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Wärmekraftmaschinen und Elektromotoren, anthroposophisch bedacht.

Kosmogonie @, Montag, 25. April 2016, 01:42 (vor 937 Tagen)
bearbeitet von Kosmogonie, Montag, 25. April 2016, 10:38

Beweis-Ziel:


Das hier Vorgetragene ist - ausdrücklich! - ein Gedanken-Experiment. Formuliert wird ein Beweisziel, aber das bedeutet nicht, daß ein Beweis tatsächlich erbracht wird. Ich behaupte lediglich, daß die folgenden Gedankenschritte unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll sind. Man kann darin ein Spiel sehen, eine künstlerische Übung, oder eben doch eine Gedanken-Übung.

Vorausgesetzt wird die anthroposophische Kosmologie. Demnach bestand die erste Verkörperung unserer jetzigen Erde in einem Planeten, der nur aus differenzierter Wärme bestand und dessen Vorgänge nach mechanischer Gesetzmäßigkeit ablief. Seine Größe entsprach der Umlaufbahn des heutigen Planeten Saturn; daher der Name: Alter Saturn.

In seiner Urgestalt war dieser Alte Saturn allerdings raumlos, denn der Raum entstand erst auf der Alten Sonne. Zunächst war er sogar zeitlos, denn die Zeit entstand erst in der Mitte seiner Entwicklung. Doch wiederholte sich dieser Alte Saturn gewissermaßen in vielen Unter-Perioden der Evolution, in denen er jeweils die Anfangsphase darstellte; die Phase also, wo etwas in die Zeitlichkeit tritt, aus bloßem Willen besteht, oder aus purer Energie, als Potenz, die alles Weitere in sich enthält und sich anschickt, dieses aus sich herauszudifferenzieren.

Wir sehen heute, daß der Mensch, an sich selbst ein Geschöpf, selbst immer mehr zum Schöpfer wird - allerdings nur, was die mechanische, tote Welt betrifft. Lebendiges erforscht er zwar, kann es aber nicht erschaffen. Was er immerhin erschafft, ist eine Art saturnische Welt.

Und zu dieser saturnischen Welt, die er gegenwärtig geschafft, gehören die Wärmekraftmaschinen.

Was aber ist mit den Elektromotoren, die dabei sind, die Verbrennungsmotoren aus den Kraftfahrzeugen zu verdrängen? Elektrizität ist eine "ahrimanische Karikatur" des Lichts, oder seine untersinnliche Spiegelung. Das Licht aber ist das Neue, das mit der Alten Sonne aufkam. Allerdings ist auch die heutige sinnlich meßbare Wärme eine geistig degenerierte Form urprünglicher seelischer Wärme, wie sie anfangs den Saturn begründete.

Betrachten wir zunächst den Verbrennungsmotor. Wenn man viel Phantasie aufwendet, kann man in ihm eine Dreigliederung entdecken, die auch den Menschen kennzeichnet:

[image]

Der Motor hat demnach einen "Kopf", nämlich einen Zylinderkopf. Dort geht es relativ intelligent zu, denn hier findet die Ventilsteuerung statt, die genau eingestellt sein muß.

Bei den Motoren nach dem Otto-Prinzip findet sich dort auch eine Zündkerze, an die eine elektrische Hochspannung angelegt wird. Wir kennen Vergleichbares ingestalt der Elektrokrampfherapie, welche in der erklärten Absicht angewandt wird, Menschen aus ansonsten unheilbaren Katatonie- oder Depressionszuständen herauszuschocken.

Allerdings ist die an den Kopf des Menschen angelegte Spannung viel geringer als bei Zündkerzen. Auch reichen bei ihm wenige "Zündungen" in längeren Abständen, um ihn wieder in die Spur zu bringen, während der Ottomotor sozusagen nach jedem Atemzug in die Trance zurückfällt und gleich wieder aufgeweckt werden muß. Die Trance war der Bewußtzustand auf dem Alten Saturn. Er ist sozusagen ein grober Geselle, dem nur durch heftigste Schläge in kürzesten Abständen beizukommen ist, der dann aber auch außerordentliche Kraftleistungen vollbringt.

Gehen wir eine "Etage" tiefer, nämlich in den genuin rhythmischen Bereich. Das Atem-Puls-Verhältnis des Menschen beträgt 4:1, und da paßt es gut, daß wir es bei besagten Motoren meist mit Viertaktern zu tun haben. Eins aber fällt auf: Atmung und Ernährung fallen zusammen. Anders gesagt: Die Nahrung ist nicht fest, nicht flüssig, sondern gasförmig.

