vorstellungen auf Wirklichkeiten, sondern nur auf Sinnbilder.</div></p>
<p><div class="l">Meiner Darlegung gegenüber ist die Dessoirsche Behauptung, ich weise in solchen Fällen wie beim alten Indien auf Sinnbilder hin, nicht auf Wirklichkeiten, nur mit dem Folgenden zu vergleichen. Jemand findet aus der Beschaffenheit eines Stückes Erdboden, daß es in der Gegend, in der er sich befindet, vor kurzer Zeit geregnet haben müsse. Er teilt das einem anderen mit. Er kann diesem selbstverständlich nur seine Vorstellung davon mitteilen, daß es geregnet hat. Deshalb behauptet ein Dritter, der Erste sage, die Beschaffenheit des Erdbodens rühre nicht von einem wirklichen Regen her, sondern von der Vorstellung des Regens. Ich behaupte weder, daß die imaginativen Vorstellungen in bloßen Sinnbildern sich erschöpfen, noch daß sie selbst eine Wirklichkeit sind, sondern daß sie sich auf eine Wirklichkeit beziehen, wie das bei den Vorstellungen des gewöhnlichen Bewußtseins auch der Fall ist. Und mir unterstellen, ich weise nur auf sinnbildliche Wirklichkeiten hin, kommt gleich der Behauptung, der Naturforscher sehe nicht in dem Wesenhaften, auf das er sich durch seine Vorstellungen bezieht, sondern in diesen selbst die Wirklichkeit.</div></p>
<p><div class="l">Wenn man Anschauungen, die man bekämpfen will, so darstellt, wie dies durch Dessoir geschieht, so ist der Kampf recht leicht. Und Max Dessoir macht es sich wirklich leicht, sich mit vornehmer Art auf den kritischen Richterstuhl zu setzen; aber er erreicht dies nur dadurch, daß er meine Darlegung erst in ein Zerrbild, ja oft in eine völlige Torheit verkehrt, und dann diese seine eigene Schöpfung abkanzelt. Er sagt: «Es ist widerspruchsvoll, daß aus (erschauten) und nur (symbolisch) gemeinten Sachverhalten die Tatbestände der Wirklichkeit sich entwickelt haben sollen.» Doch ist solch widerspruchsvolle Art des Vorstellens bei mir nirgends zu finden. Daß meine Darstellung sie enthält, ist eine Unterschiebung Dessoirs. Und wenn dieser gar sich zu der Behauptung versteigt: «Denn nicht darum handelt es sich, ob man das Geistige als Gehirntätigkeit ansieht oder nicht, sondern darum, ob das Geistige in den Formen kindlicher Vorstellungsweise oder als ein Reich eigener Gesetzmäßigkeit zu denken ist,» so muß darauf erwidert werden: Ich bin mit ihm ganz einverstanden, daß sich alles das, was er seinen Lesern als meine Meinung auftischt, in den Formen kindlicher Vorstellungsweise hält; doch hat das von ihm also Bezeichnete nichts mit meinen wirklichen Ansichten zu tun, sondern bezieht sich restlos auf seine eigenen Vorstellungen, die er sich, die meinigen entstellend, gebildet hat.</div></p>
<p><div class="l">Wie ist es nur möglich, daß ein Gelehrter so verfährt? Ich muß, um etwas für eine Antwort auf diese Frage zu tun, den Leser für kurze Zeit in ein Gebiet führen, das diesem vielleicht nicht kurzweilig erscheinen wird, das ich aber hier betreten muß, um zu zeigen, aufweiche Art Max Dessoir die Bücher liest, über die er sich zum Kritiker aufwirft. Ich muß gegenüber den Dessoirschen Ausführungen ein wenig Philologie dem Leser vorführen.</div></p>
<p><div class="l">Meine Entwickelung der menschlichen Kulturperioden in einer gewissen Zeit schildert Dessoir, wie schon erwähnt, so: «Auf die indische Kultur folgte die urpersische ... Andere Zeitabschnitte schlössen sich an. Wir stehen in der sechsten Periode.» Nun könnte es recht unbedeutend erscheinen, jemand vorzuwerfen, er lasse mich sagen: «Wir stehen in der sechsten Periode», während ich mit aller nur denkbaren Klarheit ausführe, daß wir in der fünften stehen. Aber in diesem Falle ist die Sache doch nicht unbedeutend. Denn wer in den ganzen Geist meiner diesbezüglichen Darstellung eingedrungen ist, der muß zugeben, daß jemand, dem auch nur beifällt, ich rede von der sechsten Periode als der gegenwärtigen, meine ganze Auseinandersetzung in der allergröbsten Weise mißverstanden hat. Daß ich die gegenwärtige Periode als die fünfte bezeichne, hängt ganz innerlich mit dem diesbezüglich von mir Auseinandergesetzten zusammen. - Wie kommt Dessoir zu seinem groben Mißverständnis? Man kann sich darüber eine Vorstellung bilden, wenn man meine Darstellung der Sache mit seiner «Wiedergabe » vergleicht und dabei etwas nach philologischer Methode prüfend zu Werke geht. - Da, wo ich in meiner Schilderung der Kulturperioden zu der vierten komme, die ich im achten Jahrhundert v. Chr. beginnen und etwa im vierzehnten oder fünfzehnten Jahrhundert n. Chr. schließen lasse, sage ich das Folgende: «Im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert n. Chr. bereitete sich in Europa ein Kulturzeitalter vor, in welchem die Gegenwart noch lebt. Es sollte das vierte, das griechisch-lateinische allmählich ablösen. Es ist das fünfte nach-atlantische Kulturzeitalter.» Meine Meinung ist demnach, daß durch die Vorgänge im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert sich Wirkungen vorbereiteten, die zu ihrem Ausreifen noch einige Jahrhunderte brauchten, um dann im vierzehnten Jahrhundert den Übergang zum fünften Kulturzeitalter zu machen, in dem wir gegenwärtig noch leben. Die obige Stelle scheint nun Max Dessoir obenhin lesend so in den Bereich seiner Aufmerksamkeit hineingebracht zu haben, daß er die Aufeinanderfolge des vierten, fünften und sechsten Jahrhunderts mit der Aufeinanderfolge der Kulturzeitalter verwechselt hat. Wenn jemand oberflächlich liest und außerdem kein Verständnis für das Gelesene hat, so kann dergleichen geschehen.</div></p>
<p>Wie gesagt: Steiner hat mit seinen Einwänden recht. Doch was hat er davon, und was hat die Anthroposophie davon? In welchem Verhältnis steht der zeitliche, vermutlich auch gesundheits-belastende Aufwand einer solchen Polemik mit dem erhofften Ergebnis, das heißt mit einer Popularisierung der Anthroposophie?</p>
<p>Wer im Bann einer bestimmten Weltanschauung steht, hier der materialistischen, wird sich durch keine noch so logischen Korrekturversuche und &quot;Widerlegungen&quot; davon abbringen lassen. Folglich hat Dessoir in der 6. Auflage des Buches seine Anthroposophie-Kritik von 9 Seiten auf 85 Seiten erweitert. Ob er darin auf Steiners Einwände eingegangen ist, habe ich auf die Schnelle nicht ersehen können; wohl aber, daß er in seine Lektüre jetzt auch Steiners Vortragswerk einbezogen und gründlich referiert hat - und dennoch von seiner ablehnenden Haltung keineswegs abgerückt ist. Vermutlich hat gerade Steiners Selbstverteidigung ihn in seiner eigenen Haltung bestärkt. Überraschend wäre das jedenfalls nicht.</p>
<p>Ich unterstelle, daß jemand, der in der anthroposophische Denk- und Arbeitsweise etwas Berechtigtes sieht, sich durch verzerrende Darstellungen von einer eigenständigen Prüfung nicht wird abhalten lassen und also keine Richtigstellungen nötig hat. Im Gegenteil: Je deutlicher die ablehnende Haltung ihres Autors zur Erscheinung kommt - und im Falle Dessoirs ist sie überaus deutlich -, umso interessanter wird ihm die Sache. Wer hingegen dazu neigt, unkritisch  gegnerische Haltungen zu übernehmen, der würde anderenfalls auch nicht geneigt und imstande sein, sich Anthroposophie eigenständig zu erarbeiten; er würde vielmehr zum Steinerianer werden.</p>
<p>Steiner wird dies gewußt haben; umso merkwürdiger erscheint mir die Mühe, die er sich macht, um den Gegner logisch ad absurdum zu führen. Ja, die Sache mit dem Dessoir hat ihn nicht losgelassen, sodaß er später, wenn auch in intimerem Kreise, als er gerade vom Teufel spricht, unvermittelt in Gehässigkeiten ausbricht (GA 176, S.325f.; Hervorhebungen durch mich):</p>
<p><div class="l">Luther hatte aber einen vollen Umgang mit dem <span class="r">Teufel</span>. Er mußte ihn kennenlernen durch die Seelenkämpfe, die man erleben muß, wenn man dem Teufel Aug' in Auge gegenübersteht. Und was er da erlebte, das faßte er in Bilder, wie man das, was man sonst erlebt, in Worte faßt. Wenn die Leute so dumm sind wie Professor <span class="r">Dessoir</span>, und auch so korrupt, so konnten sie jemandem, der sich durch Worte ausspricht, vorwerfen, er glaube, in den Worten lägen die Dinge, die man aussprechen will. Genau dasselbe wirft mir Professor <span class="r">Dessoir</span> vor, wo er sagt, ich leitete irgendwelche Entwickelungszustände der Menschheit aus Bildern und nicht aus Wirklichkeiten her. Man sollte nicht glauben, daß solch eine Sache überhaupt auftritt, aber sie tritt hier nicht bloß aus Uneinsicht auf, sondern auch aus Ignoranz. Besonders da, wo das zweite Kapitel meiner demnächst erscheinenden Schrift sich mit der unmöglichen, <span class="r">moralisch korrupten Gelehrsamkeit</span> beschäftigt, die heute die Zeit mit sich bringt und <span class="r">die das furchtbare Elend der Zeit mitbewirkt,</span> da werden Sie sehen, was für Leute heute in der offiziellen Wissenschaft herumspazieren, was aber nicht hindert, daß die Königliche Akademie der Wissenschaften, wie ich Ihnen das schon erzählt habe, den Preis erteilt hat <span class="r">jenem Schmachtlappen einer Geschichte der Psychologie, den Herr Dessoir auf ihr Preisausschreiben hin eingeschickt hatte,</span> und den er dann selbst zurückgezogen hat. Untersuchen Sie einmal, was die braven Kollegen Dessoirs über die <span class="r">Lotterigkeit und Oberflächlichkeit dieses wissenschaftlichen Schmachtlappens</span> einer Psychologiegeschichte vorgebracht haben, dann werden Sie einen Begriff bekommen, was dann, selbst wenn wissenschaftlich akademische Prämien vorliegen, durch die offizielle Wissenschaft spazierengehen kann.</div></p>
