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Ein neuer Forschungs-Schwerpunkt: Natur- und Geistwesen im Gespräch mit uns

Kosmogonie @, Mittwoch, 18. Oktober 2017, 13:53 (vor 393 Tagen)

Während der letzten Monate habe ich mich einer Buch-Reihe innerhalb der "Flensburger Hefte" gewidmet, den dort sogenannten Naturgeister-Büchern. Sie beinhalten, ihrem Anspruch nach, Bekundungen aus der nichtmateriellen Welt, die im Wesentlichen auf die Vermittlung einer einzigen Person zurückgehen, nämlich der inspirativ begabten und geschulten Verena Staël von Holstein. Damit haben sie auch einen Ort, und der liegt in der Lüneburger Heide.

Inhaltlich handelt es sich um eine - aus meiner Sicht - bedeutende Erweiterung der Mitteilungen von Rudolf Steiner; eine erneuerte Anthroposophie gewissermaßen, welche die Lektüre Steiners nicht überflüssig macht, aber in besonderem Maße auf Fragen antwortet, die sich uns heute aufdrängen, und auf die wir in der GA keine Antworten finden.

Neu und anders ist auch die sprachliche Darstellung, welche - wiederum aus meiner Sicht und meinem Empfinden - die Lektüre sehr viel angenehmer macht als die Lektüre Steiners. Durchwegs handelt es sich nämlich um erweiterte Dialoge; das heißt, die Natur- und Geistwesen drängen sich nicht auf, sondern antworten nur auf Fragen, und diese Fragen werden oder wurden meist nicht von der vermittelnden Person ("Verena" - in den Büchern duzt man sich) selbst gestellt, sondern entweder von ihrem Ehemann (Friedrich Pfannenschmidt), oder vom Herausgeber der Hefte (Wolfgang Weirauch). Die Art, wie da gefragt und nötigenfalls auch nach- und gegen-gefragt wird, trägt offenbar wesentlich zur Qualität der Ergebnisse bei. Es gibt eben auch eine Kunst des richtigen Fragens, die zum guten Teil in einer gründlichen Vorbereitung besteht. Zugleich damit kommt eine Lebendigkeit auf, welchen ich bei Steiner durchwegs vermisse.

Zu letzterem Aspekt noch eine Randbemerkung: Wolfgang Weirauch brachte in seinen Fragen mehrfach die Meinung zum Ausdruck, daß Steiner von jungen Menschen deswegen zu wenig gelesen werde, weil seine Sprache veraltet sei. Ich sehe das anders. Steiners Sprache ist nicht veraltet, sondern sie ist schlecht. Es gibt keinen bekannten Autor seiner Zeit, der sich sprachlich derart unvollkommen geäußert hätte wie Steiner. Dies hatte Max Dessoir seinerzeit richtig erkannt. Damit will ich das unvergleichliche Lebenswerk Steiners, die Fülle seiner Erkenntnisse und seine enorme Arbeitsleistung keineswegs infrage stellen, sondern nur einen Teilaspekt anschneiden. Noch seine "Philosophie der Freiheit" ist in einer halbwegs lebendigen Sprache verfaßt; mit dem Ende der Aussicht auf eine akademische Karriere geht ihm der Wille oder die Fähigkeit zur ansprechenden Darstellung immer mehr ab. Was er schreibt, ist trocken, bildlos-abstrakt und eintönig, zudem kaum gegliedert (also unrhythmisch); was er spricht, ist phrasenhaft, umständlich, verschachtelt, eine Verbindung aus Kanzlei- und Kuschelsprache, wie letztere sie - seiner Aussage nach - aus dem Kakao-Genuß in Familienfeiern aufkommt. Die Sprache des Philisters, bis zum Extrem gesteigert in den sogenannten Arbeiter-Vorträgen, und da den Tiefpunkt erreichend in der Verunglimpfung von Immanuel Kant.

Der Themenbereich ist umfassender, als der Titel "Naturgeister-Bücher" vermuten läßt. Es gibt (bis jetzt)

Bei den Gesprächspartnern seitens der unsichtbaren Welt handelt es sich überwiegend nicht um die klassischen Elementarwesen, sondern z.B. um Baum- oder Tier-Hirten oder Art- und Gebietswesen; teils ahrimanische Maschinengeister; harmonische Elementarwesen; astralische (die Gefühle betreffend), aber auch um höhere hierarchische Wesen.

Was ich gerne noch bemerken möchte: Ungelesen, allein dem Titel folgend, läßt sich nicht immer abschätzen, was tatsächliche an Neuem geboten wird. Ich war immer wieder überrascht, auf scheinbar nur eingestreute Ausführungen zu stoßen, die weit über das angesagte Thema hinausgingen und sich als esoterische Höhenflüge in ganz unerwartete, für mich aber hoch interessante Bereiche herausstellten. Das sind z.B. die Bereiche Reinkarnation, Kosmologie und Hierarchienlehre. Die befragten Wesen haben ja ihrerseits Anschluß an die höheren Welten und können gemäß ihrem Aufgabenbereich unter Umständen sehr weitgehende Einblicke in diese Welten vermitteln.