Etwas Vergleichbares - das Zusammenfallen von Atmung und Ernährung - fand aber auch während gewisser Zeiten statt, die der Mensch in seiner Evolution durchmachte. Für eine bestimmte Stufe auf dem Alten Mond beschreibt Steiner das in seiner "Geheimwissenschaft" so: "Wenn man sich etwa ein Mittelding denkt zwischen der Ernährung und der Atmung im gegenwärtigen Sinne, dann erhält man eine Vorstellung von dem, was damals geschah."

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Beim Dieselmotor, einer motortechnisch späteren Erfindung, sieht es schon wieder etwas anders aus. Den Ottomotor kennzeichnet die äußere Gemisch-Aufbereitung, den Dieselmotor die innere. Er nimmt zunächst Luft auf, viel Luft sogar, denn der Dieselmotor arbeitet mit Luftüberschuß. Dann erst bekommt er Flüssig-"Nahrung" eingespritzt, die sich in seinem Innern sofort mit der komprimierten und somit erhitzten Luft vermischt.

Es findet also eine Verinnerlichung statt und zugleich eine Verselbständigung, denn der Selbstzünder braucht keine äußeren Zündimpulse mehr.

Aber auch hier fand eine Evolution statt: Anfangs waren Vorkammer-Dieselmotoren verbreitet, in deren Zylinderköpfe statt Zündkerzen Glühkerzen eingeschraubt waren. Die mußten vorgeglüht werden, und wenn der Motor angesprungen war, dann blieben sie glühend. Es scheint, als habe der Motor nunmehr eine Art (Wärme-)Gedächtnis.

Die jetzt gebräuchlichen Direkteinspritzer kommen ohne sie aus, erbringen mehr Leistung, brauchen dafür aber höhere Einspritzdrücke. Man denke hierbei an das Nudeln, "eine Form der Geflügelmast, bei der Gänse oder Enten „gestopft“ werden, indem ihnen das Futter per Zwangsernährung verabreicht wird." Ebenso wird durch Turbolader eine stärkere Atmung durchgedrückt. Ich frage mich, ob hier nicht vielmehr ein devolutiver Vorgang stattgefunden hat.

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Gehen wir noch eine Etage tiefer, nämlich zum Kurbelgehäuse. Die Kurbelwelle wird außerhalb ihres Gehäuses zur Antriebswelle, welche Kraft abgibt, obwohl man ihr, sofern nichts an sie angeschlossen ist und sie auch keine Markierungen aufweist, keine Bewegung ansehen kann. Dies widerspricht unserer Vorstellung von Gliedmaßen. Diese bewegen sich im Raum; die sich drehende Achse aber verbirgt sich gleichsam im Raum. Wir haben es hier mit einer Urform des Raumes zu tun, der nur die Radial-Dimension, also Punkt und Umkreis kennt, wie er auf der Alten Sonne entstand.

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Diese scheinbare Bewegungslosigkeit ist beim Elektromotor gleichsam vollkommen. Sein Erscheinungsbild ist annähernd das eines runden, zylindrischen Blocks. Es gibt ein einziges bewegliches Teil, den Rotor, der anfangs noch wie ein doppelter Anker aussah und auch als Anker bezeichnet wurde (erkennbar noch im Logo der Firma Bosch), bei heutigen Motoren aber, wenn man ihn herausnimmt, einfach nur noch rund erscheint.

Eine Dreigliederung läßt sich am Elektromotor nicht mehr ausmachen. Seine Erscheinung ist schlechthin unspektakulär. Er gibt kaum Geräusche von sich, vibriert nicht, gibt keine Dämpfe ab und verlangt keine Wartung. Besonders für Motorradfahrer ist das enttäuschend; darum konnten sich Elektro-Motorräder nicht durchsetzen.

Aber auch ich bin enttäuscht. Hieße Evolution hier nicht, daß der Antriebsmotor seinem Schöpfer immer ähnlicher wird?

Vielleicht heißt Evolution hier aber auch das Gegenteil: Das immer weitere Vorrücken ins Untersinnliche. Sinnliche Wärme entfernt sich noch nicht allzu weit von seelischer Wärme; Elektrizität aber, die Spiegelung des Lichts ins Untersinnliche, ist von Licht bereits bereits viel weiter entfernt.

Wie mag es dann erst aussehen mit der weiteren Evolution: Motoren etwa, die keines Stoffes, aber auch keiner Elektrizität mehr bedürfen, sondern aufgrund eines Magnetismus wirken, die kein Elektromagnetismus ist? Also einer Kraft, welche die untersinnliche Spiegelung des chemischen Äthers darstellt?

Die Menschheit polarisiert sich, und mit ihr die menschlichen Schöpfungen.