<p>Es liegt nahe, anzunehmen, daß die Ausbrüche einer solchen Gehässigkeit gegen anerkannte akademische Größen auch in der Nichtanerkennung wurzeln, welche Steiner durch die akademische Welt widerfahren ist. Steiner <strong>wollte</strong> ja akademischer Lehrer werden - solange, wie überhaupt Aussicht darauf bestand. Es scheint, daß die (sachlich berechtigte) Nichtanerkennung in ihm ein tiefes, lebenslanges Ressentiment veranlagt hat.</p>
<p>Wie verträgt sich das mit einer Haltung der Ehrfurcht, die Voraussetzung ist zur Erlangung höherer Erkenntnisse? Offenbar hat Steiner zwischen beiden Haltungen - Ehrfurcht und bitterem Ressentiment - ständig changiert. Ein gutes Beispiel hierfür findet sich im 5. Vortrag in Kristiania zum Fünften Evangelium, GA 148, wo Steiner gegen Ende, nachdem er mit dem Hinweis auf dem Verrat des Judas abgeschlossen hat, selber gewissermaßen abstürzt und polemisch wird:</p>
<p><div class="w">Sehen Sie, wir haben heute schon gründlich genug Feinde [...] Insbesondere sind es gewisse Anhänger der sogenannten Adyar-Theosophie, welche in der schlimmsten Weise eben diesen Jesuitismus verkünden und lauter gehässiges, gewissenloses Zeug reden. Aber dabei tritt auch noch das zutage, daß von einer Stelle aus, wo man recht sehr gewütet hat gegen das Engherzige, Verkehrte, Verwerfliche, unsere Lehre bodenlos gefälscht worden ist. Es hat unsere Lehre <span class="r">ein Mann, der aus Amerika kam,</span> durch viele Wochen und Monate kennengelernt, aufgeschrieben und dann in verwässerter Gestalt nach Amerika getragen und dort eine Rosenkreuzer-Theosophie herausgegeben, die er von uns übernommen hat. Er sagt zwar, daß er von uns hier manches gelernt habe, daß er aber dann erst zu den Meistern gerufen wurde und von ihnen mehr gelernt habe. Das Tiefere aber, was er aus den damals unveröffentlichten Zyklen gelernt hatte, verschwieg er als von uns gelernt. Daß so etwas in Amerika geschah - man könnte ja, wie der alte Hillel, in Sanftmut bleiben; man brauchte sich diese auch nicht nehmen lassen, wenn das auch nach Europa herüberspielt. Es wurde an der Stelle, wo man am meisten gegen uns gewütet hat, eine Übersetzung gemacht dessen, was über uns nach Amerika geliefert worden ist, und diese Übersetzung wurde eingeleitet damit, daß man sagte: Zwar träte eine rosenkreuzerische Weltanschauung auch in Europa zutage, aber in engherziger, jesuitischer Weise. Und erst in der reinen Luft Kaliforniens konnte sie weiter gedeihen.</div></p>
<p>Dieser &quot;Mann, der aus Amerika kam&quot;, das ist <em><strong>Max Heindel</strong></em>. - Es ist klar, daß es nach einem solchen Absturz ins Unehrfürchtige nicht gleich wieder zum Aufschwung kommt; das heißt, es folgen in den Vorträgen, die davon betroffen sind, danach auch keine höheren Erkenntnisse mehr.</p>
<p>Im Zusammenhang mit Steiners Kritik an Dessoir sollten wir auch nicht vergessen, daß zumindest der Vorwurf der oberflächlichen Lektüre auch auf Steiner zutrifft, wenn man es da überprüft, wo es sehr gut überprüfbar ist, nämlich anhand seiner philosophischen Werke. Diesbezüglich verweise ich auf <a href="index.php?id=36" class="internal" target="_blank">meinen Beitrag</a> mit dem Hinweis auf das Buch von Hartmut Traub.</p>
<p>Abschließend möchte ich auch noch Max Dessoir über Steiner zu Wort kommen lassen, und zwar aus der späteren, erweiterten Ausgabe seines Buches. (Ich verschiebe es auf morgen.)</p>
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<pubDate>Fri, 22 Jul 2016 22:16:05 +0000</pubDate>
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</item>
<item>
<title>Zu Otto Jachmann: &quot;Denken wird Wahrnehmung. Zur Philosophie von Brentano, Husserl, Heidegger und Derrida, und die Anthroposophie&quot;</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Dieses Buch ist ganz unakademisch, vielmehr sehr lebendig und, soweit es bei diesem Thema möglich ist, spannend geschrieben. So jedenfalls empfand ich die Lektüre. </p>
<p>Von den genannten Philosophen habe ich Brentano und Derrida bisher gar nicht, Heidegger vor sehr langer Zeit gelesen. Umso mehr interessierte mich das Kapitel über Husserl. Es beginnt mit Auszügen aus einem psychologisch sehr einfühlsamen und stilistisch glänzenden Artikel Husserls über seinen Lehrer Brentano. Husserls Philosophie selbst kommt vor Allem in längeren Zitaten zu Wort. Sie lassen die unendlich mühevolle Arbeit erkennen, die Husserl sich auferlegt und über Jahrzehnte geleistet hat, und deren geistiger Nachvollzug auch dem Leser unendliche Geduld abverlangt. Wie der Autor vermerkt: <span class="r">&quot;Die Lektüre seiner von Einzelerwägungen überquellenden Werke ist nicht eben leicht.&quot;</span> </p>
<p>Eine Bemerkung von Jachmann weckte in mir die gefühlsgesättigte Erinnerung an meine frühere Husserl-Lektüre. Sie lautet: </p>
<p><div class="g">Erleben wir nicht an diesen beiden Beispielen, wie die Beschreibung der Bewußtseinserlebnisse zunächst ganz konkret und vielversprechend beginnt, die phänomenologische Reduktion jedoch enttäuschend verläuft? Wie sich der Vollzug mehr und mehr in theoretisierenden Erwägungen verliert, und das eigentlich zu erschauende 'Eidetische', das Wesenhafte, am Ende nur noch als Wort, als leere Hülse vorhanden ist? Wo ist die Wesensschau geblieben, die angekündigt wurde? </div></p>
<p>Übrigens hat auch Karl Jaspers in einem autobiografischen Text (welchen, weiß ich nicht mehr) einmal sein Unverständnis und seine Enttäuschung über die phänomenologische Methode geäußert, ja Husserl selbst als einen Spießer charakterisiert und demgegenüber Heidegger als eine faszinierende Persönlichkeit abgehoben.</p>
<p>Der letzte Abschnitt in Jachmanns Kapitel über Husserl ist überschrieben mit &quot;Ohnmächtige Allwissenschaft&quot;. Ich zitiere daraus:</p>
<p><div class="g">Vom anthroposophischen Standpunkt aus [...] erleben wir Husserl als Menschen, der in ernstestem Erkenntnis- und Wahrheitsstreben Jahre, ja Jahrzehnte darum ringt, das wahre Wesen der Erscheinungen, welche sich dem menschlichen Bewußtsein darbieten, zu ergründen. Er will das völlig voraussetzungslos tun und von allem absehen, was menschliches Denken bisher den Erscheinungen hinzugefügt hat. [...] Diese 'Reduktion', diese andere Einstellung des Blicks auf die Erscheinungswelt, verlangt jedoch eine ungeheure Willens- und Bewußtseinsanspannung, die nicht in einem Zug zu vollziehen, sondern nur in langen, stets wiederholten übenden Bemühungen zu erringen ist. Diese nimmt Husserl auf sich. Es handelt sich um nichts geringeres als einen gedanklich strengen meditativen Schulungsweg, demjenigen vergleichbar, der in der <em>'Philosophie der Freiheit'</em> Rudolf Steiners gegeben ist. Und er führt zu dem zu erwartenden Ergebnis. Husserl stößt, wie es auch beim gedanklich-meditativen Erarbeiten der 'Philosophie der Freiheit' der Fall ist, bis an die Grenze des Denkens, bis zum Gedanklich-Wesenhaften vor. Er beginnt Gedanken-Intuitionen wesenhaft zu erleben, zu erschauen, so, wie er das beschreibt. Rudolf Steiner bezeichnet dies als erste, anfängliche übersinnliche Erlebnisse, die allerdings noch auf der Ebene von Gedankenvorstellungen bleiben.</div></p>
<p>Sodann bemängelt Jachmann, daß Husserl den letzten Schritt zum Erleben geistiger Wesen in der übersinnlichen Welt nicht vollzogen habe. Schuld daran sei seine Geistesart als strenger Denker und Mathematiker. Daher:</p>
<p><div class="g">Seine phänomenologische Philosophie wird zu einem fast undurchdringlichen Gedankengespinst, statt zum Wesen der Welt durchzustoßen und dem Anspruch gerecht zu werden, Erkenntnisgrundlage für alle Wissenschaften zu sein. [...] Er und sein Werk finden auch bei vielen Fachphilosophen kaum mehr als ein historisches Interesse.</div></p>
<p>Und dennoch:</p>
