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Leibniz' Monadologie und die moderne Elementarwesenlehre. Ein Vergleich.

Kosmogonie @, Samstag, 24. Dezember 2016, 00:57 (vor 694 Tagen)
bearbeitet von Kosmogonie, Sonntag, 22. Juli 2018, 00:06

Die "Monadologie" ist eine etwa 20-seitige philosophische Abhandlung, verfaßt 1714 in französischer Sprache von Gottfried Wilhelm Leibniz. Trotz ihrer Kürze ist sie inhaltsschwer, und dennoch auch für Nichtphilosophen gut lesbar. Sie ist gegliedert in 90 Paragrafen. Darin hat Leibniz die Grundzüge seiner Metaphysik dargelegt.

Über die Monaden, so wie Leibniz sie versteht, läßt sich u.A. das Folgende aussagen:

Soweit, in geraffter Fassung, die Lehre von den Monaden nach Leibniz.

Wie aber steht es mit den Elementarwesen in der Darstellung hellsichtiger Forscher? Besonders seit der Jahrtausendwende, teilweise auch schon einige Jahre früher, ist eine Fülle von Erkenntnissen veröffentlicht worden, die über das, was wir bei Steiner nachlesen können, weit hinaus gehen. Dabei ist bemerkenswert, daß diese Erkenntnisse (ich akzeptiere, wenn man sie vorläufig als "bloße Behauptungen" kennzeichnet), in den Grundzügen erstaunlich übereinstimmen.

Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang die Beschreibungen sogenannter Körper-Elementarwesen, zumal Steiner sich darüber kaum oder gar nicht geäußert hat. - Ich mache einen Versuch der zusammenfassenden Beschreibung:

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Vergleichen wir nun: Offensichtlich gibt es Übereinstimmungen zwischen den Leibniz'schen Monaden und den sogenannten Elementarwesen; ebenso aber gibt es Unterschiede.

Die Monaden bilden eine geschlossene Hierarchie von "ganz unten" bis hin zu Gott, umfassen also auch die Menschen und die Engelwesen. Dabei unterscheiden sie sich in der Helligkeit, Deutlichkeit und Weite ihres Bewußtseins. Sofern also die Elementarwesen mit Monaden identisch sind, machen sie nur einen Teil der Gesamtheit aller Monaden aus.

Insbesondere ist bemerkenswert, daß selbstbestimmte Evolution oder Freiheit und Liebe, ja selbst Kommunikation in der Monadologie keine Rolle spielen. "Die Monaden haben keine Fenster" (§ 7); sie harmonieren miteinander lediglich dadurch, daß sie irgendwie alle Abbilder Gottes sind und dadurch einer "Prästabilierung" unterliegen:

§ 47. So ist Gott allein die anfängliche Einheit oder die ursprüngliche einfache Substanz, von der alle geschaffenen oder abgeleiteten Monaden Hervorbringungen sind, die sozusagen aus den kontinuierlichen Zuckungen der Gottheit in jedem Moment geboren werden, beschränkt durch die Rezeptivität des Geschöpfes, dem es wesentlich ist, begrenzt zu sein.

Es scheint somit fast, als habe Leibniz das Elementarwesenhafte der Monaden über die eigentlichen Elementarwesen nach oben, bis hinauf zu Gott oder vor Gott "verlängert", insofern auch den christlichen Aspekt ausgespart.

Ja mehr noch: In ihrem Spiegel-Charakter erinnern die Monaden an Steiners Beschreibung vom Alten Saturn. Dieser war zunächst gewissermaßen ein kugeliger Spiegel, der alles, was von außen auf ihn seelisch oder geistig einstrahlte, zurückspiegelte. Dieser Spiegel wurde während der Mitte der vierten Stufe durch die Formgeister dergestalt aufgeteilt, daß er insofern, grob gesagt, einer Brombeere glich. Ob die Teile dann wiederum als vereinzelte Spiegel funktiontieren, ist mir nicht klar. Interessant ist allerdings, was Steiner über das Endergebnis des Alten Saturn, nämlich über das menschliche Atma schreibt:

Es ist das höchste Glied der sogenannten Monade des Menschen.

Siehe "Aus der Akasha-Chronik", Kapitel "Das Leben des Alten Saturn." - Und noch etwas ist interessant. Im vorangehenden Kapitel, Titel: "Von der Herkunft der Erde", schreibt Steiner:

Während nun dieses Saturnbewußtsein an Helligkeit dem gegenwärtigen menschlichen um einige Grade nachsteht, ist es an dem Umfang dessen, was es wahrnehmen kann, demselben überlegen. Es kann nämlich in seiner Dumpfheit nicht nur alles das bis aufs kleinste wahrnehmen, was auf seinem eigenen Weltkörper vorgeht, sondern es kann auch noch die Dinge und Wesen auf anderen Weltkörpern beobachten, welche mit seinem eigenen - dem Saturn - in Verbindung stehen.