Eine Warnung des Herausgebers möchte ich noch zitieren, weil sie davor schützen kann, aus den nicht immer intelligenten Aussagen mancher der befragten Wesen an der Wahrheit der geistigen Welt an sich zu verzweifeln:

Jede Äußerung dieser Natur- und Geistwesen ist keine per Autorität gesprochene Mitteilung, sondern dient allein einem besseren, farbigeren und vielseitigeren Verständnis unserer Welt [...]. Man sollte diese Äußerungen - genauso wenig wie die Rudolf Steiners - nicht einfach nur glauben, sondern sie kritisch entgegennehmen und prüfen, inwieweit sie die Erkenntnis- und Wirkungsmöglichkeit des Menschen erweitern können. [Aus: "Gefühle 4". - Hervorhebung durch mich.]

Gerade was etwa die Baum- oder auch Gewürzwesen betrifft, so wird bei der Lektüre offensichtlich, daß sie untereinander nicht immer mögen, auf jeden Fall aber stets eine sehr hohe Meinung von sich selbst haben und dann gegen ihre vermeintlichen "Konkurrenten" austeilen. So z.B. der Kaffe gegen den Kakao. Das muß ihre jeweiligen Mitteilungen nicht komplett unwahr machen, eher wirkt es amüsant und den Dialog belebend. - Bedenklicher finde ich, was z. B. der "Engel der Rinder" (in: Haustiere, S. 48 f.) von sich gibt. Aus seiner Sicht handeln Veganer "absolut unsinnig", immerhin aber konsequenter als Vegetarier, die zwar Milch und Käse wollen, aber nicht wissen, wohin mit den männlichen Rindern. Und dann das (S.63 f.):

Engel der Rinder: [...] Wenn man schlechte Blutwerte hat, ist es sogar gesund, wenn man rohes Rindfleisch, also Tatar ißt.

Dies sagt er nicht etwa als Replik auf einen Hinweis auf die bekannten medizinischen Einwände gegen den Genuß gerade des roten Fleisches, also des Rindfleisches. Derartige Einwände kommen hier gar nicht zur Sprache. Man merkt, er tritt auf als ein Interessenvertreter seiner Art, die er erhalten sehen möchte.

Es spricht für den Herausgeber, daß er (an freilich ganz anderer Stelle, nämlich als Nachwort in "Kultus - Ursprung, Gegenwart, Zukunft") einen Kritiker zu Wort kommen läßt, der auf sehr seriöse Art selber geistige Forschungen betreibt. Es handelt sich um Dorian Schmidt. Dieser gibt drei Beispiele aus seinem eigenen Erfahrungsbereich, wobei ich die Schlußfolgerungen der beiden letzten Beispiele ihrer Deutlichkeit wegen mitteile und auszugsweise zitiere.

Er stößt sich an der Behauptung eines der befragten maßgeblichen Elementarwesen (Etschewit, der Nasse), daß bisher noch keine Nichtanthroposophen mit seinesgleichen gesprochen hätten, und stellt daraufhin die Kompetenz "einzelner Elementarwesen" (das Ziel der Anspielung ist offensichtlich) infrage.

Zum anderen reibt sich mein Verständnis an der Aussage, daß die Elementarwesen von den Schokoladenangeboten der Kinder rund und dick werden. Was mir aufstößt, ist nicht die vermeintliche Albernheit der Aussage, sondern im Ernst: Ich verfüge über keinerlei Erfahrungen, die einen Zusammenhang herstellen können zwischen den elementarischen Wirkungen von Zucker und Kakaomasse und dem "Rund- und Dickwerden" von Wasserwesen. [...] Das muß dann doch eine Veralberung sein. Humor scheint dazuzugehören.

Zuletzt widerspricht Dorian Schmidt den von Verena Staël von Holstein übermittelten Aussagen des "Steinernen" (einem Elementarwesen) über den Schwefel,

die allen meinen - nicht wenigen - Erfahrungen mit Schwefel widersprechen und über das Wesen des Schwefels ein ganz schiefes Bild ergeben. Nicht daß ich die Aussagen einzeln für falsch halte, aber sie erscheinen als eine extrem einseitige Auswahl eines Wesens, das als ein Wesen der Mineral- oder Gesteinswelt die Schwefelwirkung im Feinen fürchten muß, da seine Existenz bedroht ist. [...] Diese Darstellung zum Wesen Schwefel ist irreführend und, wenn sie für sich steht, ganz falsch. Ganz sicher würde der Schwefel anders beschrieben werden, wenn ein Feuerwesen befragt worden wäre; vermutlich sogar diametral entgegengesetzt.

Letztlich sieht Dorian Schmidt aber keinen Grund, den Wert der Mitteilungen insgesamt in Frage zu stellen. Der Leser sollte jedenfalls in Betracht ziehen, daß es sich um Mitteilungen handelt, die auf dem inspirativen Erkenntnisweg zustandegekommen sind; und daß es sich bei den Gesprächspartnern um Natur- und Geistwesen handelt, die zwar grundsätzlich auch Anschluß an höhere Welten haben, aber in ihren - meist sehr "natürlichen" - Aufgabenbereich eingebunden sind und dementsprechend ihre eigenen Interessen vertreten.

Und schließlich - auch das wird von den Beteiligten eingeräumt - wird die Wiedergabe notwendigerweise auch durch den geistigen Horizont und eventuell auch den Interessen der beteiligten Menschen begrenzt. Dafür will ich in anschließenden Beiträgen einige Beispiele aufführen und diese mit - hoffentlich konstruktiv wirkender - Kritik verbinden.


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