<p><div class="g">Von der geistigen Individualität, die in Husserl lebte, hat die Menschheit indes noch viel zu erwarten. Sie, die in diesem Leben mit mächtigem Streben bis unmittelbar vor die Grenze der Geisterkenntnis gelangte, wird in einem nächsten gewiss die Schwelle überschreiten können und dem Fortschritt der Menschheit dienen.</div></p>
<p>----------------------</p>
<p>Die Darlegungen Jachmanns zu den anderen drei Philosophen will ich nicht im Einzelnen referieren, obwohl sie mindestens ebenso interessant sind. (Husserl war ein eher unauffälliger Mensch, der als Persönlichkeit hinter seinem Werk verschwand. Für die Anderen galt das weniger.) Für wesentlich erachte ich vielmehr die zusammenfassende Charakteristik inbezug auf die Wende zur Geisterkenntnis:</p>
<p><div class="g">Ja, jeder hat auf seine Weise nach dem Geistigen gestrebt, ist auf das Geistgebiet zugegangen, hat aber den letzten Schritt, den über die Schwelle hin zu echter Geisterkenntnis, nicht zu tun vermocht, weil er sich selbst Hindernisse in den Weg legte.</div> </p>
<p>Die folgenden Beurteilungen gebe ich - abweichend vom Originaltext - als Liste wieder:</p>
<ul>
<li>Brentano konnte sich nicht vom Ideal einer falsch verstandenen naturwissenschaftlichen Methode für seine philosophisch-psychologische Forschung lösen.<br />
</li><li>Husserl gelangte bis zu einer gedanklich-geistigen Wesensschau und scheiterte schließlich an seiner abstrakt-mathematischen Vorstellungsweise.<br />
</li><li>Heidegger kam bei seiner Suche nach dem Sein mit einem neuen, wesenhaften Denken bis unmittelbar vor eine Geistesschau, erreicht sie aber nicht, weil sein Vorurteil, bildhafte Vorstellungen seien an die Sinneswelt gebunden, ihn davon abhielt.<br />
</li><li>Derrida schließlich war ein Grenzgänger zwischen physisch-sinnlicher und geistiger Welt und hätte echte Geisterkenntnis erringen können, wenn er innerlich zur Ruhe gekommen wäre; sein nimmermüdes diskursives Philosophieren hinderte ihn daran.</li></ul><p>Allerdings, so füge ich hinzu: Auch Steiner kam in seiner &quot;Philosophie der Freiheit&quot; nicht über die Schwelle hinaus. Und wir dürfen uns fragen, ob er das je getan hätte, wenn ihm sein Wunsch erfüllt worden wäre, Dozent oder Professor der Philosophie zu werden. Hartmut Traub bezweifelt das, <a href="index.php?id=38" class="internal" target="_blank">wie bereits erwähnt.</a> Auch ich halte, genau wie Traub, die Annahme für unbegründet, daß Steiner zur Zeit der Abfassung seiner &quot;Philosophie der Freiheit&quot; eine Geistesforschung im späteren Sinne hätte entwickeln können. Als Philosoph, als den Steiner sich damals verstand, kommt man eben nicht weiter als bis zu Gedankenerlebnissen.</p>
<p>Immerhin ist das Studium einer derartigen Philosophie - also einer solchen, die bis vor die Grenze geht - für die Vorbereitung zur Erlangung höherer Erkenntnisse von großem Wert, was Steiner auch betont. Muß es nun aber gerade die &quot;Philosophie der Freiheit&quot; sein? Ist sie &quot;besser&quot; als die Philosophien der anderen drei?</p>
<p>Ich glaube: Nein! Steiner hat sich nicht allzu lange nur mit Philosophie befaßt. Sein angebliches Hauptwerk ist im Schnelldurchgang geschrieben und entsprechend unvollkommen, fehlerhaft, und vermittelt seiner überbordenden Abgrenzungs-Polemik wegen zudem ein sehr schiefes Bild der Philosophie-Geschichte. Zum Erüben scharfen, sachgemäßen Denkens dürfte es vergleichsweise am wenigsten geeignet sein. Wer unter Philosophen mitreden will, kommt mit Steiner nicht aus. Vielleicht war es für uns daher ein Glücksfall, daß Steiners Karriere-Wunsch nicht in Erfüllung ging.</p>
<p>Ist denn nun, <em>sub specie aeternitatis</em>, Steiner als Individualität den anderen drei Philosophen voraus? Auch das ist nicht zwingend anzunehmen. So wissen wir, daß Mädchen früher in die Pubertät kommen als Jungen und dann erwachsener wirken sowie bessere schulische Leistungen zeigen; später aber werden sie von den Jungen doch wieder überholt, denn &quot;was lang währt, wird gut&quot;. Schimpansenkinder kommen sogar noch früher in die Pubertät, und schließen ihren Reifeweg folglich noch vorzeitiger ab. Zumindest denkbar ist also, daß die genannten Philosophen im jeweils nächsten Leben eine viel solidere Anthroposophie vorlegen werden, als wir sie jetzt vorliegen haben.</p>
<p>Denn Steiner hat nicht nur, wie erwähnt, im Schnellgang seine &quot;Philosophie der Freiheit&quot; geschrieben; er hat auch seine (vermutlich) &quot;höheren&quot; Erkenntnisse, sobald er reif für sie war, in einem unglaublichen Folgetempo vorgetragen, fast so, als würde er gejagt. Das Ergebnis ist schwer überschaubar, weil oft zusammenhanglos, unsystematisch, im Einzelnen unbegründet. Aber was will man von einem Einzelnen angesichts einer solchen Leistung mehr erwarten?</p>
<p>&quot;Wer immer strebend sich bemüht...&quot; Also streben wir danach, das Unvollkommene zu vervollkommnen und es irgendwann einmal besser zu machen!</p>
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<pubDate>Thu, 21 Jul 2016 18:59:19 +0000</pubDate>
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</item>
<item>
<title>Erlösung der Tiere als menschliche Aufgabe.</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em><span style="color:#c00;">Anmerkung vom Administrator:</span> Ich habe diesen Beitrag von Bernhard aus dem vorherigen Thread herausgelöst und zum Anfang eines eigenständigen Threads gemacht, weil es sich um ein neues Thema handelt. Dazu habe ich auch den ersten Teil des Titels (&quot;Tomberg im Vergleich zu Steiner&quot;) gelöscht.</em></strong></p>
<p>Hallo, Thomas!</p>
<p><br />
Aus diversen eigenen Beobachtungen und Überlegungen heraus halte auch ich es für möglich, dass die Domestikation der &quot;gefallenen&quot; ver-wilderten Tiere sehr wohl an deren Erlösung mitwirken kann. Allerdings, wenn dieses Erlösungswerk gelingen soll, sind meiner Ansicht nach drei christliche Tugenden vorauszusetzen: <em> Ehrfurcht, Selbstvertrauen</em> und <em>Mitgefühl</em>.</p>
<p>Durch die Domestikation werden die wilden Tiere in die menschliche Kultur mit eingebunden, deren einseitig spezialisierte Lebensprozesse und Wesenseigenschaften zugunsten der Menschen gezielt gesteigert, veredelt und vervollkommnet und ihr hieraus erwachsendes Opfer durch des Menschen liebevolle Zuwendung, sorgsame Pflege und sicheren Schutz dankbar gewürdigt.</p>
<p>Es ist ja hinlänglich bekannt, dass, sofern domestizierte Tiere natur- und artgerecht gehalten werden und ihnen ausreichend gemütvolle Innigkeit und Wärme zukommen, sie mit der Zeit wirklich sozusagen &quot;menschlicher&quot;, d.h. seelisch wacher werden und ihr reaktives Sozialverhalten sich sensitiviert. Man kennt zur genüge historische und moderne Belege für höchst außergewöhnliche Beziehungen zwischen Menschen und ihren tierischen Partnern und Freunden, selbst übersinnlicher und solcher Art, die bis über den Tod hinausgehen, und dabei noch gar manch menschliches Treuebündnis in den Schatten stellen. Desgleichen weiß man z.B., dass die sprichwörtliche instinktive Feindschaft zwischen Hund und Katze sich tatsächlich umwandelt in gegenseitige Duldsamkeit und Zuneigung, sofern diese Tiere unter den Menschen gemeinsam ein moralisch gesundes Klima miterleben. (Was denn auch jene unerhörte biblische Verheißung, wonach dereinst im Paradiese Löwe und Lamm nebeneinander grasen und friedlich beieinander liegen würden, gar nicht mehr all zu wunderbar erscheinen lässt!)</p>
<p>Ich glaube sicher, dass des Menschen positiver Einfluss zumindest auf die höheren Tiere diese auf ihren Wiederaufstieg effizient vorbereiten kann. Und es ist für mich nicht undenkbar, mit der Pflege eines liebevollen und wohlwollenden Verhältnisses zur Tier-Welt insgesamt auch die Entwicklung unserer spirituellen Erkenntnisfähigkeit zu fördern: Denn in dem Maße, wie die Tier-Seele sich unserer Seele anzuvertrauen und auf seine Weise uns von ihren Erlebnissen mit Elementar-, Natur- und höheren Geistwesen mitzuteilen wagt, werden auch wir desto fähiger, um uns ihnen liebevoll-verstehend öffnen zu können, in die übersinnliche Welt vorzudringen. </p>