Interessant ist das insofern, als auch in der Monadologie sich eine Stelle findet - siehe § 61 -, in welcher - merkwürdigerweise - nicht den Monaden, aber den Körpern ein derartiges Fern-Bewußtsein zugesprochen wird:

[...] Da nämlich das Ganze erfüllt ist und darum jede Bewegung irgendeine Wirkung auf die entfernten Körper hat, nach Maßgabe der Entfernung, so daß jeder Körper affiziert wird nicht allein durch diejenigen, die ihn berühren, und gewissermaßen alles, was ihnen geschieht, fühlt, sondern daß er vermittels ihrer auch noch diejenigen fühlt, welche die ersteren, von denen er unmittelbar berührt wird, berühren, so folgt, daß diese Kommunikation sich in beliebige Entfernung fortsetzt. Folglich fühlt jeder Körper alles, was im Universum geschieht, so daß, wer alles sehen kann, in einem jeden lesen kann, was überall geschieht, und selbst was geschehen ist und geschehen wird. Er wird im gegenwärtigen bemerken, was entfernt ist, sowohl der Zeit nach wie dem Ort nach: (...), wie Hippokrates sagte. Eine Seele allerdings kann in sich nur das lesen, was darin deutlich vorgestellt wird, und sie kann sich nicht auf einen Schlag ganz entfalten, weil das ins Unendliche geht.

Dazu vergleiche man noch die Kennzeichnung der Monade als sozusagen "unkörperlichen Automaten" (Leibniz, siehe oben § 17) mit der Kennzeichnung des Urmenschen (Atma) auf dem Alten Saturn, wie Steiner sie in seiner "Geheimwissenschaft" gibt, nämlich:

als einer Persönlichkeit, die aber nicht durch ein inneres "Ich" gelenkt wird, sondern wie eine Maschine von außen geregelt ist.

Man kann sich nun fragen: Wie kam Leibniz, der doch als Philosoph ein ausgesprochener Rationalist, ein bedeutender Mathematiker und zugleich ein Praktiker und im üblichen Verständnis jedenfalls kein Mystiker gewesen ist, zu solchen Ideen? Dazu hat Tomberg eine bemerkenswerte Mitteilung gemacht, ohne sich freilich auf die Monadologie zu beziehen. In den "Großen Arcana des Tarot", Zwanzigster Brief, können wir lesen:

Dieser radikale Optimismus eines Menschen, der, was sein persönliches Leben betrifft, ausgesprochen unglücklich war, würde unbegreiflich, wenn seine nächtliche Erfahrung der dritten "Akasha-Chronik" nicht in Betracht gezogen würde. Man muß nämlich auf die Tatsache aufmerksam machen, daß bestimmte Individualitäten (deren Anzahl unwichtig ist) manchmal zugelassen werden zum Lesen des "Buches des Lebens", d.h., daß ihnen durch die Gnade des Hüters dieses Buches im Schlafzustande die dritte "Akasha-Chronik" gezeigt wird. Sie müssen diese Erfahrung in ihrem Tagesbewußtsein vergessen, weil es einen derartigen Zuwachs an Erkenntnis nicht ertragen könnte; aber was ihnen bleibt, ist ihre seelische Zusammenfassung als Kraft des optimistischen Glaubens - so wie Leibniz sie zum Beispiel besessen hatte. Sein optimistischer Glaube war das, was von dem vergessenen nächtlichen Wissen im Tagesbewußtsein zurückblieb.

Und wahrscheinlich war es eben nicht nur der Optimismus, sondern es waren Ahnungen, die ihn gegen Ende seines Lebens in die Lage versetzten, obige Ideen zu auszuformen.

Resümierend möchte ich sagen, daß Leibniz in seiner Monadologie die Elementarwesen anscheinend in eine ferne Vergangenheit zurückverfolgt, vielleicht bis hin zum Alten Saturn, wo auch der Mensch noch elementarisch war, während die gegenwärtige Elementarwesenforschung sie in ihrem gegenwärtigen und teilweise zukünftigem Aspekt erforscht.

Ich wünsche mir - heute ist Weihnachten :-) -, daß die vergleichenden Betrachtungen weitergeführt werden. Mögen sie Anregungen geben zu neuen Erkenntnissen.


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