Wärmekraftmaschinen und Elektromotoren, anthroposophisch bedacht.

Bernhard @, München, Mittwoch, 27. April 2016, 10:30 (vor 935 Tagen) @ Kosmogonie

Hallo, Thomas!

Eine bemerkenswerte und hochinteressante Beobachtung!

Zwar bin ich mit der Motoren-Technik nicht so bewandert wie Du, aber die Stimmigkeit Deines Vergleichs ist auch mir durchaus einleuchtend. Allgemein könnte man, so wie Du die Funktion des Motors darlegst, in ihm als solchem den Stoffwechsel-Organismus sehen, nur eben in sorgfältig differenzierter Betrachtung.

Dass hier "Atmung" und "Ernährung" - im Hubkolben- und Zylinder-Kurbelwellen-Bereich stattfindend - sich als ein Prozess erweist, irritiert mich eigentlich nicht, denn schließlich ist ja auch unser Atmungsprozess ein Ernährungsprozess - und umgekehrt -, in dem Sinne, als zum Einen der gasige Sauerstoff ja die Grundnahrung unseres Blutes ist, und zum Anderen die Bildung von Gasen in unserem Verdauungssystem schon unmittelbar auf "Atem"-Prozesse bei der Resorption der Nahrungsstoffe hindeutet; Stichwort: "Auspuff". -

Lieben Gruß!

Bernhard

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Wärmekraftmaschinen und Elektromotoren, anthroposophisch bedacht.

Kosmogonie @, Mittwoch, 27. April 2016, 22:06 (vor 935 Tagen) @ Bernhard

Dass hier "Atmung" und "Ernährung" - im Hubkolben- und Zylinder-Kurbelwellen-Bereich stattfindend -

Hier müssen wir genau sein: Die Zylinder entsprechen dem rhythmischen System; der Kurbelwellenbereich entspricht dem Gliedmaßensystem. Sofern die Parallelisierung überhaupt einen Sinn gibt.

Für sich betrachtet, ist jeder Motor ein fast reines Stoffwechsel-Gliedmaßensystem. Aber schon beim Menschen treten die drei Systeme keineswegs getrennt auf. Es gibt also auch im Bauchbereich das sogenannte vegetative Nervensystem, und selbst in den Zehenspitzen gibt es Nerven. Umgekehrt findet auch im Gehirn ein Stoffwechsel statt, und auch im Gesicht wirken zahlreiche Muskeln.

Am Anfang meiner Überlegungen steht die Idee, daß der Mensch zum Schöpfer eines "Neuen Saturn" wird. Eine "Neue Sonne" wird er erst erschaffen können, wenn er auch Lebendiges handwerklich erzeugt. Das wird er erst in einer fernen Zukunft können. Bis jetzt beherrscht der Mensch nur die mechanische Welt, in der die Energie als ein ahrimanischer Wille auftritt.

Zum Leben gehören, nach Steiner und Tomberg, folgende sieben Prozesse:

  • Atmung
  • Wärmung
  • Ernährung
  • Absonderung
  • Erhaltung
  • Wachstum
  • Reproduktion

Bei der Wärmekraftmaschine finden die vier obersten Prozesse statt, bedingt auch die fünfte (etwa als automatische Nachregulierung von Verschleißteilen). Wachstum und Reproduktion stehen noch aus.

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Vor vielen Jahren las ich einen Artikel in einer anthroposophischen Zeitschrift, in dem sich noch weiter reichende Gedanken fanden. Leider habe ich den Namen des Autors nicht in Erinnerung. Er brachte folgende Beobachtungen zur Sprache:

  • Am Anfang des Industriezeitalters begann das Eisen eine große Rolle zu spielen. Es entstand die Energietechnik.
  • Dann kam das Kupfer hinzu. Damit entstand die Elektrotechnik, vornehmlich als Funktechnik (Radio, Fernsehen) oder Unterhaltungs-Elektronik, welche unser Gefühlsleben bedient.
  • Schließlich kam das Silizium hinzu. Damit entstand die Welt der Rechner, also der künstlichen Nervensysteme mit weltweiter Vernetzung.

Es wurden somit drei Metalle aufgelistet, die mit dem dreigegliederten Menschen zusammenhängen, dergestalt, daß sie Stoffe für einen makrokosmischen Menschen bereitstellen, der allerdings auf die Erde begrenzt ist. Es ist eine ahrimanische Welt, deren Impulse dem Erdinnern entstammen. Sie wird einen Gegenplaneten zum Neuen Jupiter bilden, also vom christlich evoluierten Menschen abfallen.

Gruß!
Thomas

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