<p>Es sollte einleuchten, dass das &quot;gefallene&quot; Tier den Menschen völlig anders erleben muss, als es seine Artgenossen und die übrigen Tiere erlebt. Durch seine naturgemäße &quot;Hellsichtigkeit&quot; nimmt es ja in uns etwas ähnlich Wesenhaftes wahr, wie es ihnen aus der Astralsphäre als ihr kosmischer Gruppen-Geist vertraut ist. Vor allem die hochentwickelten Tiere - auch schon unter den Vögeln und manchen rotblütigen Meeresbewohnern - verhalten sich dem Menschen gegenüber besonders anhänglich, unterwürfig, furchtsam, scheu, vorsichtig oder aggressiv - ja nach ihrer Art. Diese Beobachtung aber bringt einen weiteren bedeutsamen Schluss ans Licht, der unsere schicksalsprägende Einflussnahme auf die Tier-Evolution einmal mehr bestätigt: Indem wir nämlich mit unserem individuellen Ich uns <em>eigenmächtig zwischen die Tier-Seele und ihr über-ragendes Gruppen-Ich stellen, also nichts geringeres als die Rolle ihrer geistigen Führer und Lenker übernehmen können</em>, sind wir tatsächlich bis zu einem bestimmten Grade er-mächtigt, die Tiere <em>von ihrem vorgesehenen Werde-Plan abzulenken und sie auf durch uns bestimmte Wege und von uns gesetzten Zielen zuzuführen</em>. Die &quot;Erfolge&quot; der gezielten <em>Rassenzucht</em> sowie der <em>Dressur</em> und der <em>Domptur</em> erweisen schon annähernd recht eindringlich, wie wirkungsvoll die Magie des menschlichen Ichs in der Lage ist, sowohl die physische als auch die seelische Organisation der Tiere in ihren Bannkreis zu ziehen und auf der Klaviatur der Evolution mitzuspielen. -</p>
<p>Ich habe den <em>dunklen</em> Aspekt der Mensch-Tier-Beziehung bewusst nicht erwähnt; dieser würde meine jetzigen Ausführungen sicher ergänzen, aber ich denke, hiermit angesprochen zu haben, worauf es Dir, Thomas, wesentlich ankommt. Sicher ist es interessant und ohnehin aktuell von besonderer Brisanz, auf die geistigen Aspekte hinzudeuten, z.B. auf die industrielle Massenhaltung von Tieren, auf ihre artfremde Verwöhnung und Verhätschelung, auf ihre pervertierte Ver- und Zermenschlichung durch eigens für sie errichtete &quot;Kultureinrichtungen&quot;, und nicht zuletzt auf die satanisch intendierte und massenhaft praktizierte Vivisektion in den verborgenen Tempeln und Hexenküchen der modernen Naturwissenschaft...</p>
<p>Vorerst aber hierzu genug von mir. </p>
<p>Ich hoffe auf rege Resonanz!</p>
<p><br />
Liebe Grüße!</p>
<p>Bernhard</p>
]]></content:encoded>
<link>https://kosmogonie.info/Forum/index.php?id=140</link>
<guid>https://kosmogonie.info/Forum/index.php?id=140</guid>
<pubDate>Fri, 15 Jul 2016 19:49:07 +0000</pubDate>
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</item>
<item>
<title>Steiner als Ratgeber in Lebensfragen - inwieweit kann man ihn überhaupt noch ernstnehmen?</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>In GA 327-8 (Landwirtschaftlicher Kurs) lesen wir:</p>
<p><div class="g">man sollte einem Menschen, der an einem Karzinom leidet, sofort den <span class="r">Tomatengenuß</span> verbieten.</div></p>
<p>Sollten anthroposophische Ärzte das heute noch beherzigen (was ich ihnen nicht unterstellen möchte), dann würden sie sich in Widerspruch setzen zu allgemein bestätigten Erkenntnissen. Demnach hemmt der Genuß von Tomaten einen schon bestehenden Prostatakrebs, und wirkt ansonsten vorbeugend gegen Tumore allgemein.</p>
<p>Ein anderes Beispiel. Mich persönlich hat längere Zeit die Frage beschäftigt: Mache ich mich zum Philister, weil ich viel Schokolade esse? Diese Steinersche Behauptung ist natürlich kaum zu widerlegen. Doch immerhin enthält Schokolade Antioxydantien. Nachdem ich mich somit weitergebildet habe, nehme ich die Steinerschen &quot;Hinweise&quot; nicht mehr unbedingt ernst.</p>
<p>Manche Ratschläge Steiners lassen den unbefangenen (Nebenübung!) Leser schon intuitiv erkennen, daß sie irgendwie blödsinnig sind, so wie dieser hier (aus GA 348-10, bereits zitiert und besprochen in meiner Kosmogonie, Einleitung):</p>
<p><div class="g">Wenn zum Beispiel die Mutter noch nie einen Menschen mit einer auffallend <span class="r">schiefen Nase</span> gesehen hat und sie begegnet einem solchen gerade in den ersten Monaten der Schwangerschaft, so wird in den meisten Fällen, wenn nicht eine Regulierung eintritt, das Kind eine schiefe Nase bekommen. Und Sie werden sogar sehen können, daß in den meisten Fällen, wenn die Mutter überrascht wird durch einen, der die Nase schief nach rechts hat, so wird das Kind mit der Nase schief nach links geboren.</div></p>
<p>Prekär ist daran, daß Steiner das offenbar ernst gemeint hat. Oder nehmen wir diese &quot;Erkenntnis&quot; aus demselben Vortrag:</p>
<p><div class="g">Ja, ich bin meinerseits davon überzeugt, wenn wir noch eine Anzahl Negerromane kriegen, und wir geben diese Negerromane den schwangeren Frauen zu lesen, in der ersten Zeit der Schwangerschaft namentlich, wo sie heute ja gerade solche Gelüste manchmal entwickeln können - wir geben diese Negerromane den schwangeren Frauen zu lesen, da braucht gar nicht dafür gesorgt zu werden, daß Neger nach Europa kommen, damit <span class="r">Mulatten</span> entstehen; da entsteht durch rein geistiges Lesen von Negerromanen eine ganze Anzahl von Kindern in Europa, die ganz grau sind, Mulattenhaare haben werden, die mulattenähnlich aussehen werden!</div></p>
<p>In diesem Zusammenhang will ich mich nicht unbedingt auf eine Rassismus-Diskussion einlassen, denn der heutige sogenannte &quot;Antirassismus&quot; ist seinerseits kritikwürdig und macht notwendig, daß man ihn hinterfrage. </p>
<p><strong>Mich bewegt allein die Frage: Welche Behauptungen von Steiner kann ich überhaupt noch ernstnehmen?</strong> Ein deutsches Sprichwort lautet: &quot;Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er zehnmal die Wahrheit spricht.&quot; Nun, Steiner &quot;lügt&quot; nicht, aber er ist auch nicht gerade selbstkritisch.</p>
<p>Besonders interessant finde ich natürlich die Behauptungen, welche die Kosmologie und die Menschheits-Entwicklung betreffen. Etwa, <strong>daß der Mond sich der Erde wieder annähere</strong> - was nach gegenwärtigen Erkenntnissen nicht zutrifft, im Gegenteil -, und daß er sich in fünf bis sechs Jahrtausenden wieder mit der Erde vereinigt haben werde. Denn das würde - nach Steiner - bedeuten, daß die Menschen sich nicht mehr sexuell fortpflanzen können. Nun sind wir zwar noch nicht soweit, aber da Entwicklungen, die eintreten werden, eventuell ihre Schatten vorauswerfen, sind sie dennoch von Bedeutung, um gegenwärtige Tendenzen zu interpretieren.</p>
<p>In derartigen Fällen wird die notwendig aufkommende Skepsis zu einem Problem von Dringlichkeit.</p>
<p>------------</p>
<p>Ich vermute, daß selbst die konsequentesten Steiner-Apologeten den Steiner nicht 100%ig ernst nehmen. Sie geben es nur nicht zu, vielleicht nicht einmal vor sich selbst. Sie verhalten sich insofern wie Priester, die vielleicht noch an Gott, aber nicht mehr an die Auferstehung glauben, über ihre Skepsis aber kein Wort verlieren (dürfen). Sie praktizieren das Tabu.</p>
<p><strong>Ich möchte hiermit anregen,</strong> über die - mehr oder minder heimlichen - Zweifel bezüglich Steiners &quot;Hinweisen&quot; einmal zu reden. Leitfrage könnte sein: Was gehört zum unantastbaren, was zum diskussionswürdigen, und was zum belastenden Bestand?</p>
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<pubDate>Tue, 12 Jul 2016 09:54:47 +0000</pubDate>
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</item>
<item>
<title>Geistes-Wissenschaft</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo, Thomas!</p>
<p>Beiträgen aus dem Steiner-Forum entnahm ich, dass Du auch <em>Frits H. Julius</em> kennst. Das hat mich sehr angenehm überrascht. Ich weiß nicht, ob Dir seine Schriften ebenso ausnehmend gut gefallen wie mir, denn in Julius sehe ich persönlich in der Tat einen echten <em>Geistes</em>-Wissenschaftler, wie er der wahren Anthroposophie angehört und wie Steiner ihn sich sicherlich für sie wünschte.</p>
<p>Als ich Julius am Anfang meiner Begegnung mit der Anthroposophie kennenlernte, habe ich ihn regelrecht verschlungen. Und seine Bücher gehören für mich bis heute zu den größten Schätzen wertvoller Erkenntnisse, die beispiellos aufzeigen, was erreicht werden kann, wenn Natur-Forschung mit echter geistvoller wissenschaftlicher Methodik betrieben wird. In Julius Büchern verbindet und ergänzt sich auf ideale Weise ein exaktes sinnlichkeitsfreies Denken mit einem warmen, lebensoffenen Gemüt. Und ich bin mir recht sicher, dass Julius' Vorgehensweise, richtig nachgeahmt, auf den Weg zur echten Hellsichtigkeit hin führen kann.</p>
<p>Was sagst Du zu Julius? -</p>
<p><br />
Lieben Gruß</p>
<p>Bernhard</p>
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<pubDate>Fri, 01 Jul 2016 08:46:12 +0000</pubDate>
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<title>Steiners Verhältnis zu Husserl - ein Lehrbeispiel skandalöser Befangenheit</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Edmund Husserl (1859-1938), ein Zeitgenosse Steiners, ist unbestritten einer der einflußreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Das wird auch in dem <a href="http://anthrowiki.at/Husserl" target="_blank">Husserl-Artikel der Anthrowiki</a> ausdrücklich erwähnt. Husserl war Begründer der phänomenologischen Schule. Darin geht es um die genaue Beobachtung des Denkens und der Bewußtseinsvorgänge überhaupt.</p>
<p>Umso befremdlicher ist die ablehnende Haltung Steiners zu Husserl, die so weit ging, daß er diesen in seiner philosophiegeschichtlichen Darstellung mit dem Titel &quot;Die Rätsel der Philosophie&quot; mit keinem Wort erwähnt. Diese Ignoranz ist wirklich erstaunlich, enthält doch dieses Buch, das umfangreichste von Steiner überhaupt, etwa 360 philosophische Autoren in seinem Namen-Register; darunter völlig unbedeutende, die heute kaum einer mehr kennt.</p>
<p>Man muß sich also fragen: Was ging in Steiner vor sich - er, der doch einmal in eine philosophisch-akademische Karriere so große Hoffnungen gesetzt hatte?</p>
<p>Aus der <a href="index.php?id=36" class="internal" target="_blank">Monografie von Hartmut Traub</a> über &quot;Philosophie und Anthroposophie&quot; wissen wir bereits, wie Steiner mit Philosophen umging: ausbeuterisch und zugleich - wenn der Ausdruck nicht zu stark ist - verleumderisch, und zwar durch willkürliche Ignoranz und entstellende Zitierung. Er hat sie der Reihe nach &quot;abgefertigt&quot;, um sich selbst zu profilieren. Bei seinen Fachkollegen ist er damit nicht gut angekommen; umso mehr freilich bei der Mehrzahl seiner Anhänger, sehr zum Schaden der Anthroposophie als geistiger Bewegung.</p>
<p>Umso bemerkenswerter der Hinweis im o.g. Artikel der Anthrowiki auf einen Steiner-Text, in welchem sich Steiner doch noch über Husserl äußert. Es handelt sich um GA 73a, &quot;Fachwissenschaften und Anthroposophie&quot;. Ich zitiere aus einem &quot;Schlußwort nach dem Vortrag von Paula Matthes über die Frage «Was kann Philosophie dem Menschen heute noch geben?» (Dornach, 11. Mai 1920)&quot;, Seite 501f.:</p>
<p><div class="g">Dann, nicht wahr, gibt es die Richtung von Husserl, aber die kommt nicht sehr stark in Betracht. Meiner Empfindung [!] nach  ist er ein Schüler von Franz Brentano.</div></p>
<p>Anmerkung: Husserl hat bei Franz Brentano studiert. Steiners &quot;Empfindung&quot; ist anscheinend also der Nachklang einer gehörten oder gelesenen Auskunft.</p>
<p><div class="g">Bei Franz Brentano liegt überall die Tatsache vor, daß er ein scharf geschulter Aristoteliker ist und ein scharf geschulter Thomist, ein guter, gründlicher Kenner der Thomistik, so daß also auf Husserl manches übergegangen ist sowohl vom Aristotelismus wie vom Thomismus. Selbstverständlich kann das ein moderner Philosoph, wie Husserl es ist, nicht ohne weiteres zugeben [!?], aber man kann es in seiner Psychologie und in alle dem, was in ihm so zutage tritt, verfolgen.</div></p>
<p>Anmerkung: Daß Husserl seine Einflüsse aus der philosophischen Tradition verleugnet hätte, ist mir neu.</p>
<p><div class="g">Nun weiß ich nicht, wie Fräulein Matthes darüber denkt - ich muß gestehen, als ich meine «Rätsel der Philosophie» in der neuen Auflage abfaßte und versuchte, ein wenig diese neueren Richtungen zu verarbeiten, da stand ich immer wieder vor der Frage: Was soll man nun mit dem Husserl eigentlich machen? - Es ist tatsächlich so, wenn man sich noch so sehr bemüht, etwas heranzuholen, um ihm irgendwie beizukommen, ihn zu fassen, man kriegt es nicht fertig; es kommt nichts Besonderes dabei heraus. Es ist mir so stark aufgefallen, wie Husserl im Grunde genommen in Worten kramt, wie er auch bei aller seiner Wesensschau und so weiter ganz abhängig ist von dem sekundären Wortinhalt und wie er nicht zu einem wirklichen Schauen auch nur der einfachsten Bewußtseinstatbestände kommen kann.</div></p>
<p><div class="g">Es ist zum Beispiel für Husserl, wie es scheint, eine Unmöglichkeit, darauf zu kommen, was für ein Unterschied ist zwischen dem Bilde vom <strong>Kölner Dom</strong>, das ich nur in der Erinnerung, aber bis in die Einzelheiten, vermerkt habe im Bewußtsein, und dem Bilde, das ich vor mir habe, wenn ich dann vor dem Kölner Dom stehe und ihn wirklich anschaue. Also ich wüßte nicht, wo aus der ganzen Struktur der Husserlschen Philosophie ein Unterschied zwischen diesen zwei Bildern als wesentlich wirklich aufzufinden wäre. Und wenn ich nicht irre, hat sogar Husserl selbst dieses Bild vom Kölner Dom in diesen zwei Beziehungen einmal gebraucht, ich glaube zur Illustration. Man kommt eigentlich aus seinem Gewirre durch alle möglichen Auseinandersetzungen nicht zu irgend etwas Greifbarem.</div></p>
<p>Diese Ignoranz ist wirklich verblüffend. Man muß sich fragen: Was hat Steiner von Husserl eigentlich gelesen, genauer: welcher Text von Husserl hat ihm vorgelegen, aus dem er dann das Obige herausgelesen hat? Das würde ich gerne wissen!</p>
<p>Nun hat Husserl zu Lebzeiten nicht viel veröffentlicht. Aber seine &quot;Logischen Untersuchungen&quot; sind 1900/1901 erschienen; 1913 waren es dann die &quot;Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen Philosophie&quot;. Möglicherweise hat Steiner in überhaupt keines der von Husserl geschriebenen Bücher hineingeschaut, sondern in irgendein Lexikon, und sich seinen eigenen Reim darauf gemacht.</p>
<p><a rel="thumbnail" href="images/uploaded/SzilasiHusserl.jpg"><img src="images/uploaded/SzilasiHusserl.jpg" class="thumbnail right" alt="[image]" /></a></p>
<p>Mir liegt gegenwärtig kein Buch von Husserl vor, aber ein schmales Buch von Wilhelm Szilasi, Titel: &quot;Einführung in die Philosophie Edmund Husserls&quot; (1959). Mit Bezug auf das obige Steiner-Zitat (angebliche Unfähigkeit Husserls, zwischen Vorstellung und leibhaftem Wahrnehmen des Kölner Doms zu unterscheiden) zitiere ich aus dem ersten Abschnitt, &quot;Deskriptive Phänomenologie&quot; (Hervorhebung in Fettdruck durch mich):</p>
<p><div class="l"><em>§ 9. Leibhaft Wahrnehmen; Vorstellen; Leermeinen.</em> Leibhaft ist mehr als &quot;es selbst&quot;. Denken wir jetzt an das <strong>Freiburger Münster</strong>, dann haben wir es uns zwar vorgestellt, aber wir haben es nicht leibhaftig vor uns. Leibhaftigkeit ist ein ausgezeichneter Modus der Selbstgebung der Dinge. Ich kann mich aber auf das Münster so beziehen, daß ich es nicht einmal als es selbst, nicht in der Selbstgegebenheit vorstelle. Zum Beispiel, wenn wir jetzt in ein Gespräch kommen würden über die Baugeschichte des Münsters. Dabei wird uns das Münster nicht anschaulich gegenwärtig; ich stelle es mir nicht vor. Ich spreche über das Münster. Ich meine es, aber im Sinne des Leermeinens. In dieser Art der Rede bewegt sich der größte Teil unserer natürlichen Kommunikation. Im Leermeinen ist das Gemeinte schlicht direkt, schlicht gemeint, aber ohne anschauliche Erfahrung.</div></p>
<p><div class="l"><strong>Leermeinung, bloße Vorstellung, leibhafte Wahrnehmung sind Strukturunterschiede,</strong> die nicht zu den Dingen, nicht zu den Sachen, sondern zu der aktuellen, situationsgebundenen Intention gehören. Der Gegenstand (Münster) ist immer derselbe. Aber das dem Vernehmen Gegenständliche ist verschieden, und zwar entsprechend der Modifikation der Intention. Es liegt in der Fähigkeit der Intention, daß sie die Möglichkeit hat, das Worauf des Gesichteten zu variieren; mal hat sie das Worauf des leiblichen Vor-sich-habens, mal des Vorstellens, um nur die wichtigsten Variationen zu nennen.</div></p>
<p>Resümieren wir: Steiner behauptet, Husserl könne zwischen (Erinnerungs-)Vorstellen und leibhafter Anschauung des Kölner Domes - oder des Freiburger Münsters, um das von Szilasi gebrauchte Beispiel zu nehmen - nicht unterscheiden. Aber Husserl unterscheidet die Aktivitäten des Bewußtseins sehr genau, genauer als jeder Philosoph es vor ihm getan hat. Dabei ist das, was ich aus dem Einführungsbuch von Szilasi zitiert habe, selbstverständlich nur ein winziger Teil von Husserls Beschreibungen der Bewußtseins-Akte. Sehr bedeutend erscheint mir seine Transzendentalphilosophie, seine Unterscheidung der Ich-Schichten (das empirische, das transzendentale, das reine Ich), und zuletzt die Entdeckung der Lebenswelt.</p>
<p>Jetzt können, ja müssen wir uns fragen: Was hat Steiner bewogen, Husserl dermaßen auffällig zu ignorieren? Ich vermute dahinter die Tatsache, daß Husserl in äußerster Breite und Tiefe aus- und zuendegeführt hat, was Steiner in seiner &quot;Philosophie der Freiheit&quot; versucht hat, auszuführen, nur eben stümperhaft (vgl. die detaillierte Kritik von H.Traub). Dieselbe Einstellung dürfte es auch sein, die ihn bewogen hat, die Psychologie von Carl Gustav Jung und seiner Schule mit wenigen verächtlichen Bemerkungen abzutun. </p>
<p>Steiner wollte sich abheben und mit seiner Anthroposophie sich profilieren. Er wollte das Kulturleben dominieren, so wie vergleichsweise Marx und Freud es mit ihren Schulen zu dominieren suchten. Auch diese scharten Jünger - nicht nur Schüler! - um sich.</p>
<p>Gerade bei Steiner ist das umso schwerer erträglich, als er damit seinen eigenen Ansprüchen (Unbefangenheit, Vorurteilslosigkeit, inneres Schweigen...) zuwiderläuft. Zuletzt tritt  zwangsläufig die Frage immer mehr in den Vordergrund: Kann ein so vorurteilsbeladener Mensch überhaupt &quot;höhere&quot; Erkenntnisse gewinnen? Und falls ja, wie zuverlässig sind die diesbezüglichen &quot;Mitteilungen&quot;?</p>
<p>---------------</p>
<p><em><strong><span class="underline">Nachtrag</span>:</strong></em></p>
<p>Die merkwürdige Parallele der Anschauungsbeispiele - einmal der <strong>Kölner Dom</strong>, andermal das <strong>Freiburger Münster</strong> - dürfte auf einer Gedächtnistäuschung seitens Steiner beruhen. Denn Husserl hat nie in Köln gelehrt, also sicher auch keinen Grund gehabt, sich auf den Kölner Dom zu beziehen. Er lehrte jedoch ab 1916 in Freiburg, kannte also mit Sicherheit auch das dortige Münster. Entweder also, so vermute ich, hat Steiner einmal einer Vorlesung von Husserl in Freiburg beigewohnt und nicht richtig zugehört, oder, wahrscheinlicher, hat er sich von einem Studenten Bericht geben lassen, und auch nicht richtig zugehört, oder der letztere, oder beide zusammen haben nicht zugehört oder nicht verstanden.</p>
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<pubDate>Thu, 23 Jun 2016 17:45:17 +0000</pubDate>
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</item>
<item>
<title>Unklarheit der Steinerschen Begriffe &quot;Empfindungsseele&quot;,  &quot;Verstandesseele&quot;, &quot;Bewußtseinsseele&quot;</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Im Kapitel &quot;Wesen der Menschheit&quot; von Steiners &quot;Geheimwissenschaft&quot; lesen wir:</p>
<ul>
<li><span style="color:#009;">Seelisch sind: Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele. In der Seele breitet das Ich sein Licht aus.</span></li></ul><p>Demnach ist <strong>das Ich</strong> also die Grundlage der Ausbildung seelischer Elemente. </p>
<p>Damit in Widerspruch steht aber, daß im kosmologischen Kapitel (&quot;Die Weltentwicklung und der Mensch&quot;) die drei Seelen bereits Zeiten zugeordnet werden, die lange vor dem Erscheinen eines (menschlichen) Ich liegen. So entstand...</p>
<ul>
<li>die Empfindungsseele bereits in der polarischen Hauptstufe;<br />
</li><li>die Verstandesseele bereits in der hyperboräischen Hauptstufe;<br />
</li><li>die Bewußtseinsseele bereits in der lemurischen Hauptstufe. </li></ul><p>
Vergleiche damit auch die tabellarischen Darstellungen <a href="http://kosmogonie.info/Erde.html" target="_blank">hier</a>. Für die Bewußtseinsseele wird zwar nicht klar, ob sie vor oder mit dem ersten Aufdämmern des Ich entsteht. Aber selbst im zweiten Falle erscheint sie, wenn wir uns an die nicht kosmologischen Beschreibungen halten, jedenfalls zu früh.</p>
<p>Für die Empfindungsseele und die Verstandesseele sind die Differenzen sogar noch krasser, da sie beide bereits in der Beschreibung zum <strong>Alten Mond</strong> Erwähnung finden. </p>
<p>Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus - und Steiner nimmt ja Wissenschaftlichkeit für sich in Anspruch! - sind diese Unklarheiten, ja Widersprüchlichkeiten nicht hinnehmbar. </p>
<p>Die wissenschaftlich bzw. philosophisch unordentliche Vorgehensweise, die auch schon in der &quot;Philosophie der Freiheit&quot; auffällt, findet sich in der Kosmologie gesteigert. Die Neigung zu methodischen Mängeln erledigt sich offenbar nicht von selbst.</p>
<p>Steiner-Apologeten werden natürlich einwenden, daß eine Kritik nur dem zustehe, der selbst über die Erkenntnisfähigkeiten verfügt, auf die Steiner sich stützte. Aber was soll dann Steiners Versicherung, daß jeder Leser, der nur genügend unbefangen sei, Steiners Angaben einsehen können? Sind wir alle befangen?</p>
<p>Eher ist es umgekehrt: Nur aus der Befangenheit, die aus einem Personenkult erwächst, kann man sich mit Widersprüchen abfinden. Der wissenschaftlich denkende Leser wird versuchen, selbständig weiterzudenken.</p>
<p>Daher: Mehr Mut zum Selbstdenken!</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Sat, 11 Jun 2016 13:49:01 +0000</pubDate>
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</item>
<item>
<title>Vampyrs Hilferuf</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size:150%;"><span style="color:#939;">Wie die</span></span></p>
<p><span style="font-size:150%;"><span style="color:#939;">blendwütige Sonne</span></span></p>
<p><span style="font-size:150%;"><span style="color:#939;">ihren gleißenden Strahl</span></span></p>
<p><span style="font-size:150%;"><span style="color:#939;">in mein müdes</span></span></p>
<p><span style="font-size:150%;"><span style="color:#939;">Auge schlägt...</span></span></p>
<p><span style="font-size:150%;"><span style="color:#939;"><br />
Wie ihr Donnergedröhn</span></span></p>
<p><span style="font-size:150%;"><span style="color:#939;">trümmerheischend</span></span></p>
<p><span style="font-size:150%;"><span style="color:#939;">mein schmerzzuckendes</span></span></p>
<p><span style="font-size:150%;"><span style="color:#939;">Herz durchbebt... -</span></span></p>
<p><span style="font-size:150%;"><span style="color:#939;"><br />
Nacht, dunkelschwere!</span></span></p>
<p><span style="font-size:150%;"><span style="color:#939;">Hülle mich</span></span></p>
<p><span style="font-size:150%;"><span style="color:#939;">in dein</span></span></p>
<p><span style="font-size:150%;"><span style="color:#939;">schweigendes Nichts,</span></span></p>
<p><span style="font-size:150%;"><span style="color:#939;">dass ich</span></span></p>
<p><span style="font-size:150%;"><span style="color:#939;">an den Klippen</span></span></p>
<p><span style="font-size:150%;"><span style="color:#939;">des lichttosenden Tags</span></span></p>
<p><span style="font-size:150%;"><span style="color:#939;">nicht zerschelle!</span></span></p>
<p><br />
Bernhard</p>
]]></content:encoded>
<link>https://kosmogonie.info/Forum/index.php?id=57</link>
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<pubDate>Tue, 07 Jun 2016 21:55:21 +0000</pubDate>
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</item>
<item>
<title>Ausgrabung alter Kosmologie: Erich Neumanns &quot;Ursprungsgeschichte des Bewußtseins&quot;</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src="images/uploaded/NeumannUrsprungsgeschichte.jpg" class="right" alt="[image]" /></p>
<p>Der Psychotherapeut <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Neumann_%28Psychologe%29" target="_blank">Erich Neumann (1905-1960)</a> war ein Schüler von C.G.Jung, dem Begriffs-Schöpfer des &quot;Kollektiven Unbewußten&quot;. Neumanns zurecht sehr bekannt gewordenes Hauptwerk, die &quot;Ursprungsgeschichte des Bewußtseins&quot;, erschien 1949. </p>
<p>Ich habe es, als Taschenbuch der Reihe &quot;Geist und Psyche&quot; (siehe Abbildung rechts), bereits als 15-Jähriger gelesen. Die Lektüre löste einen Enthusiasmus in mir aus, der sich währenddessen und noch einige Zeit danach sogar in meinen Träumen niederschlug. So erinnere ich mich, einem Kameraden erzählt zu haben, daß ich einzelne Kapitel, die zu lesen ich mir jeweils vorgenommen hatte, bereits in der Nacht, welche der Lektüre vorausging, &quot;vorweggeträumt&quot; hatte - so als sei mir der Inhalt in Grundzügen bereits bekannt. </p>
<p>Eigentlich ist das auch nicht allzu überraschend. Wenn wir von einem &quot;kollektiven Unbewußten&quot; ausgehen, so sind ja <em>uns allen</em> diese Inhalte bekannt. Individuell unterschiedlich ist dann nur, wie weit diese Inhalte - &quot;Archetypen&quot; - unter der Oberfläche unseres Wachbewußtseins liegen.</p>
<p>Weiter unten gebe ich - in eigenständiger Formatierung - einen Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis, der überschrieben ist: &quot;Erster Teil - Die mythologischen Stadien der Bewusstseinsentwicklung.&quot;</p>
<p>Doch zunächst einige Hinweise zum Inhalt und zur Bedeutung dieses Buches.</p>
<p>Der Autor schreibt, wie es sich für einen &quot;Analytischen Psychologen&quot; im Sinne Carl Gustav Jungs gehört, </p>
<ul>
<li>sowohl als Mythenforscher, d.h. als Archäologe der verschriftlichten, somit <strong>objektivierten</strong> Ablagerungen des Kollektiven Unbewußten, <br />
</li><li>wie auch als Psychoanalytiker, der es mit - nicht unbedingten kranken - Menschen zu tun hat, die ihm ihre Träume mitteilen. Da hat er es mit dem <strong>subjektiven</strong> Aspekt zu tun.</li></ul><p>
Bei diesen Menschen handelte es sich um eine Art von &quot;Kosmologen&quot;, die im Weltbild Rudolf Steiners eigentlich nicht vorkommen. Denn für Steiner sind Träume grundsätzlich bedeutungslos. Zwar erkennt er an, daß</p>
<p><span style="color:#009;"><em>&quot;der Mensch von dem Einschlafen an, durch weitere Schlafzustände hindurch, unbewußter Philosoph, <strong>Kosmologe</strong> und gottdurchseeltes Wesen [wird]&quot;</em></span>,</p>
<p>jedoch betont er gleichzeitig:</p>
<p><span style="color:#009;"><em>&quot;Die wahre Gestalt der Schlaferlebnisse wird durch die gewöhnlichen Träume nicht deutlicher, sondern noch undeutlicher. Auch für das imaginative Bewußtsein tritt diese Undeutlichkeit ein, wenn dieses in seiner Reinheit durch unwillkürlich auftauchende Träume gestört wird.&quot;</em></span> (in &quot;Philosophie, Kosmologie, Religion&quot;, Kapitel &quot;Schlaferlebnisse der Seele&quot;.)</p>
<p>Was aber C.G.Jung und seine Schüler in großem Umfang durch ihre Klienten erfuhren und auch selbst erlebten und worauf sie ihre größte Aufmerksamkeit richteten, das waren gerade die &quot;ungewöhnlichen&quot; Träume, welche mit großer bildlicher Klarheit auftreten und in den Träumern tiefe bleibende Eindrücke hinterlassen. Ganz offensichtlich handelte es sich um inspirierte (!) Imaginationen. Steiner scheint derartige Träume nicht zu kennen; jedenfalls würdigt er sie nicht, wie er auch die Analytischen Psychologie mit wenigen abschätzigen Bemerkungen abtat, ja sie mit der Freudschen Psychoanalyse (in der es eher um persönlichste &quot;Abfälle&quot; geht) mehr oder weniger in einen Topf warf.</p>
<p>Immerhin erkennt Steiner an, daß es früher eine auf echten Erkenntnissen gegründete Kosmologie gegeben habe, und daß eine solche heute (durch Ausbildung der inspirativen Erkenntnis) wieder entwickelt werden könne:</p>
<p><span style="color:#009;"><em>Ist der Philosoph ein vollbewußtes Kind, so muß der Kosmologe in vollbewußter Art ein Mensch der Vorzeit werden, einer Zeit, in der der Geist des Kosmos noch durch natürliche Fähigkeiten angeschaut werden konnte.</em></span></p>
<p>Angesichts der Träume, mit denen sich Jung und seine Schüler auseinandersetzten, muß man sich nun fragen, ob es sich um bloße Atavismen alter kosmologischer Fähigkeiten handle, oder um Ankündigungen neuer Fähigkeiten.</p>
<p><strong>Das Entscheidende an den Traumdeutungen, welche die Analytischen Psychologen mit ihren &quot;Patienten&quot; durchführten, ist gerade die bewußtseinshelle Aufarbeitung.</strong> Insofern ist folgende Bemerkung Steiners nicht uninteressant:</p>
<p><span style="color:#009;"><em>Es muß nun die Möglichkeit geblieben sein, dieses innere Erleben des Kosmos stets mit dem Zustande des gewöhnlichen Bewußtseins in freier Willkür zu vertauschen. Dann kann man, was man in der Inspiration erlebt, stets auf etwas beziehen, was man im gewöhnlichen Bewußtsein erlebt.</em></span></p>
<p>Und eben das war bzw. ist Inhalt dieser speziellen Psychologie. Ausdrücklich hervorzuheben ist, daß diese Träume (oder Halbwach-Erlebnisse) <strong>nicht durch leibgebundene Methoden</strong> herbeigeführt werden, wie es die Atemübungen des Yoga sind, und deren Anwendung, Steiner zufolge, für heutige Menschen schädlich ist. Es gibt also auch aus anthroposophischer Sicht keinen Grund, Träume der beschriebenen Art grundsätzlich zu ignorieren.</p>
<p>-----------------------------------------</p>
<p>Das waren einige (aus meiner Sicht notwendige) Vorbemerkungen. Nun aber möchte ich Einiges zur Sache sagen. Warum lohnt es sich für den anthroposophisch-kosmologisch Interessierten, zumindest das nachfolgend aufgeführte Inhaltsverzeichnis aufmerksam zu studieren?</p>
<p><strong>Es geht um die Evolution des Menschen während der Lemuris und Atlantis.</strong></p>
<p>Der Uroboros (bildlich die Schlange, die sich in den Schwanz beißt) kennzeichnet den Menschen vor der Geschlechtertrennung, also lange vor der Erde-Mond-Trennung.</p>
<p>Die Große Mutter kennzeichnet bereits einen Übergangszustand in den geschlechtlichen Dimorphismus. Dieser vollzog sich, wie den Steinerschen Äußerungen zu entnehmen ist, keineswegs plötzlich. Der Urmensch war äußerlich weiblich, d.h. grundsätzlich gebärfähig; befruchtet wurde er - vor der Erde-Mond-Trennung - atmosphärisch, später durch ein inneres männliches Organ, erst zuletzt - nach der Erde-Mond-Trennung - durch die Veräußerung, Objektivierung seines männlichen Elementes ingestalt des Mannes. </p>
<p>Der Mann war zunächst gewissermaßen eine Defektform des Urmenschen, weil nicht (mehr) gebärfähig; dafür wurde er zum Spezialist der Befruchtung im Dienste anderer Urmenschen, denen die Fähigkeit der Selbstbefruchtung zunehmend abging. Aus letzteren entwickelten sich die &quot;reinen&quot; Weiber.</p>
<p>Das Erscheinen des Mannes dürfte zunächst aber sehr vereinzelt gewesen sein; die überwältigende Zahl der Vormenschen war immer noch &quot;rein&quot; mütterlich, d.h. selbstbefruchtend gebärfähig. Und das Wort &quot;überwältigend&quot; kann vielleicht auch recht wörtlich im Sinne eines Machtverhältnisses verstanden werden. Bei Neumann ist von der &quot;Großen <em><strong>furchtbaren</strong></em> Mutter&quot; die Rede!</p>
<p>Wo finden wir dieses Machtverhältnis heute wieder? Wir finden es bei den meisten niederen Tieren wieder, sehr bezeichnend etwa bei gewissen Spinnen, die ihre männlichen Befruchter sofort nach der Geburt auffressen, falls sie nicht rechtzeitig verschwinden. </p>
<p>Wir finden es übrigens auch in heutigen Zuständen wieder vor, die zur Etablierung unseres &quot;Gewaltschutzgesetzes&quot;  geführt haben: Der Mann wird aus der Wohnung entfernt, wenn es dem Weibe beliebt, oder er wird nach der Kopulation unter dem Vorwurf der (ehelichen) Vergewaltigung eingeknastet.</p>
<p>Wie steht es nun mit der <strong>Evolution des Ich</strong>? Es dürfte spannend sein, der Frage nachzugehen, wie der Ich-Begriff bei Steiner und der Ich-Begriff bei Neumann zusammenhängen. Wenn letzterer von einer &quot;Ursprungsgeschichte des Bewußtseins&quot; spricht, so könnte man, so scheint es, genauso gut von einer &quot;Urspungsgeschichte des Ichs&quot; sprechen.</p>
<p>Meines Erachtens (gegenwärtiger Stand) hatte der Vormensch ab einer gewissen Zeit zwar bereits eine Ich-Form. Die eigentlichen &quot;Iche&quot; aber waren die Seelen, die nach der Erde-Sonne-Trennung nach und nach auf andere Planeten ausgewichen waren und nun, nach der Erde-Mond-Trennung zur Erde zurückkehrten. Ihrer Natur waren sie männlich, weil dem Kosmos entstammend, &quot;kosmo<em>gen</em>&quot;.</p>
<p>Die &quot;heimkehrenden&quot; Iche oder Seelen zogen nun in die Männer ein. Jedenfalls wählten sie bevorzugt die Männer, erst später und/oder seltener auch die &quot;reinen&quot; (nicht mehr selbstbefruchtenden) Weiber. Denn der Mann ist naturgemäß weniger erd- und mondgebunden; darum hat er auch heute im Durchschnitt ein stärkeres Ich, eine ausgeprägtere Individualität, wie auch Steiner unmißverständlich hervorhebt:</p>
<p><span style="color:#009;"><em>Würde das bloß Weibliche wirken, so würde die Individualität der Menschen ausgelöscht werden, die Menschen würden alle gleich werden. Durch das Dazuwirken des Männlichen werden die Menschen von der Geburt an als individuelle Charaktere geboren.</em></span></p>
<p>Es zeugt nun von kosmologischer Klarsicht, wenn Neumann (siehe Inhaltsverzeichnis) im Anschluß an die Geschlechtertrennung sofort auf den <span style="color:#009;"><em>Paradiesverlust</em></span> und die <span style="color:#009;"><em>Urschuld</em></span>, und sodann auf <span style="color:#009;"><em>Aggression und Ich-Entwicklung</em></span> und auf <span style="color:#009;"><em>Die erstarkende Männlichkeit</em></span> zu sprechen kommt. Denn das ist die Zeit, da auch Luzifer ins Spiel kommt.</p>
<p><strong>Die erstarkende Männlichkeit aber, sie zeigt sich im Helden.</strong> Die griechischen Sagen sind voller Helden. Übrigens auch der christliche Erzengel Michael wurde als Held gesehen. </p>
<p>Wogegen kämpfen sie? Gegen die immer noch anwesende Furchtbare Mutter! <strong>Dieser Kampf muß sich über viele Jahrtausende hingezogen haben,</strong> bis weit in die Atlantnis hinein, vielleicht bis an ihr Ende, ja darüber hinaus; solange jedenfalls, bis annähernd die letzten Iche aus dem Kosmos in die Menschen - vor Allem in die Männer - einzogen. </p>
<p>Der Mann wurde stark allein durch das Ich. Er ist es, der die Erde bearbeitet. Warum? Weil er sie, anders als das Weib, vergegenständlicht; denn, anders als das Weib, entspringt er nicht der Erde! Nur wer von außen kommt, kann etwas zum Gegenstand machen. Und die Arbeit aus der Vergegenständlichung ist es, die seinen physischen Körper stark macht. Der Körper der Weibes ist weniger stark als bloß dauerhaft.</p>
<p>Alle Drachen sind Symbole der Großen Mutter. Man beachte aber auch ihre männlichen Begleiter, die Mutter-Brüder und die &quot;Muttersöhne&quot;, d.h. die dem mütterlichen Inzest Erlegenen, heute: die männlichen Feministen.</p>
<p>Erst ganz zuletzt, mit dem vollgültigen Erstarken des Patriarchats, wandeln die Drachen sich in Prinzessinnen oder in einen (Gold-)Schatz.</p>
<p><strong>Heute erleben wir die Rückkehr des Matriarchats, so wie wir das Aufsteigen des Tieres - des Drachens - aus dem Meere erleben werden.</strong> (Oder wir erleben es bereits, ohne es klar zu erkennen.)</p>
<p>Soviel zum Thema. Es gilt, die Spuren, die Neumann aufgezeigt hat, mit den Aussagen Steiners zu vergleichen. Ich hoffe, hierzu eine Anregung gegeben zu haben. Ebenso gilt es, die Gegenwartsbezüge herzustellen. Wie können wir ein neues, kosmisch orientiertes Heldentum etablieren?</p>
<p>Ich selbst habe die &quot;Ursprungsgeschichte des Bewußtseins&quot; gegenwärtig nicht zur Verfügung, werde mich aber wieder darum bemühen.</p>
<p>-----------------------------------------</p>
<p><strong><span style="font-size:150%;">A. Der Schöpfungsmythos</span></strong></p>
<p><strong>I. Der Uroboros</strong> </p>
<ul>
<li>Der Uroboros als kosmologisches, menschheitsgeschichtliches und ontogenetisches Symbol der Urfrühe <br />
</li><li>Die Symbolik des Ursprungs: Das vollkommene Runde, der Keim, das Gegensatzenthaltende, das Ewig-Ruhende <br />
</li><li>Die beiden Deutungen des Runden: Der Schoß und Die Eltern <br />
</li><li>Der mütterliche Uroboros und der Ich-Keim: Die gute Mutter <br />
</li><li>Der Uroboros-Inzest als Tendenz zur Ursprungseinheit <br />
</li><li>Die miteinander vereinigten Ureltern <br />
</li><li>Der väterlich betonte Uroboros: Der Beginn des Werdens in der Selbstzeugung <br />
</li><li>Das vorweltliche Wissen im Stadium des Uroboros <br />
</li><li>Die Symbolik des Körperschemas <br />
</li><li>Der Nahrungs-Uroboros: Die Stoffwechselsymbolik in der Mythologie des Anfangsgeschehens <br />
</li><li>Die Autarkie im Uroboros-Stadium <br />
</li><li>Die Loslösung vom Uroboros: Die Zentroversion als Grundlage der Auseinandersetzung des Ich mit der Welt und dem Unbewussten<br />
</li><li>Der Uroboros als Vollkommenheitssymbol der Individuation</li></ul><p><br />
<strong>II. Die Große Mutter oder Das Ich unter der<br />
Dominanz des Uroboros</strong></p>
<ul>
<li>Das Heraustreten des Ich aus dem Uroboros und die zwei Aspekte der Großen Mutter <br />
</li><li>Die Übermacht der Welt und des Unbewussten: das Matriarchat als psychologische Phase <br />
</li><li>Das Kind <br />
</li><li>Der Sohngeliebte der Großen Mutter, die Jünglingsphase des Ich: Vegetationssymbolik<br />
</li><li>und Phallismus <br />
</li><li>Die Große Mutter als Jungfrau und Hure<br />
</li><li>Der Fruchtbarkeitsaspekt der furchtbaren Mutter: Blutgier, Grausamkeit, Kastration, Zerstückelung <br />
</li><li>Der matriarchale Inzest im Gegensatz zum Uroboros-Inzest</li></ul><p><br />
<strong>Ägypten, Kanaan, Kreta, Griechenland als Herrschafts-<br />
gebiete der Großen furchtbaren Mutter</strong></p>
<p>Isis-Osiris </p>
<ul>
<li>Das Batamärchen <br />
</li><li>Aschera, Anat, Astaret <br />
</li><li>Die Fruchtbarkeitssymbolik im kretisch-mykenischen Kulturkreis <br />
</li><li>Die Muttergottheiten und die Heldenmythologie in Griechenland</li></ul><p><br />
<strong>Die Phasen der Beziehung des Jünglingsgeliebten zur<br />
Großen Mutter</strong></p>
<ul>
<li>Die vegetative Phase: Schicksalsergebenheit und matriarchale Kastration <br />
</li><li>Die Widerstrebenden: Flucht, Abwehr, Trotz, Selbstentmannung, Selbstmord <br />
</li><li>Umwertung und Verdrängung der Großen Mutter <br />
</li><li>Die feindlichen Zwillinge und die Widersacherfigur</li></ul><p><br />
<strong>III. Die Trennung der Ureltern oder Das Gegensatzprinzip</strong></p>
<ul>
<li>Die Geburt des Bewusstseins durch die Trennung der Ureltern: Die Schöpfungsmythologie des Lichts<br />
</li><li>Die Emanzipation des Ich und die Selbstständigwerdung des Bewusstseins: Das Anderssein, der Herrschaftswille <br />
</li><li>Die Entstehung des Gegensatzprinzips: männlich-weiblich, außen-innen, gut-böse <br />
</li><li>Die negativen Folgen der Heldenaktivität des Ich: Paradiesverlust, Abgeschnittensein, Urschuld<br />
</li><li>Aggression und Ich-Entwicklung <br />
</li><li>Die erstarkende Männlichkeit des Ich</li></ul><p><br />
<strong><span style="font-size:150%;">B. Der Heldenmythos</span></strong></p>
<p><strong>I. Die Geburt des Helden</strong></p>
<ul>
<li>Die doppelten Eltern <br />
</li><li>Die Jungfrau-Mutter <br />
</li><li>Die Doppelstruktur des Helden <br />
</li><li>Die Männergruppe und die Bewusstseinsentwicklung <br />
</li><li>Die »obere« Männlichkeit, die Vater und der »Himmel«: Die Geistseite <br />
</li><li>Die Einweihung und die Erzeugung des Helden-Ich <br />
</li><li>Das ägyptische Königsritual als Wiedergeburtsritual</li></ul><p><strong>II. Die Muttertötung</strong></p>
<ul>
<li>Das männliche Ich und die Überwindung der furchtbaren Mutter <br />
</li><li>Die Wiedergeburt im Heldeninzest <br />
</li><li>Die Symbolik der oberen Männlichkeit <br />
</li><li>Das Missglücken: Die Gefahr der »oberen« Kastration: Schimschon, Ödipus und Barlachs »Toter Tag«<br />
</li><li>Die Orestie und das Ende der Mutterherrschaft</li></ul><p><br />
<strong>III. Die Vatertötung</strong></p>
<ul>
<li>Das Vaterbild <br />
</li><li>Die Instanz der Vaterwelt und das Kulturkollektiv <br />
</li><li>»Stimme« und Gewissen <br />
</li><li>Der Held als Sohn des transpersonalen und als Feind des personalen Vaters <br />
</li><li>Der Kampf gegen das »Furchtbare Männliche&quot; <br />
</li><li>Vom Matriarchat zum Patriarchat <br />
</li><li>Die Wandlung des Königsrituals <br />
</li><li>Das Missglücken: Die patriarchaie Kastration: Vernichtung durch den Geist</li></ul><p><br />
<strong><span style="font-size:150%;">C. Der Wandlungsmythos</span></strong></p>
<p><strong>I. Die Gefangene und der Schatz</strong></p>
<ul>
<li>Die Doppelrichtung der mythologischen Motive: Objektstufe und Subjektstufe <br />
</li><li>Die Befreiung der Gefangenen als Ziel des Drachenkampfes <br />
</li><li>Die Verwandlung des Weiblichen durch die Selbstverwandlung des Männlichen: Die Herauslösung der Anima aus dem Mutterarchetyp <br />
</li><li>Die Überwindung der Urangst vor dem Weiblichen <br />
</li><li>Die Gewinnung der Geliebten, Gefährtin, Helferin <br />
</li><li>Die Entdeckung der seelischen Welt <br />
</li><li>Der Schatz als schwer zu erreichende Kostbarkeit: Die schöpferische Wirklichkeit der Seele <br />
</li><li>Die seelische Wirklichkeit des Rituals in der anthropozentrischen Wendung: Der Held, der Große Einzelne, der Kulturträger <br />
</li><li>Der Hieros Gamos als mythologisches Bild der Synthese von Bewusstsein und Unbewusstem <br />
</li><li>Der doppelte Aspekt des Fruchtbarkeitsrituals <br />
</li><li>Perseus als Paradigma des Heldenmythos</li></ul><p><br />
<strong>II. Die Wandlung des Osiris</strong></p>
<ul>
<li>Die drei Formen der Heldenaktivität: Veränderung der Außenwelt, Erlösung der Innenwelt, Verwandlung der Persönlichkeit <br />
</li><li>Zentroversion und Unzerstörbarkeit: Der Osirismythos <br />
</li><li>Osiris und das matriarchale Fruchtbarkeitsritual: Lebendiger Phallus, Korngott, Zerstückelung<br />
</li><li>Osiris als Bleibender: Die Mumie mit dem langen Gliede <br />
</li><li>Oberer und unterer Osiris <br />
</li><li>Osiris als Überwinder des Todes <br />
</li><li>Die Symbolik des Dedpfeilers: Untere Fruchtbarkeit, Dauer, Erhöhung des Unteren Osiris und die Symbolik des Aufstiegs <br />
</li><li>Die Doppelstruktur des Osiris: Osiris und Ra <br />
</li><li>Selbsterneuerung und Wandlung: Das Osirisritual des ägyptischen Königs, die Vereinigung der Seelenteile <br />
</li><li>Die drei Bezirke des Osirisrituals: Frühjahrsfest, Kronungsfeier, Sedfeier <br />
</li><li>Die Ablösung des Matriarchats durch das Patriarchat: Horus als Sohn des Osiris <br />
</li><li>Die Vater-Sohn-Identität: Osiris als Geisterkönig, der Horuskönig als Sohn und Erbe <br />
</li><li>Der Geistphallus und die Wandlung <br />
</li><li>Horus und Osiris als Ich und Selbst <br />
</li><li>Der Osirismythos als Heldenmythos der Wandlung: The Perfect Being <br />
</li><li>Auswirkungen des Osirismythos</li></ul><p>-------------------------------</p>
<p>Soweit das Inhaltsverzeichnis der &quot;Ursprungsgeschichte des Bewußtseins&quot; bis hin zum ersten Teil. Den zweiten Teil (&quot;Die psychologischen Stadien der Persönlichkeitsentwicklung&quot;) habe ich der Übersichtlichkeit halber nicht mit aufgeführt.</p>
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<pubDate>Sat, 28 May 2016 11:46:35 +0000</pubDate